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Methodische Hinweise zu spezifischen Maßnahmen für Flüchtlinge

Im Rahmen der Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung hat die Bundesagentur für Arbeit Maßnahmen vorrangig für geflüchtete Menschen konzipiert. Diese können im Rahmen der Förderstatistik für Arbeitsagenturen und Jobcenter in gemeinsamer Einrichtung nachgewiesen werden. Für Jobcenter in zugelassener kommunaler Trägerschaft ist keine Übermittlung über den Datenstandard XSozial-BA-SGB II vorgesehen.

Die Maßnahmen haben eine hohe Kohärenz zu dem Merkmal Aufenthaltsstatus und den Personen im Kontext Fluchtmigration. Abweichungen treten durch eine erweiterte Definition des förderbaren Personenkreises bzw. in geringem Umfang durch Fehlerfassungen auf.

Die Inhalte der Maßnahmen werden im Nachfolgenden zur Einordnung kurz skizziert.

Perspektiven für Flüchtlinge (PerF)

Es handelt sich um eine zwölfwöchige Maßnahme, im Rahmen derer die berufsfachlichen Kompetenzen der Teilnehmenden festgestellt werden sollen. Die Kompetenzfeststellung findet dabei in Betrieben statt. Der Maßnahmeträger vermittelt darüber hinaus berufsbezogene Deutschkenntnisse, gibt Hilfestellung zur Orientierung auf dem deutschen Arbeitsmarkt und berät bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen.
Datenqualität: Es liegen vollständige Informationen nur für Arbeitsagenturen vor. Aufgrund unvollständiger Datenlage ist eine Berichterstattung über Jobcenter in gemeinsamer Einrichtung erst ab Berichtsmonat August 2017 möglich.

Perspektiven für junge Flüchtlinge (PerjuF)

Die Maßnahme verfolgt das Ziel, junge Flüchtlinge an den Ausbildungsmarkt heranzuführen. Wichtige Bestandteile der auf sechs bis acht Monate angelegten Maßnahme sind dabei z. B. die Feststellung von Kompetenzen und Neigungen, die Vermittlung von berufsbezogenen Sprachkenntnissen, Bewerbungstraining, Sucht- und Schuldenprävention und Grundlagen gesunder Lebensführung. Vorgesehen sind dabei auch betriebliche Einsätze, in denen Teilnehmer praktische Erfahrungen sammeln.

Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk (PerjuF-H)

Das gemeinsame Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) verfolgt das Ziel, junge Geflüchtete auf eine Berufsausbildung im Handwerk vorzubereiten. Hierzu werden den Teilnehmern im Laufe von vier bis sechs Monaten in einem Betrieb erste Erfahrungen in Berufsfeldern des Handwerks, z. B. Metall, Elektrotechnik oder Holz, vermittelt.

Perspektiven für weibliche Flüchtlinge (PerF-W)

„Perspektiven für weibliche Flüchtlinge“ ist ein Ableger des Programms „Perspektiven für Flüchtlinge“, welcher auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten ist. Spezielle Elemente dieser Maßnahme sind daher die sozialpädagogische Begleitung und die Unterstützung bei der Organisation der Kinderbetreuung während der Teilnahme.
Datenqualität: Aufgrund unvollständiger Datenlage ist eine Berichterstattung erst ab Berichtsmonat August 2017 möglich.

Kompetenzfeststellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb (KompAS)

Die Maßnahme „KompAS – Kompetenzfeststellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb“ beinhaltet je nach der konkreten Ausgestaltung vor Ort u. a. Aktivitäten zur Kompetenzfeststellung, Heranführung an das deutsche Ausbildungs- und Beschäftigungssystem und eine Heranführung der Teilnehmer an Normen und Kultur in der BRD. Weiterhin sollen Kontakte zu verschiedenen Organisationen wie z. B. Betriebe, Behörden, Beratungsstellen oder Kammern hergestellt werden. Der zeitliche Umfang beträgt 200-400 Zeitstunden. Die Teilnahme findet parallel zum Integrationskurs statt, welcher vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) organisiert wird.
Neben geflüchteten Menschen richtet sich die Förderung beispielsweise an deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund, die über keine oder nicht genügende Deutschkenntnisse verfügen.
Datenqualität: Aufgrund verspäteter Erfassung können Aussagen zum Umfang der Förderung erst ab Oktober 2016 getätigt werden.

Kooperationsmodell mit berufsanschlussfähiger Weiterbildung (Kommit)

Das Programm „Kommit“ umfasst eine Abfolge verschiedener Förderinstrumente: Integrationskurs, betriebliche Erprobung, Teilqualifikation und Stabilisierung des Beschäftigungsverhältnisses. Die genannten Instrumente werden operativ getrennt voneinander abgewickelt.
Die im vorliegenden Produkt als Kommit deklarierten Teilnahmen beziehen sich dabei lediglich auf die vier- bis zwölfwöchige Erprobungsphase, welche vom Maßnahmeträger begleitet wird. Diese verfolgt das Ziel, den Teilnehmer an eine Tätigkeit bei einem Arbeitgeber heranzuführen und so die Voraussetzung für eine Weiterbildung und die Übernahme in ein Beschäftigungsverhältnis zu schaffen.
Diese Maßnahme richtet sich neben geflüchteten Menschen auch an Geringqualifizierte und Menschen mit Migrationshintergrund.

Kombination berufsbezogene Sprachförderung (KomBer)

Die Maßnahme „KomBer – Kombination berufsbezogene Sprachförderung“ verbindet einen Berufssprachkurs nach der DeuFöV mit Fördermaßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung nach § 45 SGB III. Beide Maßnahmeteile sind zeitlich und räumlich aufeinander abgestimmt. Der Berufssprachkurs beinhaltet u. a. den Erwerb oder die Verbesserung von sprachlichen Kompetenzen zur Kommunikation am Arbeitsplatz oder zur Bewerbung bei einem Arbeitgeber. Die Förderung nach § 45 SGB III umfasst vor allem die Vermittlung von berufs- und arbeitsmarktbezogenen Kenntnissen sowie eine betriebliche Erprobung. Die Dauer der Gesamtmaßnahme beträgt 24 Wochen.
Datenqualität: Die Daten zu KomBer sind bundesweit um ca. 15 % untererfasst. Regional kann der Grad der Untererfassung höher oder geringer ausfallen.

Kombination berufsbezogener Sprachförderung für junge Flüchtlinge (KomjuF)

Ähnlich zu anderen für Geflüchtete konzipierten Programmen, sollen im Instrument „Kombination berufsbezogener Sprachförderung für junge Flüchtlinge“ Sprachkenntnisse erworben und Kenntnisse über den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vermittelt werden. Die Förderung richtet sich an geflüchtete Menschen, die jünger als 35 Jahre sind, und soll dabei helfen, eine Berufswahl zu treffen und auf eine Ausbildung vorzubereiten. Die Teilnahmedauer beträgt sechs bis acht Monate.

Flüchtlingsinterationsmaßnahmen (FIM)

Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM) sind niedrigschwellige Angebote in Arbeitsgelegenheiten, die sich an Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen richten, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) erhalten. Die Arbeiten fallen nicht unter das für Asylbewerber nach § 61 Abs. 2 AsylG geltende zeitweilige absolute Beschäftigungsverbot.
Der nach dem AsylbLG zuständigen Behörde obliegt es, anhand der Zielgruppe die potenziellen Teilnehmenden zu bestimmen und nach Auswahl zuzuweisen. Die Maßnahmeträger führen die Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen durch und übermitteln die zur Abrechnung benötigten Informationen an die zuständige Agentur für Arbeit (u. a. Bestand an Teilnehmenden und Anzahl der Neueintritte). Diese Daten werden in der Förderstatistik der BA ausgewiesen.
Personenbezogene Daten liegen in der BA nur für Personen vor, die sich bei der jeweiligen Agentur für Arbeit initiativ gemeldet haben.
Datenqualität: Die Daten zu FIM sind um ca. 20 % untererfasst.
Die Statistik der BA berichtet rückwirkend seit September 2016 über Teilnahmen an Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen.

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