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Methodische Hinweise zur Verbleibsermittlung

Kurzbeschreibung

Um sich der Frage zu nähern, ob die Zielsetzung einer Förderung erreicht werden konnte, z. B. ob eine Beschäftigung aufgenommen wurde oder sich eine weitere Förderung angeschlossen hat, steht ein Recherchemodell für den sogenannten Verbleib von Geförderten nach Beendigung einer Förderung zur Verfügung. Mit dessen Hilfe werden Statusinformationen zu Arbeitslosigkeit, sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, Förderung oder Leistungsbezug (Arbeitsmarktstatus) ermittelt.

Da der nächste Schritt auf dem Weg zur Integration nicht immer unmittelbar nach Ende der Förderung erfolgt bzw. erfolgen kann, wird ein sogenanntes Verbleibsintervall definiert. Es bezeichnet den Zeitraum zwischen dem Tag nach dem Ende der Förderung und einem späteren Beobachtungszeitpunkt. Das Verbleibsintervall beträgt in Standardauswertungen i. d. R. sechs Monate, möglich sind jedoch auch Intervalle von 1, 3, 9, 12 oder 18 Monaten. Zum Verbleibsintervall-Ende wird der bzw. die Arbeitsmarktstatus ermittelt.

Definition der Kennzahlen

Um Vergleiche der Ergebnisse der Verbleibsanalyse über verschiedene Regionen oder auch im zeitlichen Verlauf abbilden zu können, werden die absoluten Austrittszahlen nach den verschiedenen Arbeitsmarktstatus jeweils in Beziehung zu den Austritten insgesamt dargestellt. Die entsprechenden Indikatoren werden im Folgenden definiert.

Eingliederungsquote – Verbleib in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung (EQ)

Die Integration in Arbeit ist sowohl im SGB III als auch im SGB II das zentrale Ziel der Arbeitsagenturen und Jobcenter. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat an der Erwerbstätigkeit in Deutschland mit Abstand den größten Anteil. Insofern ist die EQ einer der zentralen Indikatoren in der Verbleibsanalyse.

Eingliederungsquote – Verbleib in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung (EQ)

Nichtleistungsempfängerquote – Verbleib im Nichtleistungsbezug (NLQ)

Die NLQ ist ein Indikator für das Ausmaß der Vermeidung und Beendigung des Leistungsbezugs. Zudem bietet diese Größe gegenüber der Eingliederungsquote den Vorteil, dass auch die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit, sofern das Einkommen bedarfsdeckend ist, positiv in die Größe einfließt.

Nichtleistungsempfängerquote – Verbleib im Nichtleistungsbezug (NLQ)

Leistungsempfängerquote – Verbleib im Leistungsbezug (LQ)

Die LQ ist der Komplementärindikator zur Nichtleistungsempfängerquote.

Leistungsempfängerquote – Verbleib im Leistungsbezug (LQ)

Folgeförderungsquote – Verbleib in Folgeförderung (FFQ)

Die FFQ bildet ab, wie viele Personen nach einer Förderung eine weitere – ergänzende oder aufbauende – Förderung erhalten.

Folgeförderungsquote – Verbleib in Folgeförderung (FFQ)

Eingliederungsquote Ausbildung – Verbleib in sozialversicherungspflichtiger Ausbildung (EQ Ausb)

Die EQ Ausb kann Hinweise geben, inwieweit es gelingt, durch ausbildungsvorbereitende oder -begleitende Maßnahmen eine Ausbildung aufzunehmen. Die Kennzahl ist eine Teilgröße der EQ. Schüler, die einen Berufsabschluss an einer Berufsfachschule anstreben, sind nicht enthalten, da sie nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

Eingliederungsquote Ausbildung – Verbleib in sozialversicherungspflichtiger Ausbildung  (EQ Ausb)

Verbleib in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und im Leistungsbezug (EQ LB)

Diese Kennzahl ist insbesondere im Rechtskreis SGB II von Bedeutung: Die vollständige Überwindung von Hilfebedürftigkeit ist auch bei Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nicht immer gegeben. Die Gründe dafür sind vielschichtig, so kann bspw. der Umfang der Beschäftigung oder das Lohnniveau zu gering oder die Bedarfsgemeinschaft zu groß sein.

Verbleib in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und im Leistungsbezug (EQ LB)

Verbleib im Leistungsbezug und in Folgeförderung (LB FF)

Nicht jedes Instrument hat originär das Ziel der Arbeitsaufnahme, einige weisen auch einen vorbereitenden Charakter auf. Die Kennzahl zu Personen, die nach Beendigung der Maßnahme im Leistungsbezug sind und bereits an einer weiterführenden Förderung teilnehmen, muss immer vor dem Hintergrund der Gesamtstrategie gesehen werden.

Verbleib im Leistungsbezug und in Folgeförderung (LB FF)

Verbleib Im Leistungsbezug und arbeitslos (LB Alo)

Diese Größe ist eine Teilgröße der Leistungsempfängerquote und gibt einen weiter differenzierten Blick auf Personen, die Hilfebedürftigkeit bisher nicht überwinden konnten oder weiterhin Arbeitslosengeld beziehen. Der Personenkreis kann üblicherweise als direkt verfügbares Potenzial für die Arbeitsmarktintegration gesehen werden.

Verbleib im Leistungsbezug und arbeitslos (LB Alo)

Nina-Quote – Verbleib nicht nachweisbar (NinaQ)

Diese Größe gibt Auskunft darüber, wie hoch der Anteil der Personen ist, über die die Förderstatistik zum betreffenden Zeitpunkt keine Aussage zum Verbleib treffen kann. Die Gründe hierfür können zum Beispiel die Aufnahme einer ungeförderten selbständigen Tätigkeit, eine Beschäftigungsaufnahme im Ausland oder das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben sein. Je nach betrachtetem Instrument muss die Interpretation der Nina-Quote unterschiedlich ausfallen. Auch variiert das Niveau dieser Größe je nach Zielsetzung der Instrumente.

Nina-Quote - Verbleib nicht nachweisbar (NinaQ)

Im Verbleibsintervall an mehr als 7 Tagen sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Svp7)

Anders als die bisher beschriebenen Indikatoren bildet diese Kennzahl ab, ob überhaupt eine Beschäftigungsaufnahme nach einer Förderung erfolgt ist, auch wenn diese zum Verbleibsintervall-Ende nicht mehr besteht. Im Vergleich zur Eingliederungsquote fällt sie höher aus. Die Größe an mehr als sieben Tagen sozialversicherungspflichtig beschäftigt bildet die Übergänge in Beschäftigung also umfassender ab.

Im Verbleibsintervall an mehr als 7 Tagen sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Svp7)

Hinweise zum Vergleich der Instrumente

Bei der Bewertung der verschiedenen Quoten im Rahmen der Verbleibsbetrachtung ist zu beachten, dass sich die Instrumente der aktiven Arbeitsförderung im Hinblick auf ihre Zielsetzung und die inhaltliche Ausgestaltung deutlich voneinander unterscheiden.

Zu besseren Einordnung sind die wichtigsten Instrumente im Blatt „Zielsetzung Instrumente(xlsExcel, 102 KB)“ nach Kategorien aufgeführt. Darin ist gekennzeichnet, in welchem Rechtskreis eine Förderung erfolgen kann und welchen Instrumenten welche primären Ziele zugeordnet werden können.

Auch wenn ein großer Teil der Instrumente nach den gleichen Grundsätzen gefördert wird, erfolgt die Berichterstattung zum Verbleib grundsätzlich nach den beiden Rechtskreisen getrennt. Die Teilnehmenden haben ganz unterschiedliche Startbedingungen und entsprechend unterschiedlichen Förderbedarf. Außerdem können neben der Arbeitslosigkeit weitere vermittlungserschwerende Umstände bestehen bzw. differenzierte Problemlagen vorliegen.

Die Kennzahlen stellen keine monokausale Wirkungsforschung dar. Eine Beschäftigungsaufnahme und/oder die Beendigung der Hilfebedürftigkeit kann nicht ausschließlich auf die Förderung zurückgeführt werden. Vielmehr ist diese nur ein Baustein in den Bemühungen der Arbeitsuchenden und der Agenturen oder Jobcenter. Ebenso sind exogene, also nicht von den Agenturen und Jobcentern beeinflussbare Faktoren, beispielsweise die Gegebenheiten am regionalen Arbeitsmarkt, zu berücksichtigen.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen befinden sich im Methodenbericht „Erweiterte Verbleibsanalyse von Teilnehmenden an arbeitsmarkpolitischen Instrumenten“(pdfPDF, 851 KB).

Einschränkungen

Verbleibskennzahlen können erst ab einer Mindestfallzahl der Grundgesamtheit als repräsentative Messung angesehen werden. Je kleiner die Fallzahl (also die Zahl der betrachteten Austritte) desto eher sind Verbleibsergebnisse als rein zufälliges Resultat anzusehen, das weder etwas über die Qualität einer Maßnahme oder eines Trägers noch über die Qualität der Arbeit der Agentur oder des Jobcenters aussagt. Deswegen werden Verbleibskennzahlen, bei denen weniger als 20 Austritte zu Grunde liegen, nicht ausgewiesen. Ab 20 Austritten werden die Verbleibskennzahlen ausgewiesen, auch wenn der zufällige Status eines Einzelnen das Ergebnis beeinflussen kann. Trotz dieser Einschränkung können aus den Information Trends abgleitet werden. Statistisch sichere Ergebnisse liegen erst bei mehr als 100 Austritten vor.

Plausibilität XSozial

Bei Trägern, die über den Datenstandard XSozial-BA-SGB II melden, ist es möglich, dass die Leistungsempfängerdaten als nicht plausibel eingestuft werden.
Liegen solche Datenausfälle im berichteten Zeitraum, werden die Quoten, die auf dem (nicht) Vorliegen eines Leistungsbezuges basieren (bspw. NLQ oder LQ), für die betroffenen JC nicht ausgewiesen („x“). Je nach Ausmaß des Ausfalls bzw. Zahl der betroffenen JC gilt dies auch für die nächsthöhere regionale Ebene.

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