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Methodische Hinweise zur Statistik der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben (Reha-Statistik)

Diese Statistik berichtet über Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, für die die Bundesagentur für Arbeit (BA) als Rehabilitationsträger zuständig ist.

1. Rehabilitandinnen und Rehabilitanden

Menschen mit Behinderungen

Rehabilitandinnen und Rehabilitanden sind Menschen mit Behinderungen im Sinne des § 19 Sozialgesetzbuch (SGB) III, deren Aussichten, am Arbeitsleben teilzuhaben oder weiter teilzuhaben, wegen Art oder Schwere ihrer Behinderung im Sinne von § 2 Abs. 1 SGB IX nicht nur vorübergehend wesentlich gemindert sind und die deshalb Hilfen zur Teilhabe am Arbeitsleben benötigen. Dies umfasst auch Menschen mit einer Lernbehinderung. Menschen, denen eine Behinderung mit den oben genannten Folgen droht, stehen Menschen mit Behinderungen gleich.

Menschen mit Behinderungen sind nach § 2 Abs. 1 SGB IX Personen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie wegen einstellungs- und umweltbedingter Barrieren mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können. Eine Beeinträchtigung in diesem Sinne liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine entsprechende Beeinträchtigung zu erwarten ist.

Rehabilitationsträger

Die BA ist nach § 6 SGB IX ein Träger der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Rehabilitationsträger).

Neben der BA gibt es weitere Träger der beruflichen Rehabilitation, z. B.

  • die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften),
  • die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung oder
  • die Träger der Eingliederungshilfe.

Die Zuständigkeit richtet sich nach den jeweiligen Sozialgesetzen, die u. a. nach der Ursache der Behinderung und den zurückgelegten Versicherungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung unterscheiden. Die BA ist zuständiger Träger für die berufliche Rehabilitation, sofern kein anderer Rehabilitationsträger zuständig ist. In die Statistik zur Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderungen fließen nur Informationen zu Rehabilitanden ein, deren Rehabilitationsträger die BA ist.

Die BA ist auch Rehabilitationsträger für die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit Behinderungen, die Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II durch ein Jobcenter erhalten. Rehabilitanden können also je nach Leistungsverantwortung dem Rechtskreis des SGB II oder des SGB III zugeordnet sein.

Teilhabe am Arbeitsleben

Für die Entscheidung, ob Menschen mit Behinderungen eine berufliche Rehabilitation erhalten, ist maßgebend, ob die Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben wesentlich beeinträchtigt oder absehbar zu beeinträchtigen droht. Nicht entscheidend ist hingegen der anerkannte Grad der Behinderung (GdB).

Berufliche Erst- und Wiedereingliederung

Eine berufliche Rehabilitation soll die Schwierigkeiten beseitigen oder mildern, die auf Grund einer Behinderung die Berufsausbildung oder Berufsausübung erschweren oder unmöglich erscheinen lassen.

Die berufliche Ersteingliederung hat die möglichst vollständige und dauerhafte Eingliederung junger Menschen mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohter junger Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zum Ziel.

Die berufliche Wiedereingliederung soll Erwachsenen mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohten Erwachsenen, die wegen der Auswirkung der Behinderung nicht mehr in der Lage sind, ihren erlernten Beruf bzw. ihre bisherige Tätigkeit auszuüben, die Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen.  

2. Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderungen

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA)

Für Menschen mit Behinderungen im Sinne des § 19 SGB III können Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) nach den §§ 49 f. SGB IX erbracht werden. Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben werden im SGB III konkretisiert. Die Leistungen sollen die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit erhalten, verbessern, herstellen oder wiederherstellen, um ihre Teilhabe am Arbeitsleben möglichst auf Dauer zu sichern.

Dies können allgemeine Leistungen oder besondere Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sein. Sie richten sich grundsätzlich nach den Vorschriften des zweiten bis fünften und des siebten Abschnitts des dritten Kapitels des SGB III. Die allgemeinen Leistungen (§§ 115 ff. SGB III) stehen auch Leistungsberechtigten ohne Behinderungen offen.

Besondere Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Besondere Leistungen (§§ 117 ff. SGB III) werden nur erbracht, wenn Art oder Schwere der Behinderung dies erfordern und das Ziel nicht bereits durch allgemeine Leistungen erreicht werden kann. Sie umfassen beispielsweise Maßnahmen, die in besonderen Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen durchgeführt werden oder die auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet sind:

  • Berufsvorbereitung und Berufsausbildung:

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (Bvb-r)
Besondere Maßnahmen zur Ausbildungsförderung (Reha-bMA)

  • Besondere Maßnahmen zur Weiterbildung (Reha-bMW)
  • Analyse der beruflichen Eignung:

Eignungsabklärung/Berufsfindung (Reha-EA)
(u. a. Diagnosemaßnahmen zur Feststellung der Arbeitsmarktfähigkeit (DIA-AM))

  • Sonstige Hilfen zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben:

Einzelfallförderung (Reha-EF)

KFZ-Hilfen: Führerscheinförderung, KFZ-Zuschuss, Beförderungsdienst
Verdienstausfall
Arbeitsassistenz
Hilfsmittel
Technische Arbeitshilfen
Wohnkosten
Sonstige Hilfen

Teilhabebegleitung (THB)

  • Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich,

z. B. in einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)

  • Beauftragung von Integrationsfachdiensten (IFD)

  • Teilhabe von Leistungsberechtigten mit besonderem Unterstützungsbedarf:

Unterstützte Beschäftigung (Reha-UB)

Dreimonatige Wartezeit

Die Daten zu Rehabilitanden und zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben werden erst nach einer Wartezeit von drei Monaten endgültig festgeschrieben. Innerhalb der drei Monate sind Korrekturen und Nacherfassungen möglich. Dadurch erhöhen sich Vollzähligkeit und Qualität der statistischen Daten.

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