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Methodische Hinweise zu Pendlern

Kurzbeschreibung

Pendler sind in der Beschäftigungsstatistik alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, deren Arbeitsort sich vom Wohnort unterscheidet. Ob und wie häufig gependelt wird, ist unerheblich. Pendlerergebnisse stehen jährlich jeweils zum Stichtag 30.06. zur Verfügung.

  • Einpendler sind Personen, die nicht an in ihrem Arbeitsort wohnen (aus der Perspektive des Arbeitsorts).
  • Auspendler sind Personen, die nicht an ihrem Wohnort arbeiten (aus der Perspektive des Wohnorts).

Der Wohnort kann auch im Ausland liegen. Einpendler aus dem Ausland können also statistisch dargestellt werden. Für Auspendler in das Ausland gilt dies jedoch nicht, da keine Meldungen der Betriebe im Ausland zur deutschen Sozialversicherung erfolgen.
Die Differenz aus Einpendlern zu Auspendlern ergibt den Pendlersaldo. Da große Regionen viele Ein- und Auspendler aufweisen und kleine Regionen wenig, sind die Pendlerzahlen als absolute Größe nicht geeignet, Bewertungen und Klassifizierungen von Regionen hinsichtlich ihrer Arbeits- oder Wohnorteigenschaft vorzunehmen. Für derartige Betrachtungen sind die Einpendlerquote (Anteil der Einpendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort in Prozent) sowie die Auspendlerquote (Anteil der Auspendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort in Prozent) hilfreich, die Aussagen unabhängig von der Regionsgröße erlauben. Weitere Definitionen finden Sie im Glossar der Statistik der BA(pdfPDF, 952 KB).

Fachliche Erläuterungen zum Wohn- und Arbeitsort

Der Wohnort des Beschäftigten stammt aus den Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. Die aktuelle Anschrift ist vom Arbeitgeber bei jeder Anmeldung mitzuteilen, eine Änderung der Anschrift erst in Verbindung mit der folgenden Jahresmeldung. Im Extremfall kann es daher über ein Jahr dauern, bis ein Wohnortwechsel statistisch bekannt wird. Zu einer Person wird jeweils nur die zuletzt übermittelte Wohnortangabe gespeichert. Frühere Angaben werden gelöscht, d. h. es wird keine Historik geführt. Hinsichtlich der Wohnortangaben bestehen für einzelne Beschäftigte Erhebungsungenauigkeiten. Die Meldevorschrift stellt nicht klar, welcher Wohnsitz – Haupt- oder Nebenwohnsitz mit überwiegendem Aufenthaltsort – vom Arbeitgeber zu melden ist. Dies kann in der Beschäftigungsstatistik zum Nachweis von „Fernpendlern“ zwischen gemeldeten Hauptwohnsitz und Arbeitsort führen, obwohl der Beschäftigte am Nebenwohnsitz seiner Beschäftigung nachgeht, also faktisch nicht täglich pendelt.

Der Arbeitsort des Beschäftigten wird über die in den Meldungen vom Arbeitgeber angegebene Betriebsnummer festgestellt. Die zutreffende Regionalisierung der Beschäftigten nach dem Arbeitsort hängt daher davon ab, ob die vom Betriebsnummern-Service (BNS) zugeteilten Betriebsnummern korrekt verwendet werden. Insbesondere bei Arbeitgebern mit mehreren Betrieben in verschiedenen Gemeinden können regionale Falschzuordnungen (Klumpungen) auftreten, wenn z. B. die Beschäftigten aller Niederlassungen unter der Betriebsnummer der Hauptniederlassung gemeldet werden. Bei allen Beschäftigten, die nicht am Ort der Hauptniederlassung tätig sind, kann es somit zu gewissen Unschärfen kommen.

Sowohl hinsichtlich des Arbeitsortes als auch des Wohnortes gibt es sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht regional zuordenbar sind. Bei der Ermittlung der Ein- und Auspendler gilt daher:

  • Einpendler = (SvB am Arbeitsort) – (SvB mit Arbeitsort = Wohnort) – (SvB ohne Angabe zum Arbeitsort bzw. zum Wohnort)
  • Auspendler = (SvB am Wohnort) – (SvB mit Arbeitsort = Wohnort) – (SvB ohne Angabe zum Arbeitsort bzw. zum Wohnort)

Ist der Wohn- oder der Arbeitsort eines Beschäftigten nicht bekannt, darf man ihn nicht zu den Pendlern zählen.

Nähere Informationen zur Beschäftigungsstatistik finden Sie im Qualitätsbericht „Statistik der sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigung“(pdfPDF, 487 KB).

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