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Methodische Hinweise zu begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnissen

Im Gegensatz zu den Bestandsdaten der Beschäftigungsstatistik werden begonnene und beendete Beschäftigungsverhältnisse zeitraumbezogen ausgewertet (Monat, Quartal oder Jahr). Während beim Bestand an Beschäftigten eine Person – unabhängig von der Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse – zum Stichtag nur einmal gezählt wird (Personenkonzept), ist es bei den Bewegungsdaten durchaus möglich, dass eine Person mehrfach gezählt wird (Fallkonzept). Dies ist der Fall, wenn die Person im Betrachtungszeitraum mehr als ein Beschäftigungsverhältnis beginnt bzw. beendet.

Ergebnisse zu den begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnissen liegen mit einer Wartezeit von sechs Monaten vor. Eine Betrachtung ist in der Regel nur nach dem Arbeitsort sinnvoll, weil die Beschäftigungsverhältnisse sich primär auf den Sitz des Betriebes beziehen. Für bestimmte Fragestellungen, beispielsweise wenn die begonnenen Beschäftigungen den Arbeitslosen gegenüber gestellt werden, kann dennoch der Wohnort der Beschäftigten betrachtet werden.

Ein begonnenes Beschäftigungsverhältnis wird gezählt, wenn eine Anmeldung mit Abgabegrund „Anmeldung wegen Beginn einer Beschäftigung“ im Rahmen des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung durch den Arbeitgeber erstattet wurde, deren Beginn-Datum der Beschäftigung innerhalb des Betrachtungszeitraums liegt. Entsprechend wird ein beendetes Beschäftigungsverhältnis gezählt, wenn eine Abmeldung mit Abgabegrund „Abmeldung wegen Ende einer Beschäftigung“ abgegeben wurde, deren Ende der Beschäftigung innerhalb des Betrachtungszeitraums liegt.

Ein beendetes und ein begonnenes Beschäftigungsverhältnis werden aber auch dann gezählt, wenn ein Wechsel zwischen folgenden Beschäftigungsarten stattfindet:

  •   sozialversicherungspflichtiges Ausbildungsverhältnis
  •   sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis (keine Ausbildung)
  •   geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis
  •   kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis

So werden zum Beispiel immer dann ein beendetes und ein begonnenes Beschäftigungsverhältnis gezählt, wenn ein Beschäftigter seine Ausbildung beendet und anschließend weiterbeschäftigt wird. Dabei ist gleichgültig, ob dies beim selben oder bei einem anderen Arbeitgeber geschieht.

Gleichzeitige An- und Abmeldungen, welche das Meldeverfahren für bestimmte, im Voraus befristete Beschäftigungsverhältnisse vorsieht, werden generell als Beginn und Ende eines Beschäftigungsverhältnisses gezählt.

Damit ist das neue Messkonzept wesentlich genauer und bildet sämtliche Übergänge konsequent und vollständig ab. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass ein beendetes Beschäftigungsverhältnis nicht (wie vor der Revision 2014) am letzten Arbeitstag in der Statistik gezählt wird, sondern erst am Tag danach. So werden z. B. alle Beschäftigungsverhältnisse, welche mit Ablauf des 31.12. enden, erst im Januar als Abgang gezählt.

Bei der Bewertung der Zahl der begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnisse ist zu berücksichtigen, dass aufgrund des Verfahrens zur Betriebsnummernvergabe z. B.

  • bei der Aufsplittung von Betrieben bzw. Betriebsstätten oder
  • bei der Fusion von Betrieben bzw. Betriebsstätten

unter Umständen eine Abmeldung und nachfolgende (Neu-)Anmeldung von Beschäftigten unter einer neuen Betriebsnummer durch den Arbeitgeber erfolgt. Die Beschäftigten haben ihren Arbeitsplatz jedoch nicht gewechselt, und auch das Beschäftigungsverhältnis wurde nicht unterbrochen. Faktisch ist also weder ein Beschäftigungsverhältnis beendet noch eines begonnen worden, die Bewegungen werden aber statistisch gezählt.

Auch An- und Abmeldungen in Verbindung mit der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens führen zu einer Überzeichnung der begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnisse, soweit eine neue Betriebsnummer vergeben wird.

Neben den begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnissen kann auch der Bestand an Beschäftigungsverhältnissen (nicht zu verwechseln mit dem Bestand an Beschäftigten) zum Stichtag ausgewertet werden. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Formel „Bestand (t)“ = „Bestand (t-1)“ - „Abgang (t) “ + „Zugang (t)“ (Stock-Flow-Modell) nur dann aufgeht, wenn alle Komponenten aus einem Datenstand ermittelt werden. Da in der Beschäftigungsstatistik grundsätzlich mit 6 Monaten Wartezeit ausgewertet wird, ist dies nicht der Fall und obige Formel geht nicht auf. Die rechnerischen Abweichungen sind dabei gering, variieren aber von Stichtag zu Stichtag.

Datenschutz

Die Bestandsdaten der Beschäftigungsstatistik unterliegen grundsätzlich der Geheimhaltung nach § 16 BStatG. Eine Übermittlung von Einzelangaben ist daher ausgeschlossen. Aus diesem Grund werden Zahlenwerte unter 3 und Daten, aus denen sich rechnerisch eine Differenz ermitteln lässt, mit * anonymisiert. Gleiches gilt, wenn in einer Region oder in einem Wirtschaftszweig weniger als 3 Betriebe ansässig sind oder einer der Betriebe einen so hohen Beschäftigtenanteil auf sich vereint, dass die Beschäftigtenzahl praktisch eine Einzelangabe über diesen Betrieb darstellt (Dominanzfall). Grundsätzlich gelten auch bei den Bewegungsdaten die gleichen Regeln der statistischen Geheimhaltung wie bei den Bestandsdaten. Es ist daher eine Dominanzprüfung anzuwenden. Wenn im Bestand eine Geheimhaltung notwendig wird, so ist das in der Regel auch für die jeweiligen Bewegungsdaten anzunehmen.

Für die Prüfung bei den begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnissen wird der jeweilige Stichtag zum Quartalsende herangezogen.  Bei Zeiträumen über mehrere Quartale hinweg wären alle Stichtage der Quartalsenden zu prüfen. Näherungsweise könnte auch die Prüfung eines repräsentativen Stichtages im Zeitraum herangezogen werden. 

Weiterführende Informationen zur Statistik der sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigung finden Sie im entsprechenden Qualitätsbericht(pdfPDF, 487 KB).

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