Arbeitsmarktsituation im Verarbeitenden Gewerbe; hier: Kfz-Herstellung
Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in der KFZ-Herstellung
Absolutwerte, jeweils Juni
Deutschland
Die Automobilindustrie ist gemessen am Umsatz die größte Branche des Verarbeitenden Gewerbes. Sie erwirtschaftete zuletzt, größtenteils durch Exporte, ein Viertel des Gesamtumsatzes der deutschen Industrie.
Die Kfz-Branche wird neben den konjunkturellen Unwägbarkeiten beeinflusst durch Faktoren wie Demografie, Technologiewandel, Digitalisierung und Lieferschwierigkeiten. Der in diesem Zusammenhang medial oft aufgegriffene Stellenabbau in der Branche zeigt sich in den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit allerdings nicht sprunghaft, vielmehr erfolgen die Veränderungen schleichend.
Bis 2019 stieg die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Kfz-Herstellung und erreichte Ende 2019 ihren bisherigen Höchstwert von 957.000. Seitdem werden jedoch deutliche Beschäftigungseinbußen verzeichnet. Zuletzt lag die Zahl mit 857.000 etwa auf dem Niveau von 2014.
Beschäftigte in der Branche sind überdurchschnittlich oft als Spezialisten oder Experten tätig. Entgegen verbreiteter Vermutungen sind in der Kfz-Branche anteilig weniger ausländische Beschäftigte beschäftigt als in der Gesamtbeschäftigung.
In der Branche dominieren Großbetriebe: Etwa 8 von 10 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Kfz-Herstellung waren in Betrieben mit 500 und mehr Beschäftigten tätig.
Das Medianentgelt in der Branche überstieg das Entgelt über alle Branchen hinweg zuletzt um etwa zwei Fünftel.
Der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen an allen gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen fiel 2025 trotz der angespannten Lage wie auch in den vergangenen Jahren stark unterdurchschnittlich aus.
Die Arbeitslosigkeit in den für die Automobilwirtschaft typischen Berufen ist in den vergangenen Jahren überwiegend stärker zurückgegangen als die Arbeitslosigkeit insgesamt. Die Spuren der aktuellen konjunkturellen Schwäche werden jedoch am Arbeitsmarkt deutlich sichtbar. Dennoch liegt das Risiko, aus einer Tätigkeit in der Kfz-Herstellung heraus arbeitslos zu werden, ebenso wie die Arbeitslosenquote in den typischen Kfz-Berufen auf einem sehr niedrigen Niveau.
