Zunehmende Bedeutung der Zuwanderung für die Beschäftigungsentwicklung
Die Analyse zeigt, dass Zuwanderung in den vergangenen Jahren eine zentrale Rolle für die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes gespielt hat. Der Anstieg des Erwerbspersonenpotenzials ist weitgehend auf die Zuwanderung zurückzuführen, während die Bevölkerung deutscher Staatsangehörigkeit im erwerbsfähigen Alter bereits deutlich rückläufig ist. Diese demografische Entwicklung spiegelt sich zunehmend auch in der Beschäftigungsstruktur wider.
Das Beschäftigungswachstum der letzten Dekade wurde zu einem erheblichen Teil von ausländischen Beschäftigten getragen. Besonders stark fiel der Zuwachs bei Drittstaatsangehörigen aus. Gleichzeitig hat sich die Erwerbsbeteiligung der ausländischen Bevölkerung deutlich erhöht, was auf Fortschritte bei der Arbeitsmarktintegration hinweist.
Die Ergebnisse zeigen zudem, dass ausländische Beschäftigte zunehmend in qualifizierten Tätigkeiten sowie in Berufen mit Fachkräfteengpässen vertreten sind. Ihr Anteil an der Beschäftigung in Engpassberufen hat sich seit 2015 deutlich erhöht. Damit tragen sie in wachsendem Umfang zur Sicherung des Fachkräfteangebots bei.
Hinweise darauf, dass die steigende Beschäftigung ausländischer Staatsangehöriger zulasten der inländischen Beschäftigung geht, ergeben sich weder aus der empirischen Forschung noch aus den vorliegenden Daten. Vielmehr ist die Beschäftigungsquote sowohl bei Ausländerinnen und Ausländern als auch bei deutschen Staatsangehörigen im langfristigen Vergleich gestiegen. Die Beschäftigungsentwicklung der letzten Jahre fand somit in einem Umfeld insgesamt hoher Arbeitskräftenachfrage statt.
Die seit 2023 anhaltende konjunkturelle Schwächephase hat das Beschäftigungswachstum zwar spürbar gebremst, insbesondere im Produzierenden Gewerbe. Gleichzeitig bestehen in vielen Bereichen weiterhin strukturelle Arbeitskräftebedarfe. Vor dem Hintergrund des demografisch bedingten Rückgangs des inländischen Erwerbspersonenpotenzials dürfte die Bedeutung von Zuwanderung für die Arbeitskräfte- und Fachkräftesicherung auch künftig weiter zunehmen.
