Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt

Die Bevölkerung im Erwerbsalter ging zwischen 2015 und 2025 leicht zurück. Zuwanderung und eine höhere Erwerbsbeteiligung haben das Arbeitskräfteangebot dennoch ausgeweitet.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung der 15- bis unter 65-Jährigen stieg zwischen Juni 2015 und Juni 2025 um 3,6 Millionen auf 34,2 Millionen. Besonders stark wuchs sie bei den 55- bis unter 65-Jährigen sowie bei ausländischen Staatsangehörigen.

Fast ein Viertel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Erwerbsalter war 2025 mindestens 55 Jahre alt. Die Beschäftigung der 60- bis unter 65-Jährigen nahm besonders deutlich zu; demografische Besetzung, Erwerbsverhalten und Regelaltersgrenze wirken dabei zusammen.

Die Zahl der Arbeitslosen lag 2025 bei rund 2,9 Millionen. Während die Zahl arbeitsloser deutscher Staatsangehöriger gegenüber 2015 zurückging, nahm sie bei ausländischen Staatsangehörigen vor dem Hintergrund des deutlich gewachsenen ausländischen Erwerbspersonenpotenzials zu.

Ältere Beschäftigte wurden weiterhin seltener arbeitslos als Beschäftigte insgesamt. Waren sie arbeitslos, lagen ihre Übergangschancen in Beschäftigung jedoch deutlich niedriger und die abgeschlossene Arbeitslosigkeitsdauer höher.

Das Arbeitskräfteangebot entwickelte sich regional sehr unterschiedlich. In vielen ländlichen und ostdeutschen Kreisen konnten Zuwanderung und höhere Erwerbsbeteiligung demografische Rückgänge nicht vollständig ausgleichen.

Auch im europäischen Vergleich hat Deutschland einen besonders hohen Anteil älterer Erwerbspersonen. Zugleich lag die Erwerbslosenquote der 55- bis unter 65-Jährigen deutlich unter dem EU-Durchschnitt.

Die Unterbeschäftigung Älterer ging zwischen 2015 und 2025 leicht zurück, während die Arbeitslosigkeit zunahm. Für die unterschiedliche Entwicklung spielt insbesondere das Auslaufen der Sonderregelung nach §53a Abs. 2 SGB II eine Rolle.

Mit dem Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge steigt der Ersatzbedarf. Arbeitsmarktintegration, Weiterbildung, gesundheitsgerechte Arbeit und geeignete Rahmenbedingungen für Erwerbsbeteiligung bleiben zentrale Handlungsfelder.

Anteile ausgewählter Personengruppen an der Summe der Arbeitslosen und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im erwerbsfähigen Alter nach Kreisen

Vollständiger Bericht (PDF, 2MB)