Arbeitsmarkt Kompakt: Kinderbetreuung und -erziehung
Erwerbstätigkeit auf 800.000 gestiegen
Der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen hat die Zahl der pädagogischen Fachkräfte in den letzten zehn Jahren um 43 Prozent auf knapp 800.000 steigen lassen.
Das Beschäftigungsplus zeigte sich 2025 in allen Bundesländern, wobei das Plus tendenziell in vielen westlichen Ländern stärker ausfällt als in den östlichen. In den östlichen Bundesländern war bereits das Ausgangsniveau der Kinderbetreuung – historisch bedingt – höher.
Gestiegen ist sowohl die Zahl der Vollzeit- als auch der Teilzeitarbeitsstellen. Der Anteil der Teilzeitstellen liegt in Deutschland bei 64 Prozent. In allen Bundesländern gibt es in Kindertageseinrichtungen mehr Teilzeit- als Vollzeitbeschäftigte.
Entgelt um ein Drittel höher als vor zehn Jahren
Das Median-Entgelt für vollzeitbeschäftigte Fachkräfte in der Kinderbetreuung und -erziehung betrug 2024 in Deutschland 4.100 €. Das bedeutet einen überdurchschnittlichen Anstieg seit 2015 von 36 Prozent.
Fachkräfte in der Kinderbetreuung und -erziehung trotz rückläufiger Nachfrage und steigender Arbeitslosigkeit immer noch sehr gefragt
Arbeitslose und gemeldete Stellen; Fachkräfte in der Kindererziehung und -betreuung; Deutschland
Trotz Anstieg geringe Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Feld der Kinderbetreuung und -erziehung in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Zuletzt gab es aber wieder Anstiege.Die geringe Arbeitslosenquote von 2,0 Prozent signalisiert aber weiterhin Vollbeschäftigung.
Knapp 13.000 Erzieherinnen und Erzieher sowie 5.000 Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger suchten jahresdurchschnittlich 2025 eine entsprechende Tätigkeit. Damit ist die Arbeitslosigkeit bei Erzieherinnen und Erziehern um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und 17 Prozent bei Kinderpflegerinnen und Kinderpflegern.
Nachfrage nach Erzieherinnen und Erziehern rückläufig, aber weiterhin auf hohem Niveau
Gleichzeitig ist die Zahl der gemeldeten Stellen, trotz Rückgangs 2023 bis 2025, mit zuletzt gut 11.000 Stellen auf einem hohen Niveau. Zumeist werden Personen mit einem Abschluss als Erzieherin oder Erzieher gesucht. Während der Erzieherberuf laut der letzten Fachkräfteengpassanalyse mit Daten aus dem Jahr 2024 als Engpassberuf gilt, sind dagegen für die Berufe Sozialassistentin bzw. -assistent oder Kinderpflegerin bzw. Kinderpfleger vergleichsweise wenige gemeldete Stellen im Angebot.
Gesucht werden sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitkräfte, wobei – analog zur Beschäftigung – der Anteil der Teilzeitstellen überdurchschnittlich hoch ist.
BA fördert Weiterbildungen
Die Bundesagentur für Arbeit trägt mit der Förderung beruflicher Weiterbildungen zur Sicherstellung des Fachkräfteangebots bei. 900 Eintritte in eine geförderte Weiterbildung waren 2025 zu verzeichnen.
