2.6 Medizin und Pharmazie

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Das Gesundheitswesen befindet sich auf Wachstumskurs. Damit einher geht eine steigende Zahl an Erwerbstätigen. Die Arbeitslosenzahl ist zwar in den letzten Jahren gestiegen. Mit einer Arbeitslosenquote von unter 3 Prozent herrscht aber weiterhin Vollbeschäftigung. Vor allem in ländlichen Regionen wird ein Mangel an Humanmedizinerinnen und Humanmedizinern, aber auch an Tierärztinnen und Tierärzten beklagt. Die Studierendenzahlen haben in den letzten Jahren zugenommen.

Humanmedizin

Die Beschäftigungschancen nach dem Abschluss des Medizinstudiums stehen sehr gut. Laut Mikrozensus waren 2025 rund 443.000 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland tätig.1 Laut Ärztestatistik gab es 2025 mit 446.000 Berufstätigen gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 2 Prozent.2 Im Vergleich zum Jahr 2015 bedeutete dies sogar eine Steigerung um ein Fünftel. Der Wachstumstrend der letzten Jahre setzte sich damit unvermindert fort. Etwas mehr als die Hälfte der Ärzteschaft ist laut Kammerangaben in der stationären Versorgung tätig. Knapp ein Viertel hat sich als Ärztin bzw. Arzt niedergelassen und arbeitet auf selbständiger Basis.

Sozialversicherungspflichtig angestellt waren laut Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit 2025 rund 309.000 Ärztinnen und Ärzte. Die Zahl der angestellten Heilkundigen ist in den letzten Jahren deutlich stärker gewachsen als die Zahl der Ärztinnen und Ärzte insgesamt, zuletzt um 3 Prozent.

Obwohl die Ärztezahlen kontinuierlich zugenommen haben, ist der Fachkräftemangel bei Humanmedizinerinnen und -medizinern deutlich zu spüren; und das vor allem in ländlichen Gebieten, weniger in Ballungszentren.3 Mehrere Gründe führen dazu, dass der Bedarf an Humanmedizinerinnen und -medizinern wächst:

Erstens bringen der medizinische Fortschritt und die zunehmende Zahl älterer Menschen häufigere und aufwändigere Behandlungen mit sich. Zweitens gibt es zwar mehr Personen, die als Ärzte tätig sind. Gleichzeitig steigt aber die Zahl der Teilzeitbeschäftigten, denn auch in der Ärzteschaft gewinnt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an Bedeutung. Arbeitete vor zehn Jahren nur jede fünfte sozialversicherungspflichtig beschäftigte ärztliche Kraft in Teilzeit, war es 2025 mehr als jede dritte. Ein dritter Aspekt: 32 Prozent der erwerbstätigen Ärzte sind 55 Jahre oder älter. Das heißt, rund 141.000 Humanmedizinerinnen und -mediziner werden in absehbarer Zeit in den Ruhestand eintreten.4

Trotz Ärztemangel ist die Zahl arbeitsloser Ärztinnen und Ärzte in den letzten Jahren wiederholt gestiegen. 2025 waren durchschnittlich 10.000 Ärztinnen und Ärzte arbeitslos, 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Hier könnte sich eine wachsende Diskrepanz zwischen den Wünschen der arbeitsuchenden Medizinerinnen und Mediziner und den angebotenen Stellen niederschlagen. So gibt es vergleichsweise viele Arbeitslose in den Großstädten, während viele Stellenangebote im ländlichen Raum unbesetzt bleiben. Auch die Dauer von Anerkennungsverfahren von ausländischen Medizinabschlüssen dürfte einen Einfluss haben, denn der Anteil der Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit an allen arbeitslosen Medizinerinnen und Medizinern ist mit fast 50 Prozent deutlich höher aus als bei Arbeitslosen in akademisch geprägten Berufen insgesamt (26 Prozent).

Die Arbeitslosenquote blieb 2025 mit 2,5 Prozent weiter auf sehr niedrigem Niveau.5 Hinzu kommt, dass der größte Teil der arbeitslosen Ärztinnen und Ärzte nach einer kurzen Suchphase von weniger als sechs Monaten seine Arbeitslosigkeit wieder beendete.
Im Laufe des Jahres 2025 wurden der Bundesagentur für Arbeit 5.900 neue Stellenangebote gemeldet. Das waren 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Stellenbestand belief sich auf 2.800 Angebote.

Zahnmedizin

Laut Mikrozensus waren 2025 insgesamt rund 76.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland tätig. Die Bundeszahnärztekammer weist in ihrer Mitgliederstatistik für 2024 knapp 74.000 aus. Das waren ein Prozent mehr als im Vorjahr und 3 Prozent mehr als 2015. Mit rund 44.000 ist der größte Teil der Zahnärzteschaft niedergelassen. Allerdings geht diese Zahl seit 2007 leicht aber stetig zurück. Im Gegensatz dazu steigt die Zahl der Zahnärztinnen und Zahnärzte, die in einer Praxis angestellt sind: Laut Zahnärztekammer waren dies rund 27.000 – fast doppelt so viele wie 2015. Hinzu kommen rund 3.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte, die als Beamte oder Angestellte außerhalb von Zahnarztpraxen für die Zahngesundheit tätig waren. Der Frauenanteil fällt bei den Angestellten in Praxen mit zwei Dritteln hoch aus. Bei den niedergelassenen Ärzten sind dagegen die Männer in der Überzahl, der Frauenanteil liegt hier nur bei 40 Prozent.

In der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit liegen bereits Daten für 2025 vor. Danach waren 28.000 Zahnheilkundige sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das entspricht einem Zuwachs von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Arbeitslosigkeit ist für Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner kein Thema. 1.900 Personen waren im Jahresschnitt 2025 arbeitslos gemeldet – und das meist nur für kurze Zeit. Gegenüber dem Vorjahr blieb die Arbeitslosenzahl unverändert. Die Arbeitslosenquote (zusammen mit Humanmedizin) von 2,5 Prozent im Jahr 2025 zeigt, dass Vollbeschäftigung herrscht.

Etwa 600 Stellenangebote gingen 2025 bei der Bundesagentur für Arbeit ein, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt waren knapp 400 Stellenangebote für Zahnärztinnen und-ärzte (einschließlich Kieferorthopädie) im Angebot

Tiermedizin

Auch bei Tierärztinnen und Tierärzten herrscht Vollbeschäftigung. Laut Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit ist bundesweit ein Mangel an Fachpersonal zu verzeichnen. 33.000 Tierärztinnen und -ärzte waren laut Mikrozensus 2025 in Deutschland tätig. Die Statistik der Bundestierärztekammer kommt für 2025 auf 34.000 und weist damit ein Plus von knapp einem Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Im Vergleich zum Jahr 2015 entspricht dies sogar einem Zuwachs von fast einem Fünftel. Jeder bzw. jede dritte tierärztlich Tätige ist niedergelassen. Rund 1.400 Tierärztinnen und -ärzte sind laut Tierärztestatistik als Beamte z. B. in der Veterinärverwaltung tätig. Laut Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit stieg die Anzahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Tierärztinnen und -ärzte 2025 um 3 Prozent auf 17.000.
 

Die Arbeitslosigkeit bewegte sich 2025 mit 600 Personen und einer berufsspezifischen Arbeitslosenquote von 2,0 Prozent auf einem sehr geringen Niveau. Im Jahresverlauf gingen bei der Bundesagentur für Arbeit knapp 800 Stellenangebote ein, 8 Prozent weniger als im Vorjahr. Der durchschnittliche Stellenbestand lag bei fast 300 gemeldeten Stellen.

Pharmazie

Der Arbeitsmarkt für Apothekerinnen und Apotheker sowie Pharmazeutinnen und Pharmazeuten entwickelte sich in den letzten Jahren positiv. Trotz steigenden Kostendrucks bei den Gesundheitsausgaben und der Zunahme des Versandhandels mit Arzneimitteln blieb die Zahl der Berufstätigen laut Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände 2025 unverändert bei 70.000. Der Mikrozensus ermittelte für 2025 mit rund 100.000 eine deutlich höhere Zahl von Erwerbstätigen, die als Apotheker/-in oder Pharmazeut/-in ihren Lebensunterhalt bestritten.6

In Apotheken waren rund 56.000 Apothekerinnen und Apotheker tätig.7 Rund 14.000 Pharmazeutinnen und Pharmazeuten arbeiteten außerhalb von Apotheken z. B. in der Pharmaindustrie, an Universitäten und anderen Lehreinrichtungen, bei Behörden oder Prüfinstituten. Dabei legte die Beschäftigtenzahl in der Pharmaindustrie in den letzten Jahren überdurchschnittlich zu. 2025 stieg sie – nach einem leichten Rückgang 2024 – auf gut 8.000 Beschäftigte.

16 Prozent der Arzneimittelkundigen waren laut Mikrozensus als Selbständige tätig.

Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit wies 2025 rund 62.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus, die als Apotheker/-in und Pharmazeut/-in angestellt waren. Dies entspricht einem Zuwachs von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Rund 1.000 Stellenangebote wurden im Verlauf des Jahres 2025 für Pharmazieberufe bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, ein 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit hatte die öffentliche Arbeitsvermittlung durchschnittlich gut 500 zu besetzende Stellen im Angebot. Die Zahl arbeitsloser Pharmazeutinnen und Pharmazeuten zeigte sich 2025 mit 2.400 allerdings um 10 Prozent höher als im Vorjahr. Die berufsspezifische Arbeitslosenquote ist aber trotz Anstiegs mit 3,1 Prozent weiter nahe der Vollbeschäftigung.

Zuwächse bei den Studierenden

2024 beendeten gut 18.000 Absolventinnen und Absolventen der Humanmedizin erfolgreich ihr Hochschulstudium (+3 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Des Weiteren waren 14.000 bestandene Abschlussprüfungen in den Allgemeinen Gesundheitswissenschaften zu verzeichnen (+5 Prozent), knapp 3.000 in der Zahnmedizin (+3 Prozent), 1.000 in der Tiermedizin (-17 Prozent) und gut 2.000 in der Pharmazie (-13 Prozent).

Die Studierendenzahlen haben vor allem in den Gesundheitswissenschaften und in der Humanmedizin in den letzten Jahren weiter zugenommen, während die fächerübergreifende Studierendenzahl ab 2021 rückläufig ist.

Im Studienjahr 2024/25 waren 118.000 Personen für ein Medizinstudium eingeschrieben (+4 Prozent gegenüber Vorjahr), 77.000 in den Allgemeinen Gesundheitswissenschaften (+2 Prozent), 16.000 in der Zahnmedizin (+1 Prozent), 8.000 in der Tiermedizin (keine Veränderung) und 16.000 in der Pharmazie (keine Veränderung).

Abbildung 2.6 - 1

Diagramm: Medizin und Pharmazie (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)

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1 Quelle: Statistisches Bundesamt, Berufsgruppe 814 ohne Zahnmedizin (8147), Mikrozensus, Erstergebnis 2025. Der Mikrozensus wurde 2020 methodisch neugestaltet. Die Ergebnisse ab dem Berichtsjahr 2020 sind deshalb nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
2Quelle: Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025.
3 Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/ambulante-versorgung/aerztliche-versorgung.html  
4 Datenquelle: Statistisches Bundesamt, Erwerbstätige in der Berufsgruppe 814 ohne Zahnmedizin (8147), Mikrozensus, Erstergebnis 2025.
5 Angaben für Berufsgruppe 814 Human- und Zahnmedizin
6 Quelle: Statistisches Bundesamt, Erstergebnis 2025.
7Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

 

Stand: Juli 2026