2.2 Informatik

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Die digitale Transformation geht einher mit einem überdurchschnittlichen Zuwachs an Arbeitsplätzen für Computerfachleute.1 Selbst in wirtschaftlich schwachen Jahren hat sich der Beschäftigungsaufbau in Berufen der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT-Berufe) fortgesetzt.

Die gemeldete Nachfrage ist aber in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Das ist die Folge der aktuellen konjunkturellen Schwäche, aber auch des branchenspezifischen Strukturwandels. Dabei scheint der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) die Anforderungen grundlegend zu verändern, was den Bedarf an kontinuierlicher Weiterbildung erhöht. Teilweise sind zwar weiterhin Engpässe bei der Besetzung gemeldeter Stellen sichtbar. Besetzungsprobleme sind aber spürbar zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote ist dagegen in IT-Berufen insgesamt auf 4,5 Prozent gestiegen, bei hochqualifizierten IKT-Expertinnen und -Experten auf 3,5 Prozent.

Die Studierendenzahlen in der Informatik bewegen sich auf Wachstumskurs und erzielten seit 2011 regelmäßig überdurchschnittliche Zuwachsraten. Daraus lässt sich für die nächsten Jahre eine wachsende Zahl an Berufseinsteigerinnen und -einsteigern ableiten. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung erwartet die Arbeitsmarktforschung in der Zukunft einen tendenziell steigenden Bedarf an IKT-Fachleuten.

Zahl erwerbstätiger IKT-Fachleute stark gewachsen

Rund 1,6 Mio. IKT-Fachleute waren 2025 laut Angaben des Mikrozensus in Deutschland tätig. Damit hat die Erwerbstätigenzahl in der Informations- und Kommunikationstechnik in den letzten Jahren einen beeindruckenden Wachstumskurs hinter sich. 2025 war sie um fast 700.000 höher als 2015.2 Zu den Erwerbstätigen zählen neben den Beschäftigten im Angestelltenverhältnis, die den Hauptteil ausmachen, Selbständige und Beamte sowie geringfügig Beschäftigte.  

Vor allem die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat zugenommen

Das Wachstum der Erwerbstätigkeit speist sich zum großen Teil aus einer Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit weist 2025 rund 1,15 Millionen IKT-Fachleute aus, die in diesem Jahr in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Im Vorjahresvergleich zeigt sich ein Plus von 28.000 Personen oder 2 Prozent, während die Beschäftigungsentwicklung insgesamt stagnierte.

Gut ein Drittel des Beschäftigungszuwachses geht auf IKT-Expertinnen und -Experten mit hochkomplexem Anforderungsprofil zurück. Ihre Zahl hat um 10.000 oder 2 Prozent zugenommen. Dabei hat der formale Abschluss in der Informatik an Bedeutung gewonnen. Der Anteil von IKT-Beschäftigten mit Fachhochschul- und Hochschulabschluss an allen IKT-lern hat von 43 Prozent im Jahr 2015 auf 52 Prozent im Jahr 2025 zugenommen (Abbildung 2.2 – 1).

Überdurchschnittliche Gehälter

Sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigte IT-Kräfte erzielten 2025 im Mittel ein monatliches Bruttogehalt von 6114 Euro (West 6.190 Euro, Ost 5.691 Euro). Sie konnten sich damit über ein Einkommen freuen, das deutlich über dem Mittel aller Berufe3 rangiert (Deutschland 4.448 Euro, West 4.559 Euro, Ost 3.943 Euro). Mit der Komplexität der Anforderungen steigt das Gehalt. Für Tätigkeiten, die einen mindestens vierjährigen Hochschulabschluss oder vergleichbare Kompetenzen erfordern, weist die Entgeltstatistik monatlich 6.501 Euro aus (West 6.564 Euro, Ost 6.143 Euro). Bei mehr als jedem fünften hochqualifizierten IKT-Beschäftigten lag das Monatsgehalt sogar über der Beitragsbemessungsgrenze von 8.050 Euro.

Arbeitslosenquote merklich gestiegen

Vor dem Hintergrund der schwachen Wirtschaftsentwicklung ist 2025 die Arbeitslosigkeit trotz des kräftigen Beschäftigungswachstums deutlich gestiegen. Rund 54.000 IKT-Fachleute waren im Jahresdurchschnitt 2025 arbeitslos gemeldet, 12.000 oder 27 Prozent mehr als im Vorjahr und gleichzeitig die höchste Zahl der letzten zehn Jahre.

Von den arbeitslosen IKT-Fachleuten verfügten 23.000 über einen akademischen Abschluss. Dies entspricht einem Anteil von 42 Prozent. Im Vergleich zu ihrem Anteil an den IKT-Beschäftigten (52 Prozent) sind Hochqualifizierte damit unterdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen.

Die Arbeitslosenquote in IKT-Berufen ist 2025 insgesamt um 0,8 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent gestiegen. Bei IKT-Expertinnen und -Experten, die in der Regel über einen Hochschulabschluss oder vergleichbare Kompetenzen verfügen, belief sie sich auf vergleichsweise geringe 3,5 Prozent. Hier ist ein Anstieg von 0,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.

Zahl der gemeldeten offenen Stellen stark gesunken

Jahresdurchschnittlich hatte die Bundesagentur für Arbeit 2025 rund 13.000 Jobangebote für IKT-Kräfte im Bestand. Das war ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig entspricht dies dem geringsten Stellenbestand seit 2015.

Die Neuzugänge gemeldeter Stellen, die mehr über die Dynamik der Nachfrage aussagen, beliefen sich 2025 auf rund 39.000 Arbeitsstellen, 11 Prozent weniger als im Vorjahr.

Engpässe aktuell rückläufig

Fachkräfteengpässe in der Softwareentwicklung, die in der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit in den letzten Jahren regelmäßig ausgewiesen wurden, waren 2025 nicht mehr sichtbar. Besetzungsprobleme zeigten sich aber nach Daten der Bundesagentur für Arbeit weiterhin bei einigen Spezialistenberufen.4 Einige weitere IT-Berufe gelten laut BA-Engpassanalyse als Berufe unter Beobachtung.

Arbeitsmarktforscherinnen und Arbeitsmarktforscher sehen in einer Projektion bis zum Jahr 2040 im Kontext der zunehmenden Digitalisierung einen stark wachsenden Bedarf an qualifizierten IKT-Kräften und warnen vor möglichen Fachkräfteengpässen.5

Laut einer Umfrage des Branchenverbandes BITKOM unter IT-Unternehmen wird die Nachfrage nach IT-Kräften ohne KI-Kompetenzen stark zurückgehen, während der Bedarf an Fachkräften mit spezifischen IT-Kompetenzen hoch bleibt.6

Großes Interesse an Informatikstudiengängen

Seit der Jahrtausendwende sind die Absolventenzahlen der Informatikstudiengänge, anders als in den meisten anderen Studienbereichen, ununterbrochen gewachsen. Rund 39.000 Studierende schlossen 2024 ein Informatikstudium erfolgreich ab. Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Bachelorabschlüsse liegt bei 57 Prozent. Etwa die Hälfte der examinierten Informatik-Bachelors stehen dem Arbeitsmarkt nicht unmittelbar als Arbeitskräfte zur Verfügung, weil sie ein Masterstudium anschließen.7

In den nächsten Jahren dürfte die Berufseinsteigerzahl weiter zunehmen, denn seit 2008 ist die Zahl der Studierenden kontinuierlich gewachsen. Insgesamt verzeichnete der Studienbereich Informatik im Studienjahr 2024/25 rund 266.000 Studierende. Das waren 7.000 oder 3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig wurde damit ein neuer Höchststand im Studienbereich Informatik erreicht.

Zum Weiterlesen: Der Arbeitsmarkt für IKT-Berufe im Kontext der Transformation (PDF, 681KB)

Abbildung 2.2 - 1

Diagramm: Informatik (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)

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1In diesem Kapitel wird der Gesamtarbeitsmarkt für IKT-Kräfte, unabhängig vom Berufsabschluss, betrachtet. Auf die Situation von Akademikerinnen und Akademiker wird dabei als Teilgröße eingegangen.
2Quelle: Statistisches Bundesamt. Erstergebnis 2025. Der Mikrozensus wurde 2020 methodisch neugestaltet. Die Ergebnisse ab dem Berichtsjahr 2020 sind deshalb nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
3 ohne Helfer.
4Vgl. Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse 2025, Nürnberg Mai 2026.
5Quelle: BIBB Report 3/2022 sowie IAB-Forschungsbericht 3/2025.
6Quelle: Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte, Bitkom-Studie 2025.
7Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistik des Studienverlaufs. Angaben beziehen sich auf die Ingenieurwissenschaften insgesamt.

Stand: August 2026