1.2 Der Arbeitsmarkt für Akademikerinnen und Akademiker

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Die wirtschaftliche Schwäche und die mit der digitalen und ökologischen Transformation verbundenen Herausforderungen hinterließen 2025 deutliche Spuren am Arbeitsmarkt für Hochqualifizierte. Die gemeldete Nachfrage ging stark zurück. Die Arbeitslosenzahl erreichte einen neuen Höchstwert. Erstmal seit 2007 überstieg die Arbeitslosenquote die Marke von 3 Prozent, bei der von Vollbeschäftigung gesprochen wird. Mit 3,3 Prozent rangiert sie aber immer noch knapp über dem Vollbeschäftigungsniveau und ist geringer als bei anderen Qualifikationsgruppen.

Trotz anhaltend schlechter Wirtschaftslage bleibt der Arbeitsmarkt in Bewegung. So hat die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Akademikerinnen und Akademiker weiter zugenommen, während die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ansonsten zurückgegangen ist.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigt trotz Wirtschaftsschwäche

Der kontinuierliche Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre hat sich 2025 fortgesetzt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einem akademischen Abschluss nahm ähnlich wie in den Vorjahren um 160.000 auf 7,2 Millionen zu (+2 Prozent).1 Vor allem Medizin und Pharmazie, IT-Berufe sowie das Sozialwesen haben zum Beschäftigungsplus beigetragen. Hohe prozentuale Zuwächse weisen darüber hinaus Psychologie und juristische Berufe auf. Nur in den Naturwissenschaften stagnierte die Beschäftigtenzahl.

Arbeitslosigkeit von Hochqualifizierten auf Höchststand

2025 war erneut ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosenzahlen um 46.000 auf jahresdurchschnittlich 355.000 zu verzeichnen. Die Zunahme fiel mit 16 Prozent stärker aus als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt, die um 6 Prozent zugenommen hat. Der stärkere prozentuale Anstieg kommt auch dadurch mit zustande, dass das Ausgangsniveau der Akademiker-Arbeitslosigkeit erheblich kleiner war als bei den Arbeitslosen insgesamt.

Die Arbeitslosenquote für Hochqualifizierte stieg merklich, liegt aber mit 3,3 Prozent nur wenig über Vollbeschäftigungsniveau. Damit sind Akademikerinnen und Akademiker nach wie vor seltener arbeitslos und finden im Durchschnitt schneller eine Arbeit als andere Qualifikationsgruppen.

Arbeitskräftenachfrage lässt spürbar nach

188.000 Stellenangebote mit hochkomplexen Anforderungen wurden 2025 neu gemeldet. Das war ein Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Stellenzugänge für komplexe Spezialistentätigkeiten bewegten sich mit 191.000 dagegen auf dem Stand des Vorjahres. Außer in Medizin und Pharmazie sowie bei Lehrberufen war die gemeldete Nachfrage in allen Berufsfeldern rückläufig. Die absolut stärksten Rückgänge verzeichneten Informatik- und Ingenieurberufe.

Studierendenzahl weiter hoch

Im Wintersemester 2024/25 waren 2,9 Millionen Menschen in einen Studiengang eingeschrieben, etwa so viele wie im Vorjahr. Die Zahl der Berufseinsteigerinnen und -einsteiger könnte in den nächsten Jahren zwar leicht zurückgehen. Insgesamt dürfte sie aber auf einem hohen Niveau bleiben.

Trotz allem viele Chancen

Trotz der bestehenden Unsicherheiten dürfte der Arbeitsmarkt Hochqualifizierten im Allgemeinen weiterhin gute Chancen bieten. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten werden nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung viele Nachwuchskräfte gebraucht. So haben im ersten Halbjahr 2025 über eine Million Akademikerinnen und Akademiker eine neue Beschäftigung begonnen, darunter über 300.000 junge Nachwuchswissenschaftler im Alter von unter 30 Jahren.

Allerdings verläuft der Berufseinstieg schon bei guter Marktlage nicht immer problemlos. Wenn Unternehmen nun aufgrund der Wirtschaftslage weniger in neue Projekte investieren und weniger Stellen ausschreiben, trifft das besonders junge Absolventinnen und Absolventen, die ihre erste Anstellung nach dem Studium suchen. Arbeitgeber präferieren in der Regel Bewerberinnen und Bewerber mit Berufserfahrung. Verstärkt wird diese Entwicklung durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die mittlerweile viele Aufgaben übernehmen kann, die bislang für Einstiegspositionen vorgesehen waren.

Vor allem in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, in Medienberufen oder in den Naturwissenschaften sind generell nur sehr wenige einschlägige Stellen zu besetzen. Hier werden hohe Erwartungen an die regionale Mobilität und die berufliche Flexibilität und Anpassungsbereitschaft gestellt. Nach einer gewissen Suchphase gelingt der Einstieg ins Erwerbsleben aber in der Regel auch hier, wenngleich die Beschäftigung nicht immer studienadäquat erfolgt.

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1 In den Angaben zu sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Fach- und Hochschulabschluss sind geschätzte Angaben für Personen einbezogen, für die keine Angaben zum Berufsabschluss vorliegen.

Stand: Februar 2026