Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Methodische Hinweise zum Thema Förderungen

Hier finden Sie alle für das Thema Förderungen relevanten methodischen Hinweise.

Aktivierungsquoten

Definition

Eine Aktivierungsquote misst das Verhältnis der Anzahl der Teilnehmenden an Maßnahmen der Arbeitsförderung zur Gesamtzahl der zu aktivierenden Personen zu einem Zeitpunkt. Sie beschreibt, wie hoch der Anteil der Geförderten an allen förderbaren Personen ist. Durch die Quotenbildung werden absolut gemessene Größen besser vergleichbar und interpretierbar. Zum Beispiel können anhand der Normierung Regionen oder der Zeitverlauf verglichen werden.

Die Grundmenge der zu aktivierenden Personen wird in zwei Teilaktivierungsquoten differenziert:

  • den arbeitsmarktorientierten Personen, das heißt alle Personen, die entweder arbeitslos sind oder sich in einer Förderung befinden
  • den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, das heißt alle Personen, die Leistungen nach dem SGB II beziehen

Arbeitsmarktorientierte Aktivierungsquote

Arbeitsmarktorientierte Aktivierungsquote

Die arbeitsmarktorientierte Aktivierungsquote setzt die Teilnehmenden an Maßnahmen der Arbeitsförderung zu den Teilnehmenden an Maßnahmen der Arbeitsförderung plus den Arbeitslosen in Beziehung. Die AQ1 wird nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II differenziert. Die Rechtskreiszuordnung richtet sich bei den Arbeitslosen danach, ob ein Jobcenter oder die Agentur für Arbeit den Arbeitslosen betreut. Bei den Teilnehmenden richtet sich die Rechtskreiszuordnung danach, ob das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit die Förderung finanziert.

Arbeitsmarktorientierte Aktivierungsquote insgesamt

Arbeitsmarktorientierte Aktivierungsquote SGB III

Arbeitsmarktorientierte Aktivierungsquote SGB II

ELB-orientierte, arbeitsmarktnahe Aktivierungsquote

Die ELB-orientierte, arbeitsmarktnahe Aktivierungsquote setzt die Teilnehmenden an Maßnahmen der Arbeitsförderung im SGB II zu den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (ab Berichtsmonat Januar 2017 abzüglich der Aufstocker) in Beziehung. Die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten umfassen alle potenziellen Teilnehmenden. Die Fähigkeit zur Beendigung der Hilfebedürftigkeit durch Erwerbstätigkeit steht im SGB II im Vordergrund und ist auch bei denen zu fördern.

ELB-orientierte, arbeitsmarktnahe Aktivierungsquote

Diese Berechnung findet bei allen personenbezogenen Strukturmerkmalen (Alter/Alter bei Eintritt, Geschlecht usw.) Anwendung. Ausnahme sind die bei Eintritt langzeitarbeitslosen SGB II-Teilnehmenden. Hier gilt die folgende Berechnung:

ELB-orientierte, arbeitsmarktnahe Aktivierungsquote vor Eintritt langzeitarbeitslos

ELB-orientierte, ausbildungsmarktnahe Aktivierungsquote

Die AQ2b betrachtet die berufsausbildungsnahe Förderung. Diese ist besonders bei den Jüngeren von Interesse.

Die AQ2a und die AQ2b können additiv zusammengefasst werden, da der Nenner identisch ist und systematische Mehrfachzählungen in den Teilnehmendenbeständen ausgeschlossen werden können. Bei der AQ2a und der AQ2b können potentiell alle erwerbsfähigen Leistungsberechtigten aktiviert werden. Da die Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten höher ausfällt als die Summe aus den Teilnehmenden und den Arbeitslosen, ist die Aktivierungsquote AQ2 definitionsbedingt geringer als die SGB II-bezogene AQ1.

ELB-orientierte, ausbildungsmarktnahe Aktivierungsquote

Die Teilnehmer an folgenden Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik fließen in die Berechnung der Aktvierungsquote AQ1/AQ2a bzw. AQ2b ein.

Maßnahmen Aktivierungsquoten AQ1 im Rechtskreis SGB III

  • Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
  • Probebeschäftigung für Menschen mit Behinderungen
  • Beauftragung von Träger mit Eingliederungsmaßnahmen
  • Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung (inkl. bes. Maßn. zur Weiterbildung behinderter Menschen)
  • Arbeitsentgeltzuschuss zur beruflichen Weiterbildung Beschäftigter
  • ESF-Qualifizierung wahrend Kurzarbeit (nur SGB III)
  • Maßnahmen der Eignungsfeststellung/Trainingsmaßnahmen
  • Eingliederungszuschuss
  • Eingliederungszuschuss für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen
  • Entgeltsicherung für Ältere (nur SGB III)
  • Zuschüsse an Personal-Service-Agenturen
  • Einstellungszuschuss für Neugründungen
  • Einstellungszuschuss bei Vertretung
  • Qualifizierungszuschuss für jüngere Arbeitnehmer
  • Eingliederungsgutschein
  • Gründungszuschuss (nur SGB III)
  • Überbrückungsgeld für Selbständige (nur SGB III)
  • Existenzgründerzuschuss für Gründung einer Ich-AG (nur SGB III)
  • Einzelfallforderung Reha (nur SGB III)
  • Individuelle rehaspezifische Maßnahmen (nur SGB III)
  • Unterstützte Beschäftigung Reha (nur SGB III)
  • Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
  • Strukturanpassungsmaßnahmen traditionell
  • Beschäftigung schaffende Infrastrukturmaßnahmen
  • Freie Forderung nach § 10 SGB III (a.F.) (nur SGB III)
  • Europäischer Globalisierungsfonds (nur SGB III)

Maßnahmen Aktivierungsquoten AQ1/AQ2a im Rechtskreis SGB II

  • Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
  • Probebeschäftigung für Menschen mit Behinderungen
  • Beauftragung von Träger mit Eingliederungsmaßnahmen
  • Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung (inkl. bes. Maßn. zur Weiterbildung behinderter Menschen)
  • Arbeitsentgeltzuschuss zur beruflichen Weiterbildung Beschäftigter
  • Maßnahmen der Eignungsfeststellung/Trainingsmaßnahmen
  • Eingliederungszuschuss
  • Eingliederungszuschuss für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen
  • Einstiegsgeld bei abhängiger Erwerbstätigkeit (nur SGB II)
  • Einstiegsgeld bei selbständiger Erwerbstätigkeit (nur SGB II)
  • Bundesprogramm Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter (nur SGB II)
  • Beschäftigungszuschuss nach § 16e SGB II (a.F.) (nur SGB II)
  • Zuschüsse an Personal-Service-Agenturen
  • Einstellungszuschuss für Neugründungen
  • Einstellungszuschuss bei Vertretung
  • Qualifizierungszuschuss für jüngere Arbeitnehmer
  • Eingliederungsgutschein
  • Eingliederungshilfen für jüngere Arbeitnehmer
  • Leistungen zur Eingliederung von Selbständigen nach § 16c Abs. 2 SGB II (nur SGB II)
  • Arbeitsgelegenheiten (nur SGB II)
  • Forderung von Arbeitsverhältnissen (nur SGB II)
  • Bundesprogramm Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt (nur SGB II)
  • Beschäftigungsphase Bürgerarbeit (nur SGB II)
  • Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
  • Strukturanpassungsmaßnahmen traditionell
  • Beschäftigung schaffende Infrastrukturmaßnahmen
  • Freie Förderung nach § 16f SGB II (nur SGB II)
  • sonstige weitere Leistungen nach § 16 Abs. 2 Satz 1 SGB II (a.F.) (nur SGB II)
  • Förderung schwer zu erreichender junger Menschen
  • Eingliederung von Langzeitarbeitslosen nach § 16e SGB II (nur SGB II)
  • Teilhabe am Arbeitsmarkt nach § 16i SGB II (nur SGB II)

Maßnahmen Aktivierungsquoten AQ2b im Rechtskreis SGB II

  • Assistierte Ausbildung
  • ausbildungsbegleitende Hilfen
  • Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen
  • Ausbildungszuschuss für Menschen mit Behinderungen und schwerbehinderte Menschen
  • Zuschuss für schwerbehinderte Menschen im Anschluss an Aus- u. Weiterbildung
  • Einstiegsqualifizierung
  • sozialpädagogische Begleitung und Ausbildungsmanagement
  • Übergangshilfen/Aktivierungshilfen
  • Einstiegsqualifizierung Jugendlicher (EQJ)

Interpretationshinweise

Hinsichtlich der Größenordnung der Aktivierungsquoten ist es unrealistisch, zu erwarten, dass alle Arbeitslosen bzw. erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zu einem bestimmten Zeitpunkt gleichzeitig aktiv gefördert werden, also eine Aktivierungsquote von 100 Prozent vorliegt. Zum einen ist für Personen, bei denen Arbeitslosigkeit oder Hilfebedürftigkeit nur vorübergehend ist oder denen aus eigener Kraft eine Integration in Beschäftigung gelingen dürfte, eine Förderung nicht erforderlich. Außerdem schließt sich an die Beendigung einer Maßnahme häufig eine intensive Phase der Suche nach Arbeit an, ohne dass sich bei Fortbestehen von Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit unmittelbar eine weitere Fördermaßnahme anschließen muss.

Darüber hinaus gibt es wegen der bekannten Dynamik mit ständigen Neuzugängen in und Abgängen aus Arbeitslosigkeit bzw. Hilfebedürftigkeit immer Personen, die nicht gefördert werden. Bei der Bewertung der Ergebnisse ist auch zu berücksichtigen, dass der Umfang der eingesetzten finanziellen Mittel nicht in die Aktivierungsquote einfließt und eine hohe Aktivierungsquote nicht zwangsläufig auf einen hohen Mitteleinsatz schließen lässt. Auch ist zu beachten, dass in die Aktivierungsquoten nur die Aktivierung durch den Einsatz von Instrumenten der Arbeitsförderung bzw. von Leistungen zur Eingliederung einfließt. Aktivierungen durch intensivere Beratung, Betreuung und Vermittlung dienen der Eingliederung in Arbeit, können aber statistisch nicht gemessen werden.

Die Aktivierungsquote weist den „momentanen“ Anteil der aktivierten Personen aus. Der Anteil der potentiell zu aktivierenden Personen, die innerhalb einer bestimmten vergangenen Periode bereits aktiviert wurden, ist naturgemäß höher. Insoweit ist eine „inverse“ Interpretation der Aktivierungsquoten problematisch; aus einer Aktivierungsquote in Höhe von 40 Prozent kann nicht geschlossen werden, dass 60 Prozent der potentiell zu aktivierenden Personen (überhaupt) nicht gefördert werden.

Aktivierungsquoten werden mit einer Wartezeit von drei Monaten als endgültige Ergebnisse ausgewiesen. Aktuellere Werte basieren auf hochgerechneten Werten der Förderstatistik.

Die Anpassung der Formeln der ELB-orientierten Aktivierungsquoten AQ2a und AQ2b ab 2017 erfolgte aufgrund der gesetzlichen Änderung des SGB II zum 1. Januar 2017, nach der die Aufstocker nun nicht mehr im SGB II, sondern im SGB III betreut werden. Aufstocker sind Personen, die neben dem Arbeitslosengeld (Alg) oder Teilarbeitslosengeld auch Arbeitslosengeld II (Alg II) beziehen. Für Berichtsmonate bis einschließlich Dezember 2016 erfolgt keine Anpassung der Formeln.

Durch die Ausklammerung der Aufstocker in der Bezugsgröße der o. g. Quoten und Raten ab Januar 2017 werden als Grundgesamtheit auch weiterhin nur die Personen berücksichtigt, die für eine Aktivierung im SGB II in Frage kommen.

Bei den arbeitsmarktorientierten Aktivierungsquoten AQ1 waren keine Anpassungen erforderlich, da in den Formeln schon per Definition die geänderte Zusammensetzung der Rechtskreise nachvollzogen wird.

Weiterführende Informationen sind dem Methodenbericht „Aktivierung in den Rechtskreisen SGB III und SGB II“ (PDF, 2MB) zu entnehmen.

Anträge auf Gleichstellung nach § 151 Abs. 2 SGB IX

Gegenstand der Statistik

Die Statistik informiert über Anträge auf Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen. Es liegen folgende Informationen zum Bearbeitungsfortschritt vor:

  • Eingang des Antrags,
  • Zusicherung,
  • Bewilligung,
  • Ablehnung,
  • Widerspruch und
  • Abhilfebescheid.

Anträge können in einem Berichtsmonat mehrfach gezählt werden, z. B. wenn Antragstellung und Entscheidung in einem Monat erfolgen. Die Summe der Bearbeitungszustände liefert daher keine sinnvoll interpretierbaren Ergebnisse.

Wartezeit und Merkmale

Die Daten liegen monatsaktuell ohne Wartezeit vor. Die regionale Zuordnung richtet sich nach dem Wohnort des Antragstellers/der Antragstellerin bis auf Ebene der Agenturen für Arbeit. Die Unterscheidung zwischen weiblichen und männlichen Personen ist möglich, ebenso wie die Feststellung des für die Person ggf. zuständigen Kostenträgers (Agentur für Arbeit oder Jobcenter).

Gleichstellung

Personen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 30 und 40 können bei der für ihren Wohnsitz zuständigen Agentur für Arbeit einen Antrag auf Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen (GdB mindestens 50) stellen. Dies ist parallel zum Antrag auf Feststellung des GdB möglich. Für diesen ist die Behörde zuständig, die vor Ort mit der Durchführung des Bundesversorgungsgesetzes beauftragt ist.

Voraussetzung für die Gleichstellung ist, dass ein konkreter geeigneter Arbeitsplatz erlangt oder behalten werden soll (§ 2 Abs. 3 SGB IX). Es ist ausreichend, wenn die Behinderung „Mitursache“ für die Arbeitsmarktprobleme des Antragstellers/der Antragstellerin ist.

Mit schwerbehinderten Menschen gleichgestellte Personen stehen unter einem erweiterten Kündigungsschutz und können Hilfen zur Arbeitsplatzausstattung erhalten. Für Arbeitgeber gibt es besondere Förderungen bei Beschäftigung gleichgestellter behinderter Menschen. Beschäftigte gleichgestellte Menschen mit Behinderung werden zudem bei der Berechnung der Ausgleichsabgabe zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen berücksichtigt (Anzeigeverfahren nach SGB IX).

Methodische Hinweise zur Statistik der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben (Reha-Statistik)

Diese Statistik berichtet über Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, für die die Bundesagentur für Arbeit (BA) als Rehabilitationsträger zuständig ist.

1. Rehabilitandinnen und Rehabilitanden

Menschen mit Behinderungen

Rehabilitandinnen und Rehabilitanden sind Menschen mit Behinderungen im Sinne des § 19 Sozialgesetzbuch (SGB) III, deren Aussichten, am Arbeitsleben teilzuhaben oder weiter teilzuhaben, wegen Art oder Schwere ihrer Behinderung im Sinne von § 2 Abs. 1 SGB IX nicht nur vorübergehend wesentlich gemindert sind und die deshalb Hilfen zur Teilhabe am Arbeitsleben benötigen. Dies umfasst auch Menschen mit einer Lernbehinderung. Menschen, denen eine Behinderung mit den oben genannten Folgen droht, stehen Menschen mit Behinderungen gleich.

Menschen mit Behinderungen sind nach § 2 Abs. 1 SGB IX Personen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie wegen einstellungs- und umweltbedingter Barrieren mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können. Eine Beeinträchtigung in diesem Sinne liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine entsprechende Beeinträchtigung zu erwarten ist.

Rehabilitationsträger

Die BA ist nach § 6 SGB IX ein Träger der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Rehabilitationsträger).

Neben der BA gibt es weitere Träger der beruflichen Rehabilitation, z. B.

  • die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften),
  • die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung oder
  • die Träger der Eingliederungshilfe.

Die Zuständigkeit richtet sich nach den jeweiligen Sozialgesetzen, die u. a. nach der Ursache der Behinderung und den zurückgelegten Versicherungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung unterscheiden. Die BA ist zuständiger Träger für die berufliche Rehabilitation, sofern kein anderer Rehabilitationsträger zuständig ist. In die Statistik zur Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderungen fließen nur Informationen zu Rehabilitanden ein, deren Rehabilitationsträger die BA ist.

Die BA ist auch Rehabilitationsträger für die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit Behinderungen, die Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II durch ein Jobcenter erhalten. Rehabilitanden können also je nach Leistungsverantwortung dem Rechtskreis des SGB II oder des SGB III zugeordnet sein.

Teilhabe am Arbeitsleben

Für die Entscheidung, ob Menschen mit Behinderungen eine berufliche Rehabilitation erhalten, ist maßgebend, ob die Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben wesentlich beeinträchtigt oder absehbar zu beeinträchtigen droht. Nicht entscheidend ist hingegen der anerkannte Grad der Behinderung (GdB).

Berufliche Erst- und Wiedereingliederung

Eine berufliche Rehabilitation soll die Schwierigkeiten beseitigen oder mildern, die auf Grund einer Behinderung die Berufsausbildung oder Berufsausübung erschweren oder unmöglich erscheinen lassen.

Die berufliche Ersteingliederung hat die möglichst vollständige und dauerhafte Eingliederung junger Menschen mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohter junger Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zum Ziel.

Die berufliche Wiedereingliederung soll Erwachsenen mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohten Erwachsenen, die wegen der Auswirkung der Behinderung nicht mehr in der Lage sind, ihren erlernten Beruf bzw. ihre bisherige Tätigkeit auszuüben, die Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen.  

2. Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderungen

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA)

Für Menschen mit Behinderungen im Sinne des § 19 SGB III können Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) nach den §§ 49 f. SGB IX erbracht werden. Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben werden im SGB III konkretisiert. Die Leistungen sollen die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit erhalten, verbessern, herstellen oder wiederherstellen, um ihre Teilhabe am Arbeitsleben möglichst auf Dauer zu sichern.

Dies können allgemeine Leistungen oder besondere Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sein. Sie richten sich grundsätzlich nach den Vorschriften des zweiten bis fünften und des siebten Abschnitts des dritten Kapitels des SGB III. Die allgemeinen Leistungen (§§ 115 ff. SGB III) stehen auch Leistungsberechtigten ohne Behinderungen offen.

Besondere Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Besondere Leistungen (§§ 117 ff. SGB III) werden nur erbracht, wenn Art oder Schwere der Behinderung dies erfordern und das Ziel nicht bereits durch allgemeine Leistungen erreicht werden kann. Sie umfassen beispielsweise Maßnahmen, die in besonderen Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen durchgeführt werden oder die auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet sind:

  • Berufsvorbereitung und Berufsausbildung:
    Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (Bvb-r)
    Besondere Maßnahmen zur Ausbildungsförderung (Reha-bMA)
  • Besondere Maßnahmen zur Weiterbildung (Reha-bMW)
  • Analyse der beruflichen Eignung:
    Eignungsabklärung/Berufsfindung (Reha-EA) (u. a. Diagnosemaßnahmen zur Feststellung der Arbeitsmarktfähigkeit (DIA-AM))
  • Sonstige Hilfen zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben:
    Einzelfallförderung (Reha-EF)
    • KFZ-Hilfen: Führerscheinförderung, KFZ-Zuschuss, Beförderungsdienst
    • Verdienstausfall
    • Arbeitsassistenz
    • Hilfsmittel
    • Technische Arbeitshilfen
    • Wohnkosten
    • Sonstige Hilfen
    • Teilhabebegleitung (THB)
  • Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich,
    z. B. in einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)
  • Beauftragung von Integrationsfachdiensten (IFD)
  • Teilhabe von Leistungsberechtigten mit besonderem Unterstützungsbedarf:
    Unterstützte Beschäftigung (Reha-UB)

Dreimonatige Wartezeit

Die Daten zu Rehabilitanden und zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben werden erst nach einer Wartezeit von drei Monaten endgültig festgeschrieben. Innerhalb der drei Monate sind Korrekturen und Nacherfassungen möglich. Dadurch erhöhen sich Vollzähligkeit und Qualität der statistischen Daten.

Förderstatistik

Erhebungsgegenstand und begriffliche Abgrenzung

Die Grundgesamtheit der Förderstatistik bilden Förderungen bzw. Teilnahmen von Personen an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktförderung (§ 3 Abs. 2 SGB III) und Leistungen zur Eingliederung (§§ 16 bis 16i SGB II) des Bundes. Es erfolgt eine Zählung von Förderfällen bzw. Teilnahmen, nicht von Personen. Folglich wird eine Person, die mehrere Förderleistungen erhält, mehrfach gezählt.

Regionale Zuordnung

Die regionale Zuordnung einer Förderung erfolgt standardmäßig nach dem Wohnort der teilnehmenden Person. Es kann aber auch dargestellt werden, welche Arbeitsagentur oder welches Jobcenter die Kosten einer Förderung trägt.

Art der Datengewinnung

Die Daten der Förderstatistik werden als Sekundärstatistik aus Prozessdaten von Agenturen für Arbeit und Jobcentern zu Förderungen von Personen in Form einer Vollerhebung gewonnen.

Grundlage für die Erstellung der Förderstatistik für alle Arbeitsagenturen und Jobcenter als gemeinsamer Einrichtung (gE) ist das operative IT-Verfahren computergestützte Sachbearbeitung (COSACH), in dem alle förderungsrelevanten Informationen über Teilnahmen, Maßnahmen und Träger im Rahmen der Geschäftsprozesse laufend aktualisiert werden.

Jobcenter, die die Aufgaben als Träger der Grundsicherung in Form eines zugelassenen kommunalen Trägers durchführen, übermitteln die Daten zur Förderung nach dem Datenstandard XSozial-BA-SGB II gemäß § 51b SGB II. Die Förderinformationen werden seit Anfang 2006 von der Statistik der BA aufbereitet. Daten aus den Quellen XSozial und BA-Fachverfahren werden mittels des XSozial-Maßnahmeartschlüssels bzw. der COSACH-Kennzeichnung einer übergreifenden Systematik von Förderarten zugeordnet. Auf dieser Basis werden Kennzahlen nach einheitlichen Vorgaben berechnet. Damit wird die Vergleichbarkeit der Förderstatistiken aus den unterschiedlichen Datenquellen gewährleistet.

In die Förderstatistik fließen auch Personendaten, Informationen zum Leistungsbezug sowie zum Arbeitslosigkeits- und Beschäftigungsstatus der Teilnehmenden ein. Diese Daten stammen aus anderen Verfahren der Statistik der BA und werden an die Förderdaten angefügt.

Wartezeit und Hochrechnung

Wartezeit

Als Vollerhebung auf der Basis von Verfahrensdaten ist die Vollständigkeit der Daten der Förderstatistik in der Regel gewährleistet.

Die Erfassung in den operativen IT-Fachverfahren erfolgt jedoch nicht immer zeitnah, sondern mit teilweise erheblichen Verzögerungen, so dass von einer unvollzähligen Erhebungsgesamtheit am aktuellen Rand auszugehen ist.

Deshalb ist die Förderstatistik der BA so konzipiert, dass endgültige Ergebnisse für einen Berichtszeitraum bzw. Stichtag erst nach einer Wartezeit von drei Monaten festgeschrieben werden. Nacherfassungen innerhalb dieser Wartezeit fließen in das Ergebnis für den jeweiligen Berichtsmonat ein. Die Ergebnisse für den aktuellen Berichtsmonat und die beiden Vormonate sind vorläufig und aufgrund der noch ausstehenden Nacherfassungen im Vergleich mit dem endgültigen Ergebnis in der Regel untererfasst.

Aufgrund dieser Nacherfassungen von Förderdaten am aktuellen Rand und der daraus resultierenden unvollzähligen Erhebungsgesamtheit ist die zeitliche Vergleichbarkeit der vorläufigen statistischen Ergebnisse für die jeweils drei aktuellsten Berichtsmonate mit Ergebnissen früherer Berichtsmonate (Vormonats-/Vorjahresvergleich) grundsätzlich nicht gegeben.

Hochrechnung

Um trotzdem am aktuellen Rand Eckwerte der Förderstatistik darstellen und Vergleichbarkeit mit endgültigen Vormonatsergebnissen erreichen zu können, wurde ein Algorithmus entwickelt. Dieser errechnet aus den vorläufigen Ergebnissen am aktuellen Rand hochgerechnete Werte, die mit den festgeschriebenen Vormonatsergebnissen vergleichbar sind. Das Hochrechnungsverfahren basiert auf Erfahrungswerten über den Umfang der Nacherfassungen je Region und Maßnahmeartgruppe. Es kann nur für solche Maßnahmeartgruppen Anwendung finden, für die ausreichend Erfahrungswerte vorliegen.

In Veröffentlichungen sind hochgerechnete Ergebnisse mit dem Hinweis „vorläufige hochgerechnete Ergebnisse“ gekennzeichnet.

Plausibilität XSozial

Es ist möglich, dass Träger, die über den Datenstandard XSozial-BA-SGB II melden, unplausible Daten liefern. Unplausible Daten werden in der Berichterstattung ausgewiesen, aber gekennzeichnet. Die folgende Tabelle enthält Informationen, für welche Träger in welchem Berichtsmonat die gemeldeten Daten als unplausibel eingestuft wurden:

Plausibilität XSozial-BA-SGB II (PDF, 620KB)

Weitere Informationen

Weitere Informationen können den folgenden Publikationen entnommen werden:

Qualitätsbericht Förderstatistik (PDF, 833KB)

Methodenberichte zum Thema Förderung

Handbuch XSozial-BA-SGB II Förderstatistik

Statistik der Teilnehmer an Maßnahmen der Arbeitsförderung

Grundsätzliche Hinweise zur Förderstatistik

Die Grundgesamtheit der Förderstatistik bilden Förderungen bzw. Teilnahmen von Personen an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktförderung (§ 3 Abs. 2 SGB III) und Leistungen zur Eingliederung (§§ 16 bis 16g SGB II) des Bundes. Es erfolgt eine Zählung von Förderfällen bzw. Teilnahmen, nicht von Personen. Folglich wird eine Person, die mehrere Förderleistungen erhält, mehrfach gezählt. Die regionale Zuordnung der Teilnahme erfolgt nach dem Wohnortprinzip des Teilnehmenden.

Die notwendigen Daten der Förderstatistik werden als Sekundärstatistik aus Prozessdaten von Agenturen für Arbeit und Jobcenter zu Förderungen von Personen in Form einer Vollerhebung gewonnen. Basis sind die Daten zu Förderungen der bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern registrierten Personen.

Die Berichterstattung in der Förderstatistik erfolgt mit einer Verzögerung von drei Monaten, da am aktuellen Rand aufgrund von Untererfassung die Daten unvollständig sind.

Weiterführende Informationen können dem Qualitätsbericht „Statistik zu Maßnahmen und Teilnehmenden an Maßnahmen der Arbeitsförderung“ (PDF, 833KB) entnommen werden.

Spezifische methodische Hinweise zur Statistik von Förderungen der beruflichen Weiterbildung nach §§ 81 ff. SGB III

Die Förderung der beruflichen Weiterbildung nach §§ 81 ff. SGB III (FbW) ist ein wichtiges arbeitsmarktpolitisches Instrument, um die Beschäftigungschancen durch eine berufliche Qualifizierung zu verbessern.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können gefördert werden, wenn die Weiterbildung notwendig ist, um sie bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern, um eine drohende Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder weil sie keinen Berufsabschluss besitzen. Die Förderung umfasst die Gewährung von Arbeitslosengeld nach § 144 SGB III bzw. Arbeitslosengeld II während der Teilnahme und die Übernahme der Weiterbildungskosten nach §§ 84 ff. SGB III (z. B. Lehrgangskosten, Fahrkosten, Kosten für die Kinderbetreuung). Auch können unter bestimmten Voraussetzungen beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei beruflicher Weiterbildung durch volle oder teilweise Übernahme der Weiterbildungskosten gefördert werden (§§ 82 und 131a SGB III). Weitere Informationen zu den Leistungen und den Fördervoraussetzungen sind zu finden im Merkblatt 6 der Bundesagentur für Arbeit „Förderung der beruflichen Weiterbildung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“.

Spezifische Hinweise zu Auswertungen von Teilnehmenden nach dem Aus- und Weiterbindungsziel und der Maßnahmeart der beruflichen Weiterbildung

Das Aus- und Weiterbildungsziel einer Maßnahme der beruflichen Weiterbildung wird in der Klassifikation der Berufe 2010 erfasst. Die Erfassung erfolgt in den operativen Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit (BA) bzw. der zugelassenen kommunalen Träger. Im operativen Fachverfahren der BA wird die Information zum Aus- und Weiterbildungsziel aus den im Fachverfahren erfassten Informationen zur Maßnahme der beruflichen Weiterbildung gewonnen. Das bedeutet, alle Teilnahmen in ein- und derselben Maßnahme werden statistisch mit dem identischen Aus- und Weiterbildungsziel nachgewiesen. Die zugelassenen kommunalen Träger können die Information zum Aus- und Weiterbildungsziel hingegen teilnahmebezogen melden.

Die Maßnahmeart der Förderstatistik (FST) gliedert sich für berufliche Weiterbildung in die Ausprägungen „berufliche Weiterbildung mit Abschluss“ sowie „sonstige berufliche Weiterbildung“.

Für die Daten aus den Systemen der Bundesagentur für Arbeit wird die in der Maßnahme erfasste Kategorie der beruflichen Weiterbildung verwendet und der Systematik „FST-Maßnahmeart“ zugeordnet.
Die Zusammenfassung „berufliche Weiterbildung mit Abschluss“ umfasst die beiden Maßnahmekategorien Gruppen- und betriebliche Einzelmaßnahmen mit Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf (Umschulungen; Kategorien 40 und 41). Nur bei Maßnahmen mit Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf zielt die Förderung der beruflichen Weiterbildung auf eine Vollqualifizierung für einen in der angegebenen Systematik genannten Beruf des Merkmals „Aus- und Weiterbildungsziel“.

Unter „sonstige berufliche Weiterbildung“ werden Maßnahmen beruflicher Weiterbildung zusammengefasst, welche auf die Vermittlung von Fertigkeiten abzielen, die in einem grundsätzlich schon erlernten Beruf oder bereits ausgeübtem Berufsfeld Verwendung finden und inhaltlich einem in der Klassifikation der Berufe 2010 genannten Beruf zugeordnet werden. Darüber hinaus werden die Maßnahmen zum Nachholen der Abschlussprüfung sowie Weiterbildungen, die zu einer zertifizierten Teilqualifikation führen (Maßnahmekategorien 20 und 21), hinzugezählt.

Die zugelassenen kommunalen Träger liefern Maßnahmeschlüssel, die den Maßnahmearten eindeutig zugeordnet werden können. Die Zusammenfassung „berufliche Weiterbildung mit Abschluss“ umfasst die Schlüssel 151-153 und 156-158. Unter „sonstige berufliche Weiterbildung“ werden die restlichen Schlüssel subsummiert (154, 155, 159, 160, 1501-1506).

In der gelegentlich verwendeten Bezeichnung „abschlussorientierte Weiterbildungen“ werden die Kategorien beruflicher Weiterbildung zusammengefasst, die zu einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf hinführen. Neben den Maßnahmen mit Abschluss der Kategorie 40 und 41 gehören auch die Maßnahmekategorien 20 und 21 dazu.

Hochrechnung

Die Daten der Förderstatistik werden mit einer Wartezeit von drei Monaten aufbereitet. Diese Wartezeit ist vor allem deshalb notwendig, weil so nachträglich erfasste Eintritte, aber auch die nachträgliche Erfassung von Abbrüchen noch berücksichtigt werden können. Damit für die Beurteilung der aktuellen Entwicklung zeitnahe Informationen zur Verfügung stehen, werden die Eckwerte für den Rechtskreis der Kostenträgerschaft der Förderung sowie Arbeitsagenturen, Kreise und SGB-II-Gebietsstrukturen auf den erwarteten 3-Monatswert hochgerechnet, sofern die Datengrundlage für die betreffende Förderart ein plausibles Hochrechnungsergebnis erwarten lässt. Mit zunehmender Wartezeit steigt die Qualität der hochgerechneten Werte.

Übersicht über hochgerechnete/nicht hochgerechnete Förderarten (PDF, 33KB)

Kohortenanalyse in der Förderstatistik

Erhebungsgegenstand und begriffliche Abgrenzung

Im Unterschied zu anderen Auswertungen im Rahmen der Förderstatistik sind bei Kohortenanalysen die Angaben zu Förderungen für unterschiedliche Berichtsmonate immer auf denselben Personenkreis, die jeweils betrachtete Kohorte, bezogen. Eine Kohorte ist eine Gruppe, die das gleiche Ereignis zur gleichen Zeit erlebt hat.[1] Für eine so beschriebene Menge an Personen können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden; so lässt sich z. B. ermitteln, ob eine Gruppe von Personen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Maßnahme besucht hat, zu diesem Zeitpunkt noch in weiteren Maßnahmen vertreten war (sog. Doppelförderung). Es lässt sich aber auch ermitteln, ob diese Gruppe nach Austritt oder vor Eintritt in eine bestimmte Maßnahme weitere Förderungen erhalten hat (Vor- oder Folgeförderung).

Darüber hinaus ist es interessant zu wissen, wie viele der Personen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Maßnahme beendet haben, zu einem späteren Zeitpunkt sozialversicherungspflichtig beschäftigt, nicht im Leistungsbezug oder nicht arbeitslos sind. Die sog. Eingliederungs-, Nichtleistungsempfänger- und Verbleibsquoten gehören zum Standard der Berichterstattung der BA-Statistik. In den methodischen Hinweisen macht die BA-Statistik darauf aufmerksam, dass die Daten Ergebnisse darstellen, die u. a. Aufschluss über die Beschäftigungschancen und Arbeitslosigkeitsrisiken nach Abschluss einer Maßnahme geben, die aber nicht unmittelbar im Sinne einer Ursache-Wirkungs-Analyse zu interpretieren sind.

Ähnliches gilt für die eingangs erwähnte Doppelförderung und die Vor- und Folgeförderung. Kohortenanalysen stellen i. d. R. keine Kausalanalyse der Ursache dar. Es lässt sich in der Regel nicht isolieren, ob beispielsweise ein Effekt auf die längere Maßnahmeteilnahme oder auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingen zurückzuführen ist.

[1] Helmut Scherer u. Teresa Naab: Messen im Zeitverlauf. In: Wiebke Möhring u. Daniela Schlütz (Hrsg.): Handbuch standardisierte Erhebungsverfahren in der Kommunikationswissenschaft, Springer, Wiesbaden 2013, S. 103 ff.

Personenbezogene vs. teilnahmebezogene Auswertungen

In der Förderstatistik werden Förderungen (Teilnahmen) und nicht Personen gezählt. Der Unterschied zwischen Teilnahmen und geförderten Personen liegt darin, dass einzelne Personen zu einem bestimmten Stichtag mehrere Förderungen gleichzeitig erhalten können. Die Zahl der Teilnahmen übersteigt damit die Zahl der geförderten Personen.

Im Rahmen einer Kohortenanalyse kann die tatsächliche Zahl der Personen ermittelt werden, die zu einem Stichtag gefördert wurden.

Doppelförderungen

Für eine Kohorte von Personen, die zu einem bestimmen Zeitpunkt mit einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme (oder mehreren Maßnahmen) gefördert werden, kann ermittelt werden, welche Anzahl und welche Art von Förderungen dieser Personenkreis zum selben oder zu einem anderen Zeitpunkt erhält.

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu beachten, dass es sich um Angaben zu Förderungen (Teilnahmen) und nicht zu geförderten Personen handelt, auch wenn auf einen bestimmten Personenkreis (die Kohorte) Bezug genommen wird. Es wird die Zahl der Förderungen dargestellt, welche die betrachtete Personengruppe erhält, und nicht die Zahl der Personen, die zu einem oder mehreren Zeitpunkten mit bestimmten arbeitsmarktpolitischen Instrumenten gefördert wurden.

Vor- und Folgeförderung, Nachhaltigkeit des Verbleibs

Die Verbleibsbetrachtung in der Förderstatistik basiert grundsätzlich auf Austritten aus Maßnahmen der Arbeitsförderung in einem genau definierten Zeitraum (i. d. R. einem gleitenden Zwölfmonatswert). Alle Teilnehmer dieser Ausgangsmenge werden hinsichtlich ihres Status bezüglich sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung oder Arbeitslosigkeit zum sog. Verbleibsintervallende – z. B. sechs oder zwölf Monate nach Austritt aus der Maßnahme – untersucht. Dabei wird allerdings jeder Stichtag unabhängig vom anderen betrachtet, es ist also unerheblich, welche Status ein Teilnehmer zu den übrigen Verbleibsintervallenden hat. Mithilfe der Kohortenanalyse kann dagegen die Zahl der Personen ermittelt werden, die sowohl sechs als auch neun als auch zwölf Monate nach Austritt aus der Maßnahme sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, um sich damit der Frage der Nachhaltigkeit zu nähern.

Hinweis mit Bezug auf die Eingliederungs-, Nichtleistungsempfänger- und Verbleibsquote: Auch die eingangs erwähnten Eingliederungs-, Nichtleistungsempfänger- und Verbleibsquoten basieren auf dem Prinzip der Kohortenanalyse. Allerdings wird hier zur Bildung der Kohorte nicht auf Personenmerkmale, sondern auf einen anderen Identifikator abgestellt. Dies führt im Vergleich zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Hinweis mit Bezug auf Vor- und Folgeförderung: In der Förderstatistik können seit längerem auch die statistischen Merkmale Vor- und Folgeförderung ausgewertet werden. Im Unterschied zur Kohortenanalyse findet hier aber bei mehreren Vor- und Folgeförderungen eine Priorisierung statt, es wird nur eine Vor- oder Folgeförderung als solche ausgewiesen. Zudem ist das statistische Merkmal Vorförderung auf einen Ein-Jahres-Zeitraum vor Eintritt in die Maßnahme fixiert.

Rundungsdifferenzen bei hochgerechneten Daten

Das Hochrechnungsverfahren ermittelt für den aktuellen Rand aus untererfassten ganzzahligen Daten hochgerechnete Werte mit Dezimalstellen. Diese werden in Auswertungen auf ganze Zahlen gerundet. Bei Aggregationen können rundungsbedingte Differenzen auftreten.

Beispiel:

Die Gesamtzahl aller Teilnehmenden einer Maßnahmeartgruppe (z. B. Förderung der beruflichen Weiterbildung) beträgt nach dem Hochrechnungsverfahren 100,7 Teilnahmen. Auswertungen weisen standardmäßig gerundete 101 Teilnahmen aus.

Für die Förderungen nach Rechtskreisen ermittelt das Hochrechnungsverfahren 50,4 Teilnahmen mit Kostenträgerschaft im SGB III und 50,3 im SGB II. Beide Werte werden jeweils auf 50 Personen gerundet. Die Gesamtzahl der Teilnahmen als Summe der Rechtskreise beträgt demnach 100 Teilnahmen.

Durch die spätere Berechnung einer Aggregationsebene ergibt sich eine Rundungsdifferenz von 1.

spezifischen Maßnahmen für Flüchtlinge

Im Rahmen der Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung hat die Bundesagentur für Arbeit Maßnahmen vorrangig für geflüchtete Menschen konzipiert. Diese können im Rahmen der Förderstatistik für Arbeitsagenturen und Jobcenter in gemeinsamer Einrichtung nachgewiesen werden. Für Jobcenter in zugelassener kommunaler Trägerschaft ist keine Übermittlung über den Datenstandard XSozial-BA-SGB II vorgesehen.

Die Maßnahmen haben eine hohe Kohärenz zu dem Merkmal Aufenthaltsstatus und den Personen im Kontext Fluchtmigration. Abweichungen treten durch eine erweiterte Definition des förderbaren Personenkreises bzw. in geringem Umfang durch Fehlerfassungen auf.

Die Inhalte der Maßnahmen werden im Nachfolgenden zur Einordnung kurz skizziert.

Perspektiven für Flüchtlinge (PerF)

Es handelt sich um eine zwölfwöchige Maßnahme, im Rahmen derer die berufsfachlichen Kompetenzen der Teilnehmenden festgestellt werden sollen. Die Kompetenzfeststellung findet dabei in Betrieben statt. Der Maßnahmeträger vermittelt darüber hinaus berufsbezogene Deutschkenntnisse, gibt Hilfestellung zur Orientierung auf dem deutschen Arbeitsmarkt und berät bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen.
Datenqualität: Es liegen vollständige Informationen nur für Arbeitsagenturen vor. Aufgrund unvollständiger Datenlage ist eine Berichterstattung über Jobcenter in gemeinsamer Einrichtung erst ab Berichtsmonat August 2017 möglich.

Perspektiven für junge Flüchtlinge (PerjuF)

Die Maßnahme verfolgt das Ziel, junge Flüchtlinge an den Ausbildungsmarkt heranzuführen. Wichtige Bestandteile der auf sechs bis acht Monate angelegten Maßnahme sind dabei z. B. die Feststellung von Kompetenzen und Neigungen, die Vermittlung von berufsbezogenen Sprachkenntnissen, Bewerbungstraining, Sucht- und Schuldenprävention und Grundlagen gesunder Lebensführung. Vorgesehen sind dabei auch betriebliche Einsätze, in denen Teilnehmer praktische Erfahrungen sammeln.

Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk (PerjuF-H)

Das gemeinsame Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) verfolgt das Ziel, junge Geflüchtete auf eine Berufsausbildung im Handwerk vorzubereiten. Hierzu werden den Teilnehmern im Laufe von vier bis sechs Monaten in einem Betrieb erste Erfahrungen in Berufsfeldern des Handwerks, z. B. Metall, Elektrotechnik oder Holz, vermittelt.

Perspektiven für weibliche Flüchtlinge (PerF-W)

„Perspektiven für weibliche Flüchtlinge“ ist ein Ableger des Programms „Perspektiven für Flüchtlinge“, welcher auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten ist. Spezielle Elemente dieser Maßnahme sind daher die sozialpädagogische Begleitung und die Unterstützung bei der Organisation der Kinderbetreuung während der Teilnahme.
Datenqualität: Aufgrund unvollständiger Datenlage ist eine Berichterstattung erst ab Berichtsmonat August 2017 möglich.

Kompetenzfeststellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb (KompAS)

Die Maßnahme „KompAS – Kompetenzfeststellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb“ beinhaltet je nach der konkreten Ausgestaltung vor Ort u. a. Aktivitäten zur Kompetenzfeststellung, Heranführung an das deutsche Ausbildungs- und Beschäftigungssystem und eine Heranführung der Teilnehmer an Normen und Kultur in der BRD. Weiterhin sollen Kontakte zu verschiedenen Organisationen wie z. B. Betriebe, Behörden, Beratungsstellen oder Kammern hergestellt werden. Der zeitliche Umfang beträgt 200-400 Zeitstunden. Die Teilnahme findet parallel zum Integrationskurs statt, welcher vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) organisiert wird.
Neben geflüchteten Menschen richtet sich die Förderung beispielsweise an deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund, die über keine oder nicht genügende Deutschkenntnisse verfügen.
Datenqualität: Aufgrund verspäteter Erfassung können Aussagen zum Umfang der Förderung erst ab Oktober 2016 getätigt werden.

Kooperationsmodell mit berufsanschlussfähiger Weiterbildung (Kommit)

Das Programm „Kommit“ umfasst eine Abfolge verschiedener Förderinstrumente: Integrationskurs, betriebliche Erprobung, Teilqualifikation und Stabilisierung des Beschäftigungsverhältnisses. Die genannten Instrumente werden operativ getrennt voneinander abgewickelt.
Die im vorliegenden Produkt als Kommit deklarierten Teilnahmen beziehen sich dabei lediglich auf die vier- bis zwölfwöchige Erprobungsphase, welche vom Maßnahmeträger begleitet wird. Diese verfolgt das Ziel, den Teilnehmer an eine Tätigkeit bei einem Arbeitgeber heranzuführen und so die Voraussetzung für eine Weiterbildung und die Übernahme in ein Beschäftigungsverhältnis zu schaffen.
Diese Maßnahme richtet sich neben geflüchteten Menschen auch an Geringqualifizierte und Menschen mit Migrationshintergrund.

Kombination berufsbezogene Sprachförderung (KomBer)

Die Maßnahme „KomBer – Kombination berufsbezogene Sprachförderung“ verbindet einen Berufssprachkurs nach der DeuFöV mit Fördermaßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung nach § 45 SGB III. Beide Maßnahmeteile sind zeitlich und räumlich aufeinander abgestimmt. Der Berufssprachkurs beinhaltet u. a. den Erwerb oder die Verbesserung von sprachlichen Kompetenzen zur Kommunikation am Arbeitsplatz oder zur Bewerbung bei einem Arbeitgeber. Die Förderung nach § 45 SGB III umfasst vor allem die Vermittlung von berufs- und arbeitsmarktbezogenen Kenntnissen sowie eine betriebliche Erprobung. Die Dauer der Gesamtmaßnahme beträgt 24 Wochen.
Datenqualität: Die Daten zu KomBer sind bundesweit um ca. 15 % untererfasst. Regional kann der Grad der Untererfassung höher oder geringer ausfallen.

Kombination berufsbezogener Sprachförderung für junge Flüchtlinge (KomjuF)

Ähnlich zu anderen für Geflüchtete konzipierten Programmen, sollen im Instrument „Kombination berufsbezogener Sprachförderung für junge Flüchtlinge“ Sprachkenntnisse erworben und Kenntnisse über den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vermittelt werden. Die Förderung richtet sich an geflüchtete Menschen, die jünger als 35 Jahre sind, und soll dabei helfen, eine Berufswahl zu treffen und auf eine Ausbildung vorzubereiten. Die Teilnahmedauer beträgt sechs bis acht Monate.

Flüchtlingsinterationsmaßnahmen (FIM)

Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM) sind niedrigschwellige Angebote in Arbeitsgelegenheiten, die sich an Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen richten, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) erhalten. Die Arbeiten fallen nicht unter das für Asylbewerber nach § 61 Abs. 2 AsylG geltende zeitweilige absolute Beschäftigungsverbot.
Der nach dem AsylbLG zuständigen Behörde obliegt es, anhand der Zielgruppe die potenziellen Teilnehmenden zu bestimmen und nach Auswahl zuzuweisen. Die Maßnahmeträger führen die Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen durch und übermitteln die zur Abrechnung benötigten Informationen an die zuständige Agentur für Arbeit (u. a. Bestand an Teilnehmenden und Anzahl der Neueintritte). Diese Daten werden in der Förderstatistik der BA ausgewiesen.
Personenbezogene Daten liegen in der BA nur für Personen vor, die sich bei der jeweiligen Agentur für Arbeit initiativ gemeldet haben.
Datenqualität: Die Daten zu FIM sind um ca. 20 % untererfasst.
Die Statistik der BA berichtet rückwirkend seit September 2016 über Teilnahmen an Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen.

Verbleibsermittlung

Kurzbeschreibung

Um sich der Frage zu nähern, ob die Zielsetzung einer Förderung erreicht werden konnte, z. B. ob eine Beschäftigung aufgenommen wurde oder sich eine weitere Förderung angeschlossen hat, steht ein Recherchemodell für den sogenannten Verbleib von Geförderten nach Beendigung einer Förderung zur Verfügung. Mit dessen Hilfe werden Statusinformationen zu Arbeitslosigkeit, sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, Förderung oder Leistungsbezug (Arbeitsmarktstatus) ermittelt.

Da der nächste Schritt auf dem Weg zur Integration nicht immer unmittelbar nach Ende der Förderung erfolgt bzw. erfolgen kann, wird ein sogenanntes Verbleibsintervall definiert. Es bezeichnet den Zeitraum zwischen dem Tag nach dem Ende der Förderung und einem späteren Beobachtungszeitpunkt. Das Verbleibsintervall beträgt in Standardauswertungen i. d. R. sechs Monate, möglich sind jedoch auch Intervalle von 1, 3, 9, 12 oder 18 Monaten. Zum Verbleibsintervall-Ende wird der bzw. die Arbeitsmarktstatus ermittelt.

Definition der Kennzahlen

Um Vergleiche der Ergebnisse der Verbleibsanalyse über verschiedene Regionen oder auch im zeitlichen Verlauf abbilden zu können, werden die absoluten Austrittszahlen nach den verschiedenen Arbeitsmarktstatus jeweils in Beziehung zu den Austritten insgesamt dargestellt. Die entsprechenden Indikatoren werden im Folgenden definiert.

Eingliederungsquote – Verbleib in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung (EQ)

Die Integration in Arbeit ist sowohl im SGB III als auch im SGB II das zentrale Ziel der Arbeitsagenturen und Jobcenter. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat an der Erwerbstätigkeit in Deutschland mit Abstand den größten Anteil. Insofern ist die EQ einer der zentralen Indikatoren in der Verbleibsanalyse.

Eingliederungsquote – Verbleib in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung (EQ)

Nichtleistungsempfängerquote – Verbleib im Nichtleistungsbezug (NLQ)

Die NLQ ist ein Indikator für das Ausmaß der Vermeidung und Beendigung des Leistungsbezugs. Zudem bietet diese Größe gegenüber der Eingliederungsquote den Vorteil, dass auch die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit, sofern das Einkommen bedarfsdeckend ist, positiv in die Größe einfließt.

Nichtleistungsempfängerquote – Verbleib im Nichtleistungsbezug (NLQ)

Leistungsempfängerquote – Verbleib im Leistungsbezug (LQ)

Die LQ ist der Komplementärindikator zur Nichtleistungsempfängerquote.

Leistungsempfängerquote – Verbleib im Leistungsbezug (LQ)

Folgeförderungsquote – Verbleib in Folgeförderung (FFQ)

Die FFQ bildet ab, wie viele Personen nach einer Förderung eine weitere – ergänzende oder aufbauende – Förderung erhalten.

Folgeförderungsquote – Verbleib in Folgeförderung (FFQ)

Eingliederungsquote Ausbildung – Verbleib in sozialversicherungspflichtiger Ausbildung (EQ Ausb)

Die EQ Ausb kann Hinweise geben, inwieweit es gelingt, durch ausbildungsvorbereitende oder -begleitende Maßnahmen eine Ausbildung aufzunehmen. Die Kennzahl ist eine Teilgröße der EQ. Schüler, die einen Berufsabschluss an einer Berufsfachschule anstreben, sind nicht enthalten, da sie nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

Eingliederungsquote Ausbildung – Verbleib in sozialversicherungspflichtiger Ausbildung  (EQ Ausb)

Verbleib in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und im Leistungsbezug (EQ LB)

Diese Kennzahl ist insbesondere im Rechtskreis SGB II von Bedeutung: Die vollständige Überwindung von Hilfebedürftigkeit ist auch bei Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nicht immer gegeben. Die Gründe dafür sind vielschichtig, so kann bspw. der Umfang der Beschäftigung oder das Lohnniveau zu gering oder die Bedarfsgemeinschaft zu groß sein.

Verbleib in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und im Leistungsbezug (EQ LB)

Verbleib im Leistungsbezug und in Folgeförderung (LB FF)

Nicht jedes Instrument hat originär das Ziel der Arbeitsaufnahme, einige weisen auch einen vorbereitenden Charakter auf. Die Kennzahl zu Personen, die nach Beendigung der Maßnahme im Leistungsbezug sind und bereits an einer weiterführenden Förderung teilnehmen, muss immer vor dem Hintergrund der Gesamtstrategie gesehen werden.

Verbleib im Leistungsbezug und in Folgeförderung (LB FF)

Verbleib Im Leistungsbezug und arbeitslos (LB Alo)

Diese Größe ist eine Teilgröße der Leistungsempfängerquote und gibt einen weiter differenzierten Blick auf Personen, die Hilfebedürftigkeit bisher nicht überwinden konnten oder weiterhin Arbeitslosengeld beziehen. Der Personenkreis kann üblicherweise als direkt verfügbares Potenzial für die Arbeitsmarktintegration gesehen werden.

Verbleib im Leistungsbezug und arbeitslos (LB Alo)

Nina-Quote – Verbleib nicht nachweisbar (NinaQ)

Diese Größe gibt Auskunft darüber, wie hoch der Anteil der Personen ist, über die die Förderstatistik zum betreffenden Zeitpunkt keine Aussage zum Verbleib treffen kann. Die Gründe hierfür können zum Beispiel die Aufnahme einer ungeförderten selbständigen Tätigkeit, eine Beschäftigungsaufnahme im Ausland oder das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben sein. Je nach betrachtetem Instrument muss die Interpretation der Nina-Quote unterschiedlich ausfallen. Auch variiert das Niveau dieser Größe je nach Zielsetzung der Instrumente.

Nina-Quote - Verbleib nicht nachweisbar (NinaQ)

Im Verbleibsintervall an mehr als 7 Tagen sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Svp7)

Anders als die bisher beschriebenen Indikatoren bildet diese Kennzahl ab, ob überhaupt eine Beschäftigungsaufnahme nach einer Förderung erfolgt ist, auch wenn diese zum Verbleibsintervall-Ende nicht mehr besteht. Im Vergleich zur Eingliederungsquote fällt sie höher aus. Die Größe an mehr als sieben Tagen sozialversicherungspflichtig beschäftigt bildet die Übergänge in Beschäftigung also umfassender ab.

Im Verbleibsintervall an mehr als 7 Tagen sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Svp7)

Hinweise zum Vergleich der Instrumente

Bei der Bewertung der verschiedenen Quoten im Rahmen der Verbleibsbetrachtung ist zu beachten, dass sich die Instrumente der aktiven Arbeitsförderung im Hinblick auf ihre Zielsetzung und die inhaltliche Ausgestaltung deutlich voneinander unterscheiden.

Zu besseren Einordnung sind die wichtigsten Instrumente im Blatt „Zielsetzung Instrumente (xls, 100KB)“ nach Kategorien aufgeführt. Darin ist gekennzeichnet, in welchem Rechtskreis eine Förderung erfolgen kann und welchen Instrumenten welche primären Ziele zugeordnet werden können.

Auch wenn ein großer Teil der Instrumente nach den gleichen Grundsätzen gefördert wird, erfolgt die Berichterstattung zum Verbleib grundsätzlich nach den beiden Rechtskreisen getrennt. Die Teilnehmenden haben ganz unterschiedliche Startbedingungen und entsprechend unterschiedlichen Förderbedarf. Außerdem können neben der Arbeitslosigkeit weitere vermittlungserschwerende Umstände bestehen bzw. differenzierte Problemlagen vorliegen.

Die Kennzahlen stellen keine monokausale Wirkungsforschung dar. Eine Beschäftigungsaufnahme und/oder die Beendigung der Hilfebedürftigkeit kann nicht ausschließlich auf die Förderung zurückgeführt werden. Vielmehr ist diese nur ein Baustein in den Bemühungen der Arbeitsuchenden und der Agenturen oder Jobcenter. Ebenso sind exogene, also nicht von den Agenturen und Jobcentern beeinflussbare Faktoren, beispielsweise die Gegebenheiten am regionalen Arbeitsmarkt, zu berücksichtigen.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen befinden sich im Methodenbericht „Erweiterte Verbleibsanalyse von Teilnehmenden an arbeitsmarkpolitischen Instrumenten“ (PDF, 831KB).

Einschränkungen

Verbleibskennzahlen können erst ab einer Mindestfallzahl der Grundgesamtheit als repräsentative Messung angesehen werden. Je kleiner die Fallzahl (also die Zahl der betrachteten Austritte) desto eher sind Verbleibsergebnisse als rein zufälliges Resultat anzusehen, das weder etwas über die Qualität einer Maßnahme oder eines Trägers noch über die Qualität der Arbeit der Agentur oder des Jobcenters aussagt. Deswegen werden Verbleibskennzahlen, bei denen weniger als 20 Austritte zu Grunde liegen, nicht ausgewiesen. Ab 20 Austritten werden die Verbleibskennzahlen ausgewiesen, auch wenn der zufällige Status eines Einzelnen das Ergebnis beeinflussen kann. Trotz dieser Einschränkung können aus den Information Trends abgleitet werden. Statistisch sichere Ergebnisse liegen erst bei mehr als 100 Austritten vor.

Plausibilität XSozial

Bei Trägern, die über den Datenstandard XSozial-BA-SGB II melden, ist es möglich, dass die Leistungsempfängerdaten als nicht plausibel eingestuft werden.
Liegen solche Datenausfälle im berichteten Zeitraum, werden die Quoten, die auf dem (nicht) Vorliegen eines Leistungsbezuges basieren (bspw. NLQ oder LQ), für die betroffenen JC nicht ausgewiesen („x“). Je nach Ausmaß des Ausfalls bzw. Zahl der betroffenen JC gilt dies auch für die nächsthöhere regionale Ebene.