Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Methodische Hinweise zum Thema Beschäftigung

Hier finden Sie alle für das Thema Beschäftigung relevanten methodischen Hinweise.

Methodische Hinweise zur Arbeitnehmerüberlassung

Nach der Terminologie des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) werden „Leiharbeitnehmer“ von „Verleihern“ an „Entleiher“ (Dritte) überlassen. Synonym zum Begriff „Arbeitnehmerüberlassung“ werden auch die Begriffe „Leiharbeit“ und „Zeitarbeit“ verwendet.

Zur Beschäftigung in der Arbeitnehmerüberlassung geben unterschiedliche Statistiken Auskunft.

Statistik auf Basis der Meldungen zur Sozialversicherung (ab Berichtsjahr 2013)

Seit der Einführung des Tätigkeitsschlüssels 2010 gibt es ein personenbezogenes Merkmal zur Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ). Die Berichterstattung erfolgt halbjährlich. Das erste Datenheft auf dieser Basis wurde im Januar 2016 im Internet veröffentlicht. Daten auf der Grundlage des Tätigkeitsschlüssels stehen rückwirkend ab Januar 2013 zur Verfügung.

Für Beschäftigte in der Arbeitnehmerüberlassung können alle Merkmale der Beschäftigungsstatistik ausgewiesen und kombiniert werden.

Weitere Informationen zur Methodik können Sie dem Methodenbericht „Statistik zur Arbeitnehmerüberlassung auf der Basis des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung“ (PDF, 3MB) entnehmen.

Statistik auf Basis der Meldungen nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (Berichtsjahre 1973 bis 2012)

Bis Dezember 2014 wurde die Zahl der Beschäftigten in Leiharbeit aus den gesonderten halbjährlichen Meldungen der Verleiher entnommen und berichtet.

Diese Daten liegen auf Bundesebene sowie gegliedert nach den Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit bzw. nach politischer Gebietsstruktur bis auf Kreisebene vor. Bei Auswertungen nach der BA-Gebietsstruktur werden die überlassenen Arbeitnehmer den Regionaldirektionsbezirken zugeordnet, in denen der Hauptsitz des Unternehmens liegt. Bei Auswertungen nach politischer Gebietsstruktur werden die überlassenen Beschäftigten dem Ort des Betriebssitzes zugeordnet.

Zeitliche Überlappung der beiden Statistiken (2013 bis 2014)

Bei Einführung der Statistik auf Basis der Meldung zur Sozialversicherung wurden die bisher veröffentlichten Ergebnisse der Berichtsjahre 2013 und 2014 rückwirkend revidiert. Für den Zeitraum 2013 bis 2014 liegen für Vergleiche Daten aus den Meldungen der Verleiher vor.

Bis Dezember 2012 stehen ausschließlich Daten aus den Meldungen der Verleiher nach § 8 AÜG und ab Januar 2015 nur Daten aus den Sozialversicherungsmeldungen zur Verfügung.

Die Statistik auf Basis der Meldungen zur Sozialversicherung ermöglicht detailliertere Aussagen zu den Leiharbeitnehmern und die Kombination mit weiteren Angaben aus der Beschäftigungsstatistik.

Zusätzliche Informationen zur Arbeitnehmerüberlassung

Auch über die wirtschaftsfachliche Zuordnung des Betriebes nach dem überwiegenden Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit als Zeitarbeitsunternehmen können Informationen zur Arbeitnehmerüberlassung gewonnen werden. Die Betrachtung richtet sich dabei auf den Wirtschaftszweig „Überlassung von Arbeitskräften“ (Wirtschaftsunterklasse 74502 nach WZ 2003 bzw. Wirtschaftsgruppen 782 und 783 nach WZ 2008).

Arbeitsgenehmigungen-EU/Zustimmungen

Mit der Statistik über Arbeitsgenehmigungen-EU und Zustimmungen für Drittstaatsangehörige (Zustimmungsstatistik) werden Informationen über die Anzahl/Fallzahlen der bearbeiteten Arbeitsgenehmigungen-EU und Zustimmungen für Drittstaatsangehörige nach den statistisch relevanten Erfassungsmerkmalen des BA-Fachverfahrens „ZuwG“ bereitgestellt.

Staatsangehörige der Europäischen Union (EU) und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sowie der Schweiz genießen uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit. Sie dürfen in einem anderen Mitgliedsstaat eine Beschäftigung aufnehmen, ohne dafür eine Arbeitsgenehmigung einzuholen. Sie sind inländischen Bürgerinnen und Bürgern rechtlich gleichgestellt.

Staaten der EU sind: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.

Zum EWR gehören die Staaten der EU sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. Schweizer Staatsangehörige sind Staatsangehörigen des EWR gleichgestellt.

Für neue EU-Mitgliedsstaaten, ausgenommen Malta und Zypern, galten noch eingeschränkte Regelungen zur Arbeitnehmerfreizügigkeit. Der freie Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt wurde erst nach einer im Beitrittsvertrag verankerten Übergangsfrist eröffnet. Während der Übergangsfrist durften die betreffenden Staatsangehörigen eine Beschäftigung grundsätzlich nur mit einer Arbeitsgenehmigung-EU ausüben und von Arbeitgebern nur beschäftigt werden, wenn sie eine solche Genehmigung besaßen (§ 284 Abs. 1 SGB III in Verbindung mit der Arbeitsgenehmigungsverordnung - ArgV). Eine Arbeitsgenehmigung-EU konnte als befristete Arbeitserlaubnis-EU oder als unbefristete und unbeschränkte Arbeitsberechtigung-EU erteilt werden. Für Staatsangehörige aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakischen Republik, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn galt die Übergangsfrist vom 01.05.2004 - 30.04.2011, für Bulgaren und Rumänen vom 01.01.2007 - 31.12.2013 und für Kroaten vom 01.07.2013 - 30.06.2015. Mit dem Ende der eingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit genießen die jeweiligen Staatsangehörigen die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit.

Drittstaatsangehörige sind Staatsangehörige der Staaten, die nicht der EU bzw. dem EWR oder der Schweiz angehören. Für die Einreise und den Aufenthalt bedürfen Drittstaatsangehörige grundsätzlich einer Erlaubnis, die in Form eines Aufenthaltstitels erteilt wird.

Der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt bestimmt sich nach den Regelungen des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) sowie der hierzu erlassenen Beschäftigungsverordnung (BeschV). Die Genehmigung zur Aufnahme einer Beschäftigung wird mit dem Aufenthaltstitel von der Ausländerbehörde oder der Auslandsvertretung erteilt, wenn die Bundesagentur für Arbeit (BA) der Beschäftigung zugestimmt hat. Diese Zustimmung wird von der Ausländerbehörde/der Auslandsvertretung in einem behördeninternen Verfahren bei der BA eingeholt.

Bei den im Rahmen des Zustimmungsverfahrens getroffenen Entscheidungen über einen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt handelt es sich um Fallzahlen. Daten über gestellte Anträge werden statistisch nicht ausgewertet. Daten über die Anzahl der Personen, die tatsächlich einen Aufenthaltstitel mit einem Arbeitsmarktzugang erhalten haben bzw. Informationen zum Aufenthaltsstatus, liegen der BA nicht vor.

Weiterführende Informationen zur Ausländerbeschäftigung finden Sie hier.

Nähere Informationen zur Zustimmungsstatistik finden Sie im Qualitätsbericht „Statistik der Arbeitsgenehmigungen-EU und Zustimmungen für Drittstaatsangehörige (PDF, 565KB)“ sowie im Methodenbericht „Statistik über die Arbeitsgenehmigungen-EU und Zustimmungen (PDF, 702KB)“.

ausgeübte Tätigkeit und Anforderungsniveau (KldB 2010)

Ausgeübte Tätigkeit

Die ausgeübte Tätigkeit wird in der Beschäftigungsstatistik seit dem Stichtag 31.12.2012 nach der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010) abgebildet. Maßgebend für die Verschlüsselung ist allein die Tätigkeit, die der Beschäftigte aktuell im Betrieb ausübt – auch wenn diese Tätigkeit nicht dem erlernten Beruf entspricht. Treffen mehrere Tätigkeitsbezeichnungen für einen Beschäftigten zu, wird die Bezeichnung verschlüsselt, die für die überwiegend ausgeübte Tätigkeit gilt. Auszubildende werden mit ihrem Zielberuf (gemäß Ausbildungsvertrag) verschlüsselt. Ein Vergleich der KldB 2010 mit den Angaben älterer Klassifikationen (KldB 1988) ist nur sehr eingeschränkt möglich.

Die Klassifikation der Berufe 2010 strukturiert und gruppiert die in Deutschland üblichen Berufsbezeichnungen anhand ihrer Ähnlichkeit über ein hierarchisch aufsteigendes, numerisches System in fünf Ebenen. Als strukturgebende Dimension weist die KldB 2010 auf den ersten vier Aggregationsebenen die „Berufsfachlichkeit“ aus.

Anforderungsniveau

Die fünfte Stelle der Klassifikation der Berufe 2010 kennzeichnet das „Anforderungsniveau“. Beispiel: Der Einzelberuf „Bäcker/in" wird der Berufsgattung 29222 zugewiesen und hat damit das Anforderungsniveau 2.

Das Anforderungsniveau steht für die Komplexität oder Schwierigkeit der ausgeübten beruflichen Tätigkeit. Das Anforderungsniveau ist nicht zu verwechseln mit dem beruflichen Bildungsabschluss eines Beschäftigten. Zur Einstufung werden zwar die für die Ausübung des Berufs erforderlichen formalen Qualifikationen herangezogen, informelle Bildung und/oder Berufserfahrung sind bei der Zuordnung aber ebenfalls von Bedeutung.

Das Anforderungsniveau wird in vier Ausprägungsstufen erfasst:

Anforderungsniveau 1: Helfer
Die Helfer- und Anlerntätigkeiten des Anforderungsniveaus 1 umfassen typischerweise einfache, wenig komplexe (Routine-) Tätigkeiten. Für die Ausübung dieser Tätigkeiten sind in der Regel keine oder nur geringe spezifische Fachkenntnisse erforderlich. Aufgrund der geringen Komplexität der Tätigkeiten wird üblicherweise kein formaler beruflicher Bildungsabschluss bzw. lediglich eine einjährige (geregelte) Berufsausbildung vorausgesetzt.

Anforderungsniveau 2: Fachkraft
Berufe, denen das Anforderungsniveau 2 zugeordnet wird, sind gegenüber den Helfer- und Anlerntätigkeiten deutlich komplexer bzw. stärker fachlich ausgerichtet. Das bedeutet, für die sachgerechte Ausübung dieser Tätigkeiten werden fundierte Fachkenntnisse und Fertigkeiten vorausgesetzt. Das Anforderungsniveau 2 wird üblicherweise mit dem Abschluss einer zwei- bis dreijährigen Berufsausbildung erreicht. Eine entsprechende Berufserfahrung und/oder informelle berufliche Ausbildung werden als gleichwertig angesehen.

Anforderungsniveau 3: Spezialist
Die Berufe mit Anforderungsniveau 3 sind gegenüber den Berufen, die dem Anforderungsniveau 2 zugeordnet werden, deutlich komplexer und mit Spezialkenntnissen und -fertigkeiten verbunden. Zudem erfordern die hier verorteten Berufe die Befähigung zur Bewältigung gehobener Fach- und Führungsaufgaben. Es handelt sich um berufliche Tätigkeiten, für die üblicherweise eine Meister- oder Technikerausbildung bzw. ein gleichwertiger Fachschul- oder Hochschulabschluss vorausgesetzt wird.

Anforderungsniveau 4: Experte
Dem Anforderungsniveau 4 werden die Berufe zugeordnet, deren Tätigkeitsbündel einen sehr hohen Komplexitätsgrad aufweisen bzw. ein entsprechend hohes Kenntnis- und Fertigkeitsniveau erfordern. Dazu zählen z. B. Entwicklungs-, Forschungs- und Diagnosetätigkeiten, Wissensvermittlung sowie Leitungs- und Führungsaufgaben innerhalb eines (großen) Unternehmens. In der Regel setzt die Ausübung dieser Berufe eine mindestens vierjährige Hochschulausbildung und/oder eine entsprechende Berufserfahrung voraus. Der typischerweise erforderliche berufliche Bildungsabschluss ist ein Hochschulabschluss (Masterabschluss, Diplom, Staatsexamen o. Ä.).

Aufsichts- und Führungskräfte in Leitungsfunktion

Eine Besonderheit auf der vierten Ebene der KldB 2010 bildet die Funktion von „Aufsicht“ bzw. „Führung“, die mit einer Tätigkeit verbunden sein kann. Da diese Aufgabe in der Regel zwar sehr nah an den berufsfachlichen Tätigkeiten orientiert ist, aber gleichzeitig die besondere fachliche Komponente der Leitung von Arbeitsgruppen, Organisationseinheiten o. Ä. beinhaltet, sind Berufe mit einer Aufsichts- oder Führungsfunktion in jeweils einer eigenen Berufsuntergruppe in der betreffenden Berufsgruppe zusammengefasst. Diese speziellen Berufsuntergruppen sind in der Systematik der KldB 2010 an der vierten Stelle mit einer „9“ gekennzeichnet.

Zum Beispiel sind in der Berufsuntergruppe „8130 Berufe in der Gesundheits- und Krankenpflege (ohne Spezialisierung)“ die als Krankenpflegehelfer oder Krankenschwestern bekannten Berufe enthalten. In der gleichen Berufsgruppe gibt es andere Berufsuntergruppen wie die „8132 Berufe in der Fachkinderkrankenpflege“ und die „8134 Berufe im Rettungsdienst“. Daneben gibt es aber auch eine Berufsuntergruppe der Aufsichts- und Führungskräfte der gesamten Berufsgruppe „813“. Das ist die Berufsuntergruppe „8139 Aufsichts- und Führungskräfte – Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe“.

Zwischen Aufsichts- und Führungsfunktionen wird auf der Ebene des Anforderungsniveaus, d. h. an der fünften Stelle der KldB 2010, unterschieden.

Aufsichtskräfte
Aufsichtskräfte sind Spezialisten mit Leitungsfunktion. Sie übernehmen Aufgaben, welche Spezialkenntnisse und -fertigkeiten, z. B. im kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Bereich oder im organisatorisch-verwaltenden Bereich, erfordern. Sie übernehmen die Verantwortung für Planung und Organisation und beaufsichtigen die Arbeitskräfte in ihrem Bereich.
Für die Summe der Aufsichtskräfte werden alle Tätigkeiten mit der Codierung XXX93 aggregiert.

Ein Beispiel ist der Tätigkeitsschlüssel „81393 Aufsichtskräfte – Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe“. Hier wird unter anderem der Beruf Stationsleiter zugeordnet.

Führungskräfte
Führungskräfte sind Experten mit Leitungsfunktion. Sie übernehmen Aufgaben, welche einen hohen Komplexitätsgrad aufweisen. Sie leiten Unternehmen und Organisationen und übernehmen z. B. die Verantwortung für Personalrekrutierung und Personalführung, Ziele und Qualitätsmanagement, Budgetplanung und Ressourceneffizienz.
Für die Summe der Führungskräfte werden alle Tätigkeiten mit der Codierung XXX94 aggregiert. Dem Aggregat sind zusätzlich ausgewählte Experten zugeordnet sind, die an der 4. Stelle nicht mit der Ziffer 9 verschlüsselt sind.

Ein Beispiel für Führungskräfte in einer Berufsgruppe ist der Tätigkeitsschlüssel „81394 Führungskräfte – Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe“. Hier wird unter anderem der Beruf Leiter einer Rettungswache zugeordnet.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen zur Klassifikation der Berufe 2010 finden Sie hier.

Befristung

Die Information über die Befristung wurde erstmals im Zuge der Umstellung des Tätigkeitsschlüssels (TS 2010) aufgenommen. Auswertungen sind rückwirkend ab Oktober 2012 möglich.

Eine Beschäftigung kann befristet oder unbefristet sein. Die genauen Definitionen lauten:

  • Unbefristete Beschäftigung
    Der Arbeitsvertrag wurde auf unbestimmte Zeit abgeschlossen.
  • Befristete Beschäftigung
    Der Arbeitsvertrag wurde auf bestimmte Zeit abgeschlossen (kalendermäßig befristete Arbeitsverträge oder zweckbefristete Arbeitsverträge).

Befristung der begonnenen Beschäftigungsverhältnisse

Die Befristung ist für begonnene Beschäftigungsverhältnisse auswertbar. Für Auswertungen empfiehlt sich ein eingeschränkter Personenkreis der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit dem Ausschluss von Personengruppen, die eine an sich befristete Beschäftigung haben. Diese wären:

  • sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Ausbildung
  • Praktikanten
  • Personen, die ein freiwilliges soziales, ein freiwilliges ökologisches Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst leisten
  • Teilnehmende an zeitlich befristeten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen bei einem Rehabilitationsträger (Personengruppenschlüssel 204)

Befristung der Beschäftigungsverhältnisse und Beschäftigten im Bestand

Für den Bestand in Beschäftigung ergeben sich überhöhte Werte bei der Befristung. Dies hängt mit den Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung zusammen.

Zeitpunkt der Gültigkeit für die Angabe zur Befristung:

  • Beginnzeitpunkt der Meldung bei Anmeldungen zur Sozialversicherung
  • Endezeitpunkt der Meldung bei allen übrigen Meldungen

Bei Anmeldungen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist die Angabe zur Befristung zum Beginnzeitpunkt der Meldung zu melden. Damit ist für begonnene Beschäftigungen eine gesicherte Aussage möglich. Im Jahresverlauf nimmt die Qualität der Angabe allerdings für laufende Beschäftigungen ab. Zudem ist es notwendig, dass die Arbeitgeber die Angabe zur Befristung bei jeder Meldung überprüfen und entsprechend aktualisieren, ansonsten werden die Befristungen bei länger bestehenden Beschäftigungen überzeichnet. In den Daten ist eine solche Überzeichnung festzustellen. Es gibt einen Teil an Arbeitgebern, die die Angabe nicht regelmäßig aktualisieren und damit steigt der Anteil der befristeten Beschäftigungen beim Bestand der Beschäftigten und der Beschäftigungsverhältnisse in der Statistik über die Zeit hinweg stetig leicht an.

Für die Prüfung bei den begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnissen wird der jeweilige Stichtag zum Quartalsende herangezogen.  Bei Zeiträumen über mehrere Quartale hinweg wären alle Stichtage der Quartalsenden zu prüfen. Näherungsweise könnte auch die Prüfung eines repräsentativen Stichtages im Zeitraum herangezogen werden. 

Weitere Informationen finden im Methodenbericht „Befristete Beschäftigung (PDF, 2MB)“.

begonnene und beendete Beschäftigungsverhältnisse

Im Gegensatz zu den Bestandsdaten der Beschäftigungsstatistik werden begonnene und beendete Beschäftigungsverhältnisse zeitraumbezogen ausgewertet (Monat, Quartal oder Jahr). Während beim Bestand an Beschäftigten eine Person – unabhängig von der Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse – zum Stichtag nur einmal gezählt wird (Personenkonzept), ist es bei den Bewegungsdaten durchaus möglich, dass eine Person mehrfach gezählt wird (Fallkonzept). Dies ist der Fall, wenn die Person im Betrachtungszeitraum mehr als ein Beschäftigungsverhältnis beginnt bzw. beendet.

Ergebnisse zu den begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnissen liegen mit einer Wartezeit von sechs Monaten vor. Eine Betrachtung ist in der Regel nur nach dem Arbeitsort sinnvoll, weil die Beschäftigungsverhältnisse sich primär auf den Sitz des Betriebes beziehen. Für bestimmte Fragestellungen, beispielsweise wenn die begonnenen Beschäftigungen den Arbeitslosen gegenüber gestellt werden, kann dennoch der Wohnort der Beschäftigten betrachtet werden.

Ein begonnenes Beschäftigungsverhältnis wird gezählt, wenn eine Anmeldung mit Abgabegrund „Anmeldung wegen Beginn einer Beschäftigung“ im Rahmen des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung durch den Arbeitgeber erstattet wurde, deren Beginn-Datum der Beschäftigung innerhalb des Betrachtungszeitraums liegt. Entsprechend wird ein beendetes Beschäftigungsverhältnis gezählt, wenn eine Abmeldung mit Abgabegrund „Abmeldung wegen Ende einer Beschäftigung“ abgegeben wurde, deren Ende der Beschäftigung innerhalb des Betrachtungszeitraums liegt.

Ein beendetes und ein begonnenes Beschäftigungsverhältnis werden aber auch dann gezählt, wenn ein Wechsel zwischen folgenden Beschäftigungsarten stattfindet:

  •   sozialversicherungspflichtiges Ausbildungsverhältnis
  •   sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis (keine Ausbildung)
  •   geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis
  •   kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis

So werden zum Beispiel immer dann ein beendetes und ein begonnenes Beschäftigungsverhältnis gezählt, wenn ein Beschäftigter seine Ausbildung beendet und anschließend weiterbeschäftigt wird. Dabei ist gleichgültig, ob dies beim selben oder bei einem anderen Arbeitgeber geschieht.

Gleichzeitige An- und Abmeldungen, welche das Meldeverfahren für bestimmte, im Voraus befristete Beschäftigungsverhältnisse vorsieht, werden generell als Beginn und Ende eines Beschäftigungsverhältnisses gezählt.

Damit ist das neue Messkonzept wesentlich genauer und bildet sämtliche Übergänge konsequent und vollständig ab. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass ein beendetes Beschäftigungsverhältnis nicht (wie vor der Revision 2014) am letzten Arbeitstag in der Statistik gezählt wird, sondern erst am Tag danach. So werden z. B. alle Beschäftigungsverhältnisse, welche mit Ablauf des 31.12. enden, erst im Januar als Abgang gezählt.

Bei der Bewertung der Zahl der begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnisse ist zu berücksichtigen, dass aufgrund des Verfahrens zur Betriebsnummernvergabe z. B.

  • bei der Aufsplittung von Betrieben bzw. Betriebsstätten oder
  • bei der Fusion von Betrieben bzw. Betriebsstätten

unter Umständen eine Abmeldung und nachfolgende (Neu-)Anmeldung von Beschäftigten unter einer neuen Betriebsnummer durch den Arbeitgeber erfolgt. Die Beschäftigten haben ihren Arbeitsplatz jedoch nicht gewechselt, und auch das Beschäftigungsverhältnis wurde nicht unterbrochen. Faktisch ist also weder ein Beschäftigungsverhältnis beendet noch eines begonnen worden, die Bewegungen werden aber statistisch gezählt.

Auch An- und Abmeldungen in Verbindung mit der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens führen zu einer Überzeichnung der begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnisse, soweit eine neue Betriebsnummer vergeben wird.

Neben den begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnissen kann auch der Bestand an Beschäftigungsverhältnissen (nicht zu verwechseln mit dem Bestand an Beschäftigten) zum Stichtag ausgewertet werden. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Formel „Bestand (t)“ = „Bestand (t-1)“ - „Abgang (t) “ + „Zugang (t)“ (Stock-Flow-Modell) nur dann aufgeht, wenn alle Komponenten aus einem Datenstand ermittelt werden. Da in der Beschäftigungsstatistik grundsätzlich mit 6 Monaten Wartezeit ausgewertet wird, ist dies nicht der Fall und obige Formel geht nicht auf. Die rechnerischen Abweichungen sind dabei gering, variieren aber von Stichtag zu Stichtag.

Datenschutz

Die Bestandsdaten der Beschäftigungsstatistik unterliegen grundsätzlich der Geheimhaltung nach § 16 BStatG. Eine Übermittlung von Einzelangaben ist daher ausgeschlossen. Aus diesem Grund werden Zahlenwerte unter 3 und Daten, aus denen sich rechnerisch eine Differenz ermitteln lässt, mit * anonymisiert. Gleiches gilt, wenn in einer Region oder in einem Wirtschaftszweig weniger als 3 Betriebe ansässig sind oder einer der Betriebe einen so hohen Beschäftigtenanteil auf sich vereint, dass die Beschäftigtenzahl praktisch eine Einzelangabe über diesen Betrieb darstellt (Dominanzfall). Grundsätzlich gelten auch bei den Bewegungsdaten die gleichen Regeln der statistischen Geheimhaltung wie bei den Bestandsdaten. Es ist daher eine Dominanzprüfung anzuwenden. Wenn im Bestand eine Geheimhaltung notwendig wird, so ist das in der Regel auch für die jeweiligen Bewegungsdaten anzunehmen.

Für die Prüfung bei den begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnissen wird der jeweilige Stichtag zum Quartalsende herangezogen.  Bei Zeiträumen über mehrere Quartale hinweg wären alle Stichtage der Quartalsenden zu prüfen. Näherungsweise könnte auch die Prüfung eines repräsentativen Stichtages im Zeitraum herangezogen werden. 

Weiterführende Informationen zur Statistik der sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigung finden Sie im entsprechenden Qualitätsbericht (PDF, 773KB).

Beschäftigungsdauer von Personen

Grundsätzlich gibt es drei Konzepte zur personenbezogenen Messung von Beschäftigungsdauern:

  • Die bisherige durchgängige Dauer gibt für zum Stichtag Beschäftigte den Zeitraum der Beschäftigung seit der letzten Unterbrechung an.
  • Die Nettodauer ist die Summe aller Zeiten in sozialversicherungspflichtiger oder geringfügiger Tätigkeit seit Eintritt in versicherungspflichtige Beschäftigung.
  • Die Bruttodauer gibt den gesamten Zeitraum seit Eintritt in das Beschäftigungssystem wieder.

Messkonzepte der Dauer der Beschäftigung von Personen

Abhängig von der Fragestellung ist das geeignete Messkonzept und die Beschäftigungsart, die am Stichtag vorliegen soll, auszuwählen. Bei der bisherigen durchgängigen Dauer werden zudem Unterbrechungszeiten unterschiedlich berücksichtigt. Die zur Verfügung stehenden Auswertekombinationen sind in der Tabelle dargestellt.

Messlogik Dauern

Bisherige durchgängige Dauer

Die bisherige durchgängige Beschäftigungsdauer misst den Zeitraum zwischen dem gewählten Stichtag und dem letzten Zugang in Beschäftigung vor dem gewählten Stichtag. Dabei sind nur die Beschäftigungszeiten der jeweiligen Person relevant, unabhängig von der Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse. Unschädliche Unterbrechungen (unter 62 Tage) können in der Dauermessung enthalten sein.

Nettodauer

Die Nettodauer (bisherige Dauer der Beschäftigungsverhältnisse) ist die Summe der Dauern aller Beschäftigungsverhältnisse seit Aufnahme der ersten Beschäftigung. Sie kann sowohl als Summe für alle Beschäftigungsverhältnisse als auch für sozialversicherungspflichtige und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse getrennt ausgewiesen werden. Dabei wird immer die Hauptbeschäftigung berücksichtigt.

Bruttodauer

Die Bruttodauer ist die bisherige Dauer seit Eintritt in Beschäftigung und misst den Zeitraum zwischen dem Eintritt in die erste versicherungspflichtige Beschäftigung und dem betreffenden Stichtag. Es handelt sich dabei um die Summe von Nettodauer und Unterbrechungen. Die Beschäftigungsart bei Eintritt in die erste Beschäftigung spielt dabei keine Rolle, lediglich die aktuelle Beschäftigungsart kann getrennt für sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte ausgewiesen werden.

Hinweise zur Interpretation

Grundsätzlich sind die Ergebnisse der Dauermessungen mit allen Gliederungsmerkmalen der Beschäftigungsstatistik kombinierbar. Informationen zu soziodemografischen und strukturellen Variablen wie Branche und Beruf werden dem Beschäftigten am Stichtag der Messung zugeordnet. Deshalb können Statusänderungen im Erwerbsverlauf mit dem zugrundeliegenden Messkonzept nicht abgebildet werden. Die Beschäftigungsdauer von Experten kann z. B. auch Zeiten als Helfer und Spezialist enthalten.

Aus Gründen der Datenverfügbarkeit stellt der 1. Januar 1997 den frühestmöglichen Beschäftigungsbeginn dar, der zur Berechnung der Dauern herangezogen werden kann. Über die Dauer der Beschäftigung kann erst ab dem 1. Januar 2000 vollständig berichtet werden. Für Beschäftigte, die vor und in der Umstellungsphase der Beschäftigungsstatistik (Januar 1997 bis Januar 2000) beschäftigt waren, wurde ein fiktiver Eintritt in das Beschäftigungssystem generiert. Die Datengrundlage ist dadurch linkszensiert.

Weiterführende Informationen zur Beschäftigungsdauer von Personen können dem Methodenbericht „Die Dauer der Beschäftigung von Personen (PDF, 943KB)" entnommen werden.

Informationen zum Konzept der Dauermessung von Beschäftigungsverhältnissen sind im Methodenbericht „Die Dauer von Beschäftigungsverhältnissen (PDF, 764KB)“ zu finden.

Betriebe im Sinne des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung

Meldeverfahren zur Sozialversicherung

Arbeitgeber erstatten für ihre sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten Meldungen zur Sozialversicherung. Die rechtliche Grundlage hierfür ist § 28a Sozialgesetzbuch IV (SGB IV). Damit Betriebe am automatisierten Meldeverfahren zur Sozialversicherung teilnehmen können, benötigen sie eine Betriebsnummer. Diese ist das Kriterium für die Abgrenzung eines Betriebes im Sinne des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung.

Weiterführende Informationen zur Meldung zur Sozialversicherung und Betriebsnummernvergabe finden Sie im Internet.

Betriebe in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Betrieb im Sinne des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung ist eine regional und wirtschaftsfachlich abgegrenzte Einheit, in der mindestens ein sozialversicherungspflichtig oder geringfügig Beschäftigter tätig ist. Hierbei werden in Auswertungen der Statistik der Bundesagentur für Arbeit nur Betriebe ausgewiesen, in denen mindestens ein sozialversicherungspflichtig Beschäftigter tätig ist. Auswertungen erfolgen ausschließlich nach dem Arbeitsortprinzip (Sitz des Betriebes und Arbeitsort der Beschäftigten) und werden mit dem Referenzstichtag 30. Juni veröffentlicht.

Grundlage der regionalen Zuordnung ist das Gemeindegebiet. Das heißt, ein Unternehmen mit Niederlassungen (Filialen) in verschiedenen Gemeinden besteht aus verschiedenen Betrieben; diese Betriebe haben jeweils eine eigene Betriebsnummer. Ebenso kann der Betrieb auch aus mehreren Niederlassungen in einer Gemeinde bestehen, die lediglich eine Betriebsnummer benötigen, wenn sie denselben wirtschaftsfachlichen Schwerpunkt besitzen.

Wirtschaftsfachliche Zuordnung

Die wirtschaftsfachliche Zuordnung folgt dem wirtschaftlichen Schwerpunkt des Betriebs. Dieser richtet sich nach dem Betriebszweck oder der wirtschaftlichen Tätigkeit des überwiegenden Teils der Beschäftigten. Das heißt, ein Betrieb mit Sitz in einer Gemeinde und mit Tätigkeit in verschiedenen Bereichen, aber ausschließlich einer Niederlassung, bekommt lediglich eine Betriebsnummer und wird auch wirtschaftsfachlich nur einem Schwerpunkt zugeordnet.

Dieser wirtschaftsfachliche Schwerpunkt ist der Klassifikation der Wirtschaftszweige von 2008 entnommen und steht als auswertbares Merkmal durch die Zuordnung eines Beschäftigten über die Betriebsnummer in der Meldung zur Sozialversicherung sowohl für Beschäftigte als auch Betriebe zur Verfügung.

Weiterführende Informationen zur Klassifikation der Wirtschafszweige 2008 finden Sie im Internet.

Datenschutz

Die erhobenen Daten unterliegen grundsätzlich der Geheimhaltung nach § 16 BStatG. Eine Übermittlung von Einzelangaben ist daher ausgeschlossen. Aus diesem Grund werden Zahlenwerte unter 3 und Daten, aus denen sich rechnerisch eine Differenz ermitteln lässt, mit * anonymisiert.
Gleiches gilt bei Auswertungen zum Arbeitsort, wenn in einer Region oder Rubrik der Klassifikation der Wirtschaftszweige weniger als 3 Betriebe ansässig sind oder einer der Betriebe einen so hohen Beschäftigtenanteil auf sich vereint, dass die Beschäftigtenzahl praktisch eine Einzelangabe über diesen Betrieb darstellt (Dominanzfall). Hierbei gelten folgende Regeln: Bei 3 bis 9 Betrieben, die hinter einer Beschäftigtenzahl stehen, darf keiner der Betriebe 50 oder mehr Prozent der Beschäftigten auf sich vereinen. Bei 10 oder mehr Betrieben dürfen auf keinen Betrieb 85 oder mehr Prozent der Beschäftigten entfallen.

Bezugsgrößen

Die Bezugsgrößen sind Berechnungsgrößen zur Bildung der Arbeitslosenquoten.

Es werden zwei Arbeitslosenquoten ermittelt: die Arbeitslosenquote auf Basis der abhängigen zivilen Erwerbspersonen und die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen, bei deren Berechnung auch Selbstständige und mithelfende Familienangehörige berücksichtigt werden. Im Vordergrund der Berichterstattung steht die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen.

Die Zahl der Erwerbspersonen bzw. die Bezugsgrößen für die Berechnung der Arbeitslosenquoten werden einmal jährlich aktualisiert. Üblicherweise werden die Bezugsgrößen im Berichtsmonat Mai angepasst. Der Wechsel der Bezugsgröße kann dann auch Auswirkungen auf die Arbeitslosenquote haben. So kann es beispielsweise vorkommen, dass trotz steigender Arbeitslosenzahlen die Quote sinkt, oder ggf. bei sinkenden Arbeitslosenzahlen die Quote steigt.

Regionale Gliederung

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht keine Arbeitslosenquoten auf Grundlage einer Bezugsgröße von weniger als 15.000 zivilen Erwerbspersonen. Aufgrund der eingesetzten Schätzverfahren sind die Bezugsgrößen für kleine Regionaleinheiten, d. h. insbesondere für Gemeinden, nicht durchgängig valide. Bezugsgrößen unter 15.000 können verzerrt sein und werden nur sehr eingeschränkt verwendet, Bezugsgrößen unter 1.000 dürfen generell nicht genutzt werden. Die Daten sind mit größter Sorgfalt berechnet und auf Plausibilität geprüft ,dennoch übernimmt die Bundesagentur für Arbeit keinerlei Haftung für eventuelle Konsequenzen, die durch die direkte oder indirekte Nutzung von Bezugsgrößen unter 15.000 zivilen Erwerbspersonen entstehen.

Dokumentation der Berechnung

Zur Berechnung der Bezugsgrößen wird auf verschiedene Statistiken (Arbeitslosenstatistik, Beschäftigungsstatistik, Förderstatistik, Personalstandsstatistik, Mikrozensus und Grenzgängerstatistik) zurückgegriffen, deren Ergebnisse zwar erst nach einer gewissen Zeitverzögerung zur Verfügung stehen, dann aber gesichert und regional tief gegliedert vorliegen. Deshalb beruht die Datenquelle der Bezugsgröße überwiegend auf Daten aus dem Vorjahr. Alle Komponenten der Bezugsgröße sind wohnortbezogen aufbereitet.

Die Daten der geringfügig Beschäftigten, Beamten, Selbstständigen und mithelfende Familienangehörigen sowie Grenzpendlern werden nur zur Ermittlung der Bezugsgrößen aufbereitet (z. B. werden geringfügig Beschäftigte um Überschneidungsfälle mit Arbeitslosigkeit verringert bzw. Beamte, Selbstständige, Grenzpendler regionalisiert). Aus diesem Grund dürfen die Komponenten der Bezugsgröße (speziell: Daten über Beamte, Selbstständige und Grenzpendler) außerhalb dieses Bezuges nicht veröffentlicht werden. Die sozialversicherungspflichtigen und geringfügig Beschäftigten sowie die Arbeitslosen und die Personen in Arbeitsgelegenheiten können aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit ermittelt werden. Die Daten über Beamte stammen aus der Personalstandsstatistik und werden vom statistischen Bundesamt auf Gemeindeebene zur Verfügung gestellt. Die Selbständigen und mithelfenden Familienangehörigen werden ebenfalls vom statistischen Bundesamt geliefert und liegen nur auf Länderebene vor. Sie werden anhand der Verteilung der Summe aus sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, geringfügig Beschäftigten und Arbeitslosen aufgeteilt (Schätzverfahren). Entsprechend analog wird für die Grenzpendlerzahlen, die teils auf Gemeinde- und teils auf Kreisebene vorliegen, verfahren. Das Schätzverfahren zur Aufteilung von Selbständigen und mithelfenden Familienangehörigen ist naturgemäß mit Fehlern behaftet. Die Schätzfehler sind größer, je kleiner die Gebietseinheiten bzw. Personengruppen sind.

Weitere Informationen finden Sie hier:

sozialversicherungspflichtige Bruttomonatsentgelte

Grundlagen und Besonderheiten

Die Entgeltstatistik ist Bestandteil der Beschäftigungsstatistik und liefert ein differenziertes Bild über die sozialversicherungspflichtigen Bruttomonatsentgelte (inkl. Sonderzahlungen) der Beschäftigten. Die Entgeltinformationen stammen aus den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung. Es handelt sich um eine Vollerhebung dieser Beschäftigten in Deutschland.

Bruttomonatsentgelt

Es handelt sich um das Arbeitsentgelt vor Abzug von Steuern (Lohnsteuer, Solidaritätsbeitrag, ggf. Kirchensteuer) und Sozialversicherungsbeiträgen (i. d. R. Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung). Dazu gehören auch

  • Urlaubs- und Weihnachtsgelder, Tantiemen, Gratifikationen,
  • Mehrarbeits-/Überstundenvergütungen und Mehrarbeitszuschläge,
  • Familienzuschläge,
  • Gefahrenzuschläge und Schmutzzulagen sowie
  • Provisionen und Abfindungen.

Auswertungen über das Entgelt sind aufgrund der Verfahrensregeln des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung nur für den Stichtag 31. Dezember sinnvoll und aussagekräftig.

Um vergleichbare Angaben zu erhalten, müssen die Entgeltangaben

A. auf einen einheitlichen monatlichen Zeitraum normiert und
B. auf sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte einer Kerngruppe bezogen werden.

A. Berechnung des monatlichen Bruttoentgelts

Zwar werden die Entgelte für Beschäftigte zum Stichtag 31.12. „gemessen“, aber ihre sozialversicherungspflichtigen Bruttoarbeitsentgelte beziehen sich immer auf den ganzen, bis zu diesem Tag durchgehenden Beschäftigungszeitraum beim Arbeitgeber. Der Beschäftigungszeitraum kann das gesamte Kalenderjahr, im Extremfall aber auch nur einen Tag (den 31.12.) umfassen.

Dies geschieht durch die Berechnung des durchschnittlichen individuellen Bruttomonatsentgelts nach folgender Formel:

Formel: Durchschnittliches Bruttomonatsentgelt


Aufgrund dieser Rechenvorschrift können sich deutlich überschreitende Werte ergeben, insbesondere bei der Umrechnung von in kurzen Beschäftigungszeiträumen erzielten Arbeitsentgelten auf durchschnittliche Bruttomonatsentgelte die Beitragsbemessungsgrenze. Umgekehrt führt die Rechenvorschrift bei bestimmten Konstellationen auch dazu, dass das Entgelt für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte unter und für geringfügig entlohnt Beschäftigte über der Geringfügigkeitsgrenze liegen kann.

Die Geringfügigkeitsgrenze liegt seit Januar 2013 bei 450 Euro, bis Dezember 2012 betrug sie 400 Euro.

B. Betrachtung der Kerngruppe

Die Darstellungen und Analysen werden i. d. R. auf sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte der Kerngruppe eingeschränkt. Die Kerngruppe bildet arbeitsmarktkonform Beschäftigte ab, die ein Marktentgelt erzielen. Durch diese Eingrenzung sind Vergleiche mit hoher Aussagekraft möglich, die nicht durch unterschiedliche gesetzliche Regelungen oder durch verschiedene Ausprägungen an Teilzeitbeschäftigung verzerrt sind.

Die Kerngruppe umfasst alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SvB) abzüglich der Beschäftigung, für die eine besondere (gesetzliche) Vergütungsregelung zur Ausbildung, zur Jugendhilfe, zur Berufsförderung, zu Tätigkeiten in Behindertenwerkstätten oder zu Freiwilligendiensten gilt.

Im Einzelnen gehören zur Kerngruppe folgende Personengruppen aus dem Meldeverfahren zur Sozialversicherung:

  • Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ohne besondere Merkmale
  • Nebenerwerbslandwirte
  • Nebenerwerbslandwirte saisonal bedingt
  • Unständig Beschäftigte (Meldung des Arbeitgebers)
  • Versicherungsfreie Altersvollrentner und Versorgungsbezieher wegen Alters
  • Seeleute und Seelotsen
  • In der Seefahrt beschäftigte versicherungsfreie Altersvollrentner und Versorgungsbezieher wegen Alters
  • Unständig Beschäftigte (Meldung der Krankenkasse)

Auswertungen für Personengruppen außerhalb der Kerngruppe sind möglich. Die Aussagekraft ist für diese Beschäftigtengruppen eingeschränkt.

Beitragsbemessungsgrenze

Das sozialversicherungspflichtige Bruttomonatsentgelt ist von Arbeitgebern nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung zu melden. Bei der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung handelt es sich um die Einkommensgröße, bis zu der in Deutschland die Beiträge zur Rentenversicherung von dem Beitragspflichtigen erhoben werden dürfen. Einkommen, welche die Beitragsbemessungsgrenze übersteigen, werden nicht zum Sozialversicherungsbeitrag herangezogen. Die Bundesregierung passt die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung jährlich an. Die Grundlage hierfür bildet das Durchschnittseinkommen in Deutschland.

Median und Quantile

Die Begrenzung der Einkommensverteilung  am oberen Rand hat zur Folge, dass die Berechnung von Mittelwerten – wie dem arithmetischen Mittel – methodisch nicht sinnvoll ist, da die tatsächlichen Bruttomonatsentgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze nicht bekannt sind. Ein geeignetes Mittel, um die Streuung der Entgelte zu charakterisieren, sind Quantile. Dabei wird die Anzahl der Personen in der Kerngruppe in gleichgroße Gruppen geteilt.

Die Entgelt-Statistik betrachtet üblicherweise den Median. Er teilt die Entgelte in zwei Hälften: Eine Hälfte der Beschäftigten erzielt ein Entgelt unter dem Medianwert, das Entgelt der anderen Hälfte liegt über dem Median.

Der Median hat gegenüber dem arithmetischen Mittel folgende Vorteile: Eine offene obere Grenze verhindert nicht die Berechnung des Medians, wenn der Median kleiner ist als der Wertebereich der offenen oberen Klasse. Außerdem ist der Median – anders als das arithmetische Mittel – gegenüber sogenannten Ausreißern robust, also gegenüber Werten, die extrem von anderen Werten abweichen. Da die Einkommensverteilung der Beschäftigten in den statistischen Auswertungssystemen der BA nur in klassierter Form (50 Euro-Schritte) vorliegt, muss zur Berechnung des Medians eine Näherungslösung angewendet werden.

Schwelle des unteren Entgeltbereichs

Als Beschäftigte des unteren Entgeltbereichs gelten Personen, die in sozialversicherungspflichtiger Vollzeitbeschäftigung weniger als 2/3 des Medianentgelts aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten erzielen (Schwelle des unteren Entgeltbereichs). Diese Definition legt auch die „Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD)“ zu Grunde.

Für West- und Ostdeutschland kommen unterschiedliche Schwellen des unteren Entgeltbereichs zur Anwendung.

Symbole „X“ und „>“

Bei einer zu geringen Anzahl an Beschäftigten ist die Aussagekraft von Entgeltverteilungen eingeschränkt. Gleiches gilt damit auch für Medianentgelte (und andere Verteilungsparameter) sowie die Anzahl an Beschäftigten im unteren Entgeltbereich. Deshalb veröffentlicht die Statistik der BA keine Daten zu Entgeltverteilungen, Medianentgelten (oder anderen Verteilungsparametern) und Beschäftigten im unteren Entgeltbereich in Regionen bzw. bei Merkmalskombinationen mit weniger als 500 Beschäftigten. In diesen Fällen ersetzt das Zeichen „X“ den Wert.

In der Berichterstattung der Entgeltstatistik werden Medianentgelte (oder andere Verteilungsparameter) nicht ausgewiesen, wenn sie in die Klasse fallen, in der die niedrigste, für das betrachtete Gebiet geltende Beitragsbemessungsgrenze liegt. In diesen Fällen ersetzt das Zeichen „>“ den Wert.

Weitere Informationen zur Methodik finden Sie im Methodenbericht: „Bruttomonatsentgelte von Beschäftigten nach der Revision 2014“ (PDF, 746KB).

Dauer von Beschäftigungsverhältnissen

Messlogik

Die Dauer eines Beschäftigungsverhältnisses misst den Zeitraum von der Anmeldung bis zum Messzeitpunkt. In der Berichterstattung wird zwischen bisheriger und abgeschlossener Dauer unterschieden:

Die bisherige Dauer bezieht sich auf den Bestand an Beschäftigungsverhältnissen und bildet ab, wie lange sie bis zum Messzeitpunkt schon dem Bestand angehören. Sie misst die Zeitspanne von der Anmeldung bis zum jeweiligen statistischen Stichtag. Charakteristisch für diese Betrachtung ist, dass das Beschäftigungsverhältnis in der Regel auch nach dem Messzeitpunkt weiter andauert.

Die abgeschlossene Dauer eines Beschäftigungsverhältnisses bezieht sich auf die beendeten Beschäftigungsverhältnisse. Sie umfasst den Zeitraum von der Anmeldung bis zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses und misst damit seine gesamte Dauer.

Bestand und beendete Beschäftigungsverhältnisse

Ein Beschäftigungsverhältnis beginnt, wenn eine Anmeldung mit Abgabegrund „Anmeldung wegen Beginn einer Beschäftigung“ im Rahmen des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung durch den Arbeitgeber erstattet wird. Entsprechend wird ein Beschäftigungsverhältnis beendet, wenn eine Abmeldung mit Abgabegrund „Abmeldung wegen Ende einer Beschäftigung“ abgegeben wurde.

Ein Wechsel zwischen den Beschäftigungsarten löst ebenfalls jeweils ein neues Beschäftigungsverhältnis aus. Ein beendetes und ein begonnenes Beschäftigungsverhältnis werden aber auch dann gezählt, wenn ein Wechsel zwischen folgenden Beschäftigungsarten stattfindet:

  • sozialversicherungspflichtiges Ausbildungsverhältnis
  • sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis (keine Ausbildung)
  • geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis
  • kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis

So werden zum Beispiel immer dann ein beendetes und ein begonnenes Beschäftigungsverhältnis gezählt, wenn ein Beschäftigter seine Ausbildung beendet und anschließend weiterbeschäftigt wird. Dabei ist gleichgültig, ob dies beim selben oder bei einem anderen Arbeitgeber geschieht.

Neben den begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnissen kann auch der Bestand an Beschäftigungsverhältnissen (nicht zu verwechseln mit dem Bestand an Beschäftigten) zum Stichtag ausgewertet werden. Er gibt an, wie viele einzelne Beschäftigungsverhältnisse am Stichtag laufen. Dabei kann eine beschäftigte Person an einem Stichtag mehrere Beschäftigungsverhältnisse ausüben, zum Beispiel ein sozialversicherungspflichtiges und ein geringfügiges oder zwei geringfügige Beschäftigungsverhältnisse.

Linkszensierung

Die Messung der Dauer der Beschäftigung reicht zurück bis zur Einführung des Meldeverfahrens der Sozialversicherung in 1999. Für ältere Beschäftigungsverhältnisse ist das Beginndatum unbekannt. Man spricht von einer Linkszensierung der Daten.

Die durchschnittlichen Verweildauern werden aufgrund dieser Linkszensierung systematisch unterzeichnet. Im Zeitablauf nimmt das arithmetische Mittel der Verweildauer allein deshalb zu, weil der Messzeitraum von Monat zu Monat größer wird. Zeitreihenvergleiche von durchschnittlichen Verweildauern sind deshalb nicht sinnvoll. Vergleiche von Medianen und Verteilungen auf Dauerkategorien sind aber möglich.

Hinweise zur Interpretation

Die Dauer von Beschäftigungsverhältnissen kann sehr stark variieren. Die Bandbreite reicht von Beschäftigungsverhältnissen, die nur wenige Tage oder Wochen ausgeübt werden, bis hin zu einem ganzen Arbeitsleben, also mehrere Jahrzehnte dauernden Beschäftigungsverhältnissen.

Im Bestand von Beschäftigungsverhältnissen dominieren die lange andauernden Beschäftigungsverhältnisse, weil sie eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, am Stichtag gezählt zu werden. Das ist bei sehr kurzen Beschäftigungsverhältnissen, die nur wenige Tage oder Wochen ausgeübt werden, nicht immer der Fall. Bei den abgegangenen Beschäftigungsverhältnissen werden auch alle im angegebenen Zeitraum beendeten kurzen Beschäftigungsverhältnisse gemessen. Aus diesem Grund fällt der Median der abgeschlossenen Dauer deutlich kürzer aus als der Median der Dauer im Bestand.

Dauern können für alle Arten von Beschäftigungsverhältnissen (sozialversicherungspflichtig mit und ohne Ausbildungsverhältnisse, geringfügig entlohnte sowie kurzfristige) berichtet werden. Sie werden getrennt nach Beschäftigungsart ausgewiesen und nicht aggregiert. Beschäftigungsverhältnisse von Auszubildenden und kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse sind durch gesetzliche Vorgaben von vornherein zeitlich befristet und haben eine kürzere Dauer. Die Dauerverteilung im Aggregat wird dann auch von der Zusammensetzung nach Beschäftigungsart bestimmt und ist schwer zu interpretieren.

Die Dauer der Beschäftigung ist positiv mit dem Alter korreliert. Wer älter ist, kann auch länger beschäftigt sein. Zum Beispiel gibt es nur wenige unter 25-jährige, die länger als sechs Jahre beschäftigt sind. In einigen Branchen wie dem IT-Bereich sind die Belegschaften durchschnittlich jünger, daher ergeben sich in diesen Wirtschaftszweigen auch kürzere Beschäftigungsdauern.

Weiterführende Informationen zu Dauern von Beschäftigungsverhältnissen finden Sie im Methodenbericht „Die Dauer von Beschäftigungsverhältnissen (PDF, 764KB)“.

Pendler

Kurzbeschreibung

Pendler sind in der Beschäftigungsstatistik alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, deren Arbeitsort sich vom Wohnort unterscheidet. Ob und wie häufig gependelt wird, ist unerheblich. Pendlerergebnisse stehen jährlich jeweils zum Stichtag 30.06. zur Verfügung.

  • Einpendler sind Personen, die nicht an in ihrem Arbeitsort wohnen (aus der Perspektive des Arbeitsorts).
  • Auspendler sind Personen, die nicht an ihrem Wohnort arbeiten (aus der Perspektive des Wohnorts).

Der Wohnort kann auch im Ausland liegen. Einpendler aus dem Ausland können also statistisch dargestellt werden. Für Auspendler in das Ausland gilt dies jedoch nicht, da keine Meldungen der Betriebe im Ausland zur deutschen Sozialversicherung erfolgen.
Die Differenz aus Einpendlern zu Auspendlern ergibt den Pendlersaldo. Da große Regionen viele Ein- und Auspendler aufweisen und kleine Regionen wenig, sind die Pendlerzahlen als absolute Größe nicht geeignet, Bewertungen und Klassifizierungen von Regionen hinsichtlich ihrer Arbeits- oder Wohnorteigenschaft vorzunehmen. Für derartige Betrachtungen sind die Einpendlerquote (Anteil der Einpendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort in Prozent) sowie die Auspendlerquote (Anteil der Auspendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort in Prozent) hilfreich, die Aussagen unabhängig von der Regionsgröße erlauben. Weitere Definitionen finden Sie im Glossar der Statistik der BA (PDF, 1MB).

Fachliche Erläuterungen zum Wohn- und Arbeitsort

Der Wohnort des Beschäftigten stammt aus den Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. Die aktuelle Anschrift ist vom Arbeitgeber bei jeder Anmeldung mitzuteilen, eine Änderung der Anschrift erst in Verbindung mit der folgenden Jahresmeldung. Im Extremfall kann es daher über ein Jahr dauern, bis ein Wohnortwechsel statistisch bekannt wird. Zu einer Person wird jeweils nur die zuletzt übermittelte Wohnortangabe gespeichert. Frühere Angaben werden gelöscht, d. h. es wird keine Historik geführt. Hinsichtlich der Wohnortangaben bestehen für einzelne Beschäftigte Erhebungsungenauigkeiten. Die Meldevorschrift stellt nicht klar, welcher Wohnsitz – Haupt- oder Nebenwohnsitz mit überwiegendem Aufenthaltsort – vom Arbeitgeber zu melden ist. Dies kann in der Beschäftigungsstatistik zum Nachweis von „Fernpendlern“ zwischen gemeldeten Hauptwohnsitz und Arbeitsort führen, obwohl der Beschäftigte am Nebenwohnsitz seiner Beschäftigung nachgeht, also faktisch nicht täglich pendelt.

Der Arbeitsort des Beschäftigten wird über die in den Meldungen vom Arbeitgeber angegebene Betriebsnummer festgestellt. Die zutreffende Regionalisierung der Beschäftigten nach dem Arbeitsort hängt daher davon ab, ob die vom Betriebsnummern-Service (BNS) zugeteilten Betriebsnummern korrekt verwendet werden. Insbesondere bei Arbeitgebern mit mehreren Betrieben in verschiedenen Gemeinden können regionale Falschzuordnungen (Klumpungen) auftreten, wenn z. B. die Beschäftigten aller Niederlassungen unter der Betriebsnummer der Hauptniederlassung gemeldet werden. Bei allen Beschäftigten, die nicht am Ort der Hauptniederlassung tätig sind, kann es somit zu gewissen Unschärfen kommen.

Sowohl hinsichtlich des Arbeitsortes als auch des Wohnortes gibt es sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht regional zuordenbar sind. Bei der Ermittlung der Ein- und Auspendler gilt daher:

  • Einpendler = (SvB am Arbeitsort) – (SvB mit Arbeitsort = Wohnort) – (SvB ohne Angabe zum Arbeitsort bzw. zum Wohnort)
  • Auspendler = (SvB am Wohnort) – (SvB mit Arbeitsort = Wohnort) – (SvB ohne Angabe zum Arbeitsort bzw. zum Wohnort)

Ist der Wohn- oder der Arbeitsort eines Beschäftigten nicht bekannt, darf man ihn nicht zu den Pendlern zählen.

Nähere Informationen zur Beschäftigungsstatistik finden Sie im Qualitätsbericht „Statistik der sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigung“ (PDF, 773KB).

Revisionen in der Beschäftigungsstatistik

Aufgrund rückwirkender Revisionen der Beschäftigungsstatistik können Daten von zuvor veröffentlichten Daten abweichen. Dies ist insbesondere beim Vergleich mit älteren Veröffentlichungen zu berücksichtigen.

Das Revidieren von Daten, d. h. die nachträgliche Änderung von bereits publizierten statistischen Daten, erfolgt anlassbezogen und unregelmäßig. Es behebt Fehler und verbessert die Genauigkeit. Dies kann erforderlich werden, weil sich rückwirkend eine wesentliche Änderung in der Datenquelle eines Statistikverfahrens ergeben hat oder weil ein Fehler in den statistischen Verarbeitungsregeln erkannt wurde. In beiden Fällen werden die statistischen Ergebnisse neu berechnet – auch für zurückliegende Berichtszeiträume. Ab dem Revisionszeitpunkt erstellte Publikationen enthalten – sofern möglich – auch rückwirkend neue Ergebnisse und einen entsprechenden Hinweis.
Davon abzugrenzen ist die Festschreibung vorläufiger Ergebnisse in endgültige Ergebnisse nach Wartezeiten von üblicherweise sechs Monaten. Sie erfolgt regelmäßig und wird nicht gesondert kommuniziert.
Im folgenden sind die Revisionen der Beschäftigungsstatistik kurz erläutert.

Revision 2017 (Veröffentlichung ab Januar 2018)

Im Jahr 2016 sind aufgrund eines technischen Problems im Datenverarbeitungsprozess in größerem Umfang Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung nicht in die Statistik-Datenverarbeitung eingeflossen. Diese Meldungen wurden im Jahr 2017 nachträglich aufgenommen und die Ergebnisse der Beschäftigungsstatistik ab August 2015 neu ermittelt. Zuvor waren insbesondere die begonnenen und beendeten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse im 1. Quartal 2016 untererfasst, der Bestand der Berichtsmonate Juni und Juli 2016 sowie die beendeten Beschäftigungsverhältnisse im 2. und 3. Quartal 2016 überzeichnet.
Im Zuge der Revision 2017 wurde zudem eine Lücke (von Januar 2011 bis September 2012) in der Berichterstattung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum Merkmal Arbeitszeit (Vollzeit/Teilzeit) durch ein Hochrechnungsverfahren geschlossen. Angaben zu Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung stehen damit durchgängig für alle Berichtsmonate zur Verfügung. Ausführliche Informationen finden Sie im Methodenbericht „Revision der Beschäftigungsstatistik 2017“.

Revision 2014 für Daten ab 1999 (Veröffentlichung ab August 2014)

Im Jahr 2014 hat die Statistik der Bundesagentur für Arbeit die Datenaufbereitung für die Beschäftigungsstatistik modernisiert, um genauere Ergebnisse zu erzielen und die Beschäftigungsstatistik weiter ausbauen zu können. Der Datenabgriff wurde präzisiert, die Abgrenzung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung überprüft und um weitere Personengruppen ergänzt.

Auswirkungen

Die Beschäftigungsdaten wurden rückwirkend ab 1999 revidiert. Dadurch wird eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse im Zeitverlauf ermöglicht. Auf den Bestand der Beschäftigten wirken sich vor allem die neu hinzugekommenen Personengruppen aus, während für die begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnisse größtenteils der verfeinerte Datenabgriff den Unterschied zu den bisherigen Ergebnissen erklärt.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Die Revision führte durch die Einbeziehung weiterer Personengruppen zu einer Erhöhung des Bestands. Die neu hinzugekommenen Beschäftigten in Werkstätten für behinderte Menschen wirken sich vor allem auf den Wirtschaftsabschnitt „Q Gesundheits- und Sozialwesen“ aus. Für diese Personengruppe liegen ab dem Meldezeitraum Dezember 2014 Informationen zur ausgeübten Tätigkeit vor. In der Statistik nehmen daher bei den 6-Monatswerten ab Juli 2014 die fehlenden Angaben zur Tätigkeit sukzessive ab. Die Erweiterung um Personen, die ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst leisten, spiegelt sich vor allem im Berufsbereich „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung“ wider.

Geringfügig Beschäftigte

Die geringfügige Beschäftigung wurde nicht um weitere Personengruppen erweitert. Somit ist die Ursache der Datenveränderung ausschließlich die neue Datenaufbereitung, durch die die Art der Beschäftigung (sozialversicherungspflichtig oder geringfügig oder beides) genauer ermittelt werden kann.

Begonnene und beendete Beschäftigungsverhältnisse

Auch auf die begonnenen und die beendeten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse hatte die Datenrevision deutliche Auswirkungen. Die Ursache ist die bessere Identifikation der Übergänge in oder aus den Beschäftigungsverhältnissen.

Regionale Unterschiede

Die Revision wirkte sich in den verschiedenen Regionen unterschiedlich stark aus. Diese Unterschiede lassen sich durch die unterschiedliche Verteilung der Beschäftigten in Werkstätten für behinderte Menschen erklären, aber auch durch die unterschiedliche Konstanz von Beschäftigungsverhältnissen in den Regionen.

Besonderheiten bei den Altersgruppen

Der präzisere Datenabgriff des Übergangs von einer sozialversicherungspflichtigen zu einer geringfügigen Beschäftigung (und umgekehrt) und die zusätzlich einbezogenen Personengruppen führten zu unterschiedlichen Veränderungen in den Altersgruppen. So gibt es überdurchschnittliche Auswirkungen der Revision auf 15- bis unter 25-jährige Beschäftigte.

Weiterführende Informationen finden Sie im Methodenbericht „Beschäftigungsstatistik Revision 2014“.

schwerbehinderte Menschen in Beschäftigung (Anzeigeverfahren SGB IX)

Ab dem 1. Januar 2018 trat das Sozialgesetzbuch (SGB) IX, im Kontext des Bundesteilhabegesetzes, in der neuen Fassung in Kraft. Die folgende Übersicht bietet einen Abgleich der in diesem Dokument verwendeten Paragraphen aus der alten und neuen Fassung:

Gültig bis 31.12.2017Gültig ab 01.01.2018
Pflicht der Arbeitgeber zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen
§ 71 SGB IX§ 154 SGB IX
Begriff des Arbeitsplatzes
§ 73 SGB IX§ 156 SGB IX
Berechnung der Mindestzahl von Arbeitsplätzen und der Pflichtarbeitsplatzzahl
§ 74 SGB IX§ 157 SGB IX
Anrechnung Beschäftigter auf die Zahl der Pflichtarbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen
§ 75 SGB IX§ 158 SGB IX
Zusammenwirken der Arbeitgeber mit der Bundesagentur für Arbeit und den Integrationsämtern
§ 80 SGB IX§ 163 SGB IX
Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit
§ 104 SGB IX§ 187 SGB IX
Übergangsregelung
§ 159 SGB IX§ 241 SGB IX

Die Beschäftigungsstatistik schwerbehinderter Menschen (BsbM) ist eine Statistik, die auf Meldungen der Arbeitgeber aufbaut. Sie basiert auf den Daten, die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) aus dem Anzeigeverfahren gemäß § 80 Abs. 2 Sozialgesetzbuch SGB IX zur Berechnung des Umfangs der Beschäftigungspflicht, zur Überwachung ihrer Erfüllung und der Berechnung einer unter Umständen fälligen Ausgleichsabgabe erhoben werden.

Diese Statistik wird jährlich mit einer 15-monatigen Wartezeit veröffentlicht. Sie liefert Informationen über die Anzahl der anzeigepflichtigen Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich monatlich mindestens 20 Arbeitsplätzen und weitere arbeitgeberbezogene Merkmale, wie die Anzahl der Pflichtarbeitsplätze (besetzt, unbesetzt) und die Ist-Quote. Daneben liefert sie Informationen über die Anzahl der schwerbehinderten, gleichgestellten und sonstig anrechnungsfähigen Personen in Beschäftigung, die bei diesen Arbeitgebern beschäftigt sind. Eine Aufteilung nach weiteren Merkmalen, wie z. B. den Größenklassen, der Anzahl der Arbeitsplätze, den Wirtschaftszweigen und den Bundesländern, ist möglich..

Hauptbetrieb des Arbeitgebers

Die Anzeigen der Arbeitgeber enthalten die über alle Beschäftigungsbetriebe eines Arbeitgebers zusammengefassten Informationen und werden vom Hauptbetrieb abgegeben. Dieser Hauptbetrieb wird vom Arbeitgeber festgelegt. Die regionale und wirtschaftsfachliche Zuordnung der Arbeitgebermerkmale richtet sich nach dem Sitz und der Zuteilung des Hauptbetriebes.

Beschäftigungsbetrieb

Neben der Abgabe der Anzeigen pro Arbeitgeber wird zusätzlich gesondert für jeden Beschäftigungsbetrieb des Arbeitgebers, in dem schwerbehinderte, gleichgestellte oder sonstige anrechnungsfähige Beschäftigte tätig sind, eine Auflistung dieser Beschäftigten mit personenbezogenen Merkmalen übermittelt. Die regionale und wirtschaftsfachliche Zuordnung erfolgt an dieser Stelle nach den Merkmalen des jeweiligen Beschäftigungsbetriebes.
Bei den schwerbehinderten, gleichgestellten oder sonstigen anrechnungsfähigen Beschäftigten, die im Anzeigeverfahren gemeldet werden, handelt es sich nicht ausschließlich um sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Es können ebenso Beamte darunter vertreten sein. Auch selbständige Arbeitgeber haben sich zu melden und sind daher in der Beschäftigtenzahl enthalten.

Nähere Informationen zur Beschäftigungsstatistik schwerbehinderter Menschen (BsbM) finden Sie im entsprechenden Qualitätsbericht (PDF, 636KB) und Daten dazu im Internet.

Datenschutz

Die erhobenen Daten unterliegen grundsätzlich der Geheimhaltung nach § 16 BStatG. Eine Übermittlung von Einzelangaben ist daher ausgeschlossen. Aus diesem Grund werden Zahlenwerte von 1 oder 2 und Daten, aus denen rechnerisch auf einen solchen Zahlenwert geschlossen werden kann, mit * anonymisiert.
Gleiches gilt bei Auswertungen nach dem Hauptbetrieb des Arbeitgebers, wenn in einer Region oder Rubrik der Klassifikation der Wirtschaftszweige weniger als 3 Arbeitgeber ansässig sind oder einer der Arbeitgeber einen so hohen Anteil der Arbeitsplätze auf sich vereint, dass die Zahl der Arbeitsplätze praktisch eine Einzelangabe über diesen Arbeitgeber darstellt (Dominanzfall). Hierbei gelten folgende Regeln: Bei 3 bis 9 Arbeitgebern, die hinter einer Zahl an Arbeitsplätzen stehen, darf keiner der Arbeitgeber 50 oder mehr Prozent der Arbeitsplätze auf sich vereinen. Bei 10 oder mehr Arbeitgebern dürfen auf keinen Arbeitgeber 85 oder mehr Prozent der Arbeitsplätze entfallen.
Bei Auswertungen nach dem Beschäftigungsbetrieb gilt dies analog für die Zahl der ansässigen Betriebe und deren Beschäftigtenzahl.

sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten

Grundlage der Statistik bildet das Meldeverfahren zur Sozialversicherung, in das alle Arbeitnehmer (einschließlich der zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten) einbezogen sind, die der Kranken- oder Rentenversicherungspflicht oder der Versicherungspflicht nach dem SGB III unterliegen. Auf Basis der Meldungen zur Sozialversicherung durch die Betriebe wird vierteljährlich (stichtagsbezogen) mit 6 Monaten Wartezeit der Bestand an sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten ermittelt.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte umfassen alle Arbeitnehmer, die kranken-, renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig nach dem Recht der Arbeitsförderung sind oder für die Beitragsanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung oder nach dem Recht der Arbeitsförderung zu zahlen sind. Dazu gehören insbesondere auch Auszubildende, Altersteilzeitbeschäftigte, Praktikanten, Werkstudenten und Personen, die aus einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis zur Ableistung von gesetzlichen Dienstpflichten (z. B. Wehrübung) einberufen werden. Nicht zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zählen dagegen Beamte, Selbstständige, mithelfende Familienangehörige, Berufs- und Zeitsoldaten sowie Wehr- und Zivildienstleistende (siehe o. g. Ausnahme).

Als Midijobs bezeichnet man Beschäftigungsverhältnisse mit einem Arbeitsentgelt im Bereich von 450,01 bis 1300 Euro im Monat (bis 31.12.2012: von 400,01 bis 800 Euro; bis 30.06.2019: von 450,01 bis 850 Euro). Seit dem 1. Juli 2019 nennt man jenen Bereich nicht mehr Gleitzone, sondern „Übergangsbereich“.
Um Midijobber im Übergangsbereich als Geringverdiener zu entlasten, resultieren die Arbeitnehmeranteile aus einer reduzierten Bemessungsgrundlage. Bis zum 30.06.2019 führte die Reduzierung der Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung bei Midijobs auch zu geminderten Rentenansprüchen, es sei denn, der Beschäftigte hat auf die Anwendung der Gleitzonenregelung in der Rentenversicherung ausdrücklich verzichtet. Dies ist im Übergangsbereich seit dem 01.07.2019 nicht mehr der Fall. Die verminderte Beitragsbemessungsgrundlage spielt für die Entgeltpunkte in der Rentenversicherung keine Rolle mehr. Damit entfällt auch die Notwendigkeit für Arbeitnehmer, auf die Anwendung der Gleitzone in der Rentenversicherung zu verzichten, um Rentennachteile zu vermeiden.
In der Statistik über Midijobs wird unterschieden nach:

  • Monatliches Arbeitsentgelt liegt durchgehend innerhalb des Übergangsbereichs
  • Monatliches Arbeitsentgelt liegt sowohl innerhalb als auch außerhalb des Übergangsbereichs („Mischfälle“)

Auswertungen zu den Midijobs können nicht quartalsweise, sondern nur zum Stichtag 31.12. vorgenommen werden. Nur für diesen Stichtag liegen weitgehend vollzählige Angaben über Beschäftigungen im Übergangsbereich vor. Auswertungen zu den Midijobs liegen ab dem Stichtag 31.12.2003 vor.

Zu den geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen zählen Arbeitsverhältnisse mit einem niedrigen Lohn (geringfügig entlohnte Beschäftigung) oder mit einer kurzen Dauer (kurzfristige Beschäftigung). Beide werden auch als Minijob bezeichnet.

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung (§ 14 SGB IV) regelmäßig im Monat die Geringfügigkeitsgrenze nicht überschreitet. Die Geringfügigkeitsgrenze beträgt bis einschließlich zum 31.12.2012 400 Euro und ab dem 01.01.2013 450 Euro. Regelmäßig bedeutet, dass, wenn die Grenze von 450 Euro nur gelegentlich und nicht vorhersehbar überschritten wird, trotzdem eine geringfügig entlohnte Beschäftigung vorliegt.
Eine Berichterstattung der ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigten erfolgt seit dem Stichtag 30.06.1999, geringfügig entlohnte Beschäftigte im Nebenjob können ab dem Stichtag 30.06.2003 ausgewertet werden.

Auch die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See veröffentlicht Daten über geringfügig entlohnte Beschäftigte im Rahmen eines vierteljährlichen Geschäftsberichts. Diese Daten stellen keine amtliche Statistik dar und sind nicht geeignet, statistische Aussagen über die Entwicklung der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungssituation in Deutschland zu treffen. Ebenso wenig sind sie eine verlässliche Grundlage für Erwerbstätigenrechnungen oder Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen (VGR). Sie liefern vielmehr Informationen über die Geschäftsprozesse der Minijob-Zentrale; es handelt sich somit um Geschäftsdaten. Daher sind die Daten auch nicht mit den statistischen Daten der BA, welche die amtliche Statistik über geringfügig entlohnte Beschäftigte führt, vergleichbar.

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt nach § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV vor, wenn die Beschäftigung für eine Zeitdauer ausgeübt wird, die im Laufe eines Kalenderjahres, oder auch kalenderjahrüberschreitend, auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich (z. B. durch einen auf längstens ein Jahr befristeten Rahmenarbeitsvertrag) begrenzt ist (im Zeitraum vor dem 01.01.2015 lagen die Fristen bei zwei Monaten oder insgesamt 50 Arbeitstagen).
Auswertungen zu ausschließlich kurzfristig Beschäftigten sind ab Januar 2000 möglich. Kurzfristig Beschäftigte insgesamt sowie kurzfristig Beschäftigte im Nebenjob sind ab April 2003 auswertbar.
Diese weitere Unterteilung der Daten über kurzfristig Beschäftigte in ausschließlich und im Nebenjob kurzfristig Beschäftigte ist allerdings aus Geheimhaltungsgründen nicht zu empfehlen, da die Fallzahlen relativ gering sind.

Werden von einer Person mehrere geringfügige Beschäftigungen ausgeübt, gelten folgende Regeln:

  1. Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ist neben einer kurzfristigen Beschäftigung erlaubt.
  2. Bei der gleichzeitigen Ausübung von mehreren geringfügig entlohnten Beschäftigungen darf die Geringfügigkeitsgrenze von 450 EUR nicht überschritten werden.
  3. Bei der Ausübung von mehreren kurzfristigen Beschäftigungen darf die Grenze von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen, innerhalb des vorgegebenen Zeitraumes, nicht überschritten werden.

Neben einer nicht geringfügigen versicherungspflichtigen (Haupt-)Beschäftigung ist die Ausübung einer geringfügigen (Neben-)Beschäftigung zulässig. Für den Fall, dass ein Arbeitnehmer neben einer nicht geringfügigen versicherungspflichtigen Beschäftigung bei anderen Arbeitgebern geringfügig entlohnte Beschäftigungen ausübt, gilt für die Bereiche der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung, dass geringfügig entlohnte Beschäftigungen - mit Ausnahme einer geringfügig entlohnten Beschäftigung - mit einer nicht geringfügigen versicherungspflichtigen Beschäftigung zusammenzurechnen sind. Vgl. Richtlinien für die versicherungsrechtliche Beurteilung von geringfügigen Beschäftigungen (Geringfügigkeits-Richtlinien) vom 20. Dezember 2012.

Mehrfachbeschäftigte, die gleichzeitig zwei oder mehr geringfügigen Beschäftigungen nachgehen, werden nur nach den Merkmalen der zuletzt aufgenommenen Beschäftigung ausgewiesen.

Die erhobenen Daten unterliegen grundsätzlich der Geheimhaltung nach § 16 BStatG. Eine Übermittlung von Einzelangaben ist daher ausgeschlossen. Aus diesem Grund werden Zahlenwerte unter 3 und Daten, aus denen sich rechnerisch eine Differenz ermitteln lässt, mit * anonymisiert. Gleiches gilt, wenn in einer Region oder in einem Wirtschaftszweig weniger als 3 Betriebe ansässig sind oder einer der Betriebe einen so hohen Beschäftigtenanteil auf sich vereint, dass die Beschäftigtenzahl praktisch eine Einzelangabe über diesen Betrieb darstellt (Dominanzfall). Hierbei gilt: Bei 3 bis 9 Betrieben, die hinter einer Beschäftigtenzahl stehen, darf keiner der Betriebe 50 oder mehr Prozent der Beschäftigten auf sich vereinen. Bei 10 oder mehr Betrieben dürfen auf keinen Betrieb 85 oder mehr Prozent der Beschäftigten entfallen.

Weiterführende Informationen zur Statistik der sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigung finden Sie im Qualitätsbericht zur Statistik der sozialversicherungspflichtigen und geringfügig Beschäftigung (PDF, 773KB).

Status bei begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnissen

Kurzbeschreibung

Für die begonnenen Beschäftigungsverhältnisse kann der Status unmittelbar vor Beschäftigungsbeginn ausgewertet werden. Für die beendeten Beschäftigungsverhältnisse ist dies zu den Messzeitpunkten 30 und 90 Tage nach Beschäftigungsende möglich. Nachfolgend werden Auswertungsmöglichkeiten und Besonderheiten erläutert.

Status unmittelbar vor Beschäftigungsbeginn

Für die begonnenen Beschäftigungsverhältnisse kann der Status unmittelbar, d. h. am Tag vor dem Beginn der Beschäftigung ermittelt werden. Folgende Merkmalsausprägungen sind dabei möglich:

  • sozialversicherungspflichtig beschäftigt (ohne Auszubildende)
  • sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Auszubildende)
  • geringfügig entlohnt beschäftigt (GeB)
  • kurzfristig beschäftigt (KfB)
  • arbeitslos (alo)
  • nicht arbeitslos arbeitsuchend (nalo)
  • keine Angabe

Bei den Kategorien sozialversicherungspflichtig beschäftigt (ohne Auszubildende), GeB sowie KfB kann jeweils zusätzlich unterschieden werden, ob eine Beschäftigung in Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) ausgeübt wird oder nicht.

Status 30 Tage nach Beschäftigungsende und Status 90 Tage nach Beschäftigungsende

Für die beendeten Beschäftigungsverhältnisse kann der Status 30 bzw. 90 Tage nach dem Ende der Beschäftigung ermittelt werden. Folgende Merkmalsausprägungen sind dabei möglich:

  • sozialversicherungspflichtig beschäftigt (ohne Auszubildende)
  • sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Auszubildende)
  • geringfügig entlohnt beschäftigt (GeB)
  • kurzfristig beschäftigt (KfB)
  • arbeitslos (alo)
  • nicht arbeitslos arbeitsuchend (nalo)
  • keine Angabe

Bei den Kategorien sozialversicherungspflichtig beschäftigt (ohne Auszubildende), GeB sowie KfB kann jeweils zusätzlich unterschieden werden, ob eine Beschäftigung in Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) ausgeübt wird oder nicht.

Ermittlung des Status

Die Feststellung des Status unmittelbar vor Beginn des Beschäftigungsverhältnisses bzw. 30 oder 90 Tage nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses wird durch Abfrage der statistischen Beschäftigungsverläufe in der Beschäftigungsstatistik und Arbeitslosenstatistik realisiert. Liegt zum Messzeitpunkt (am Tag unmittelbar vor Beschäftigungsbeginn bzw. 30 oder 90 Tage nach Beschäftigungsende) Mehrfachbeschäftigung vor, so gilt folgende Vorrangregel: sozialversicherungspflichtig beschäftigt (ohne Auszubildende) --> sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Auszubildende) --> geringfügig entlohnt beschäftigt --> kurzfristig beschäftigt. Beispiel: Liegt zum Messzeitpunkt sowohl ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis (keine Ausbildung) als auch ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis vor, so wird der Status auf „sozialversicherungspflichtig beschäftigt (ohne Auszubildende)“ gesetzt. Dabei erfolgen die Abfragen jeweils auf einem einheitlichen Datenstand, d. h. für die Ermittlung des Status 30 (bzw. 90) Tage nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses wird auf Daten mit kürzerer Wartezeit zurückgegriffen. Kann bei dieser Recherche keine Beschäftigung zum Messzeitpunkt festgestellt werden, wird in einem zweiten Schritt durch Verknüpfung auf Personenebene mit der Arbeitslosenstatistik geprüft, ob der Status „arbeitslos“ (alo) oder „nicht arbeitslos arbeitssuchend“ (nalo) vorliegt. Ist auch dies nicht der Fall, so wird auf „keine Angabe“ geschlüsselt. Dabei handelt es sich somit um Personen, welche zum betreffenden Zeitpunkt weder sozialversicherungspflichtig oder geringfügig beschäftigt, noch arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldet waren.

Hinweis: Bei Vorliegen des Status „arbeitslos“ oder „nicht arbeitslos arbeitssuchend“ besteht aufgrund der definierten Vorrangregel zum Messzeitpunkt keine sozialversicherungspflichtige oder geringfügige Beschäftigung. Eine Beschäftigung würde bei der Status-Ermittlung höher priorisiert.

Datenverfügbarkeit

Prinzipiell können die Statusmerkmale kombiniert mit allen statistischen Merkmalen ausgewertet werden, welche in der Beschäftigungsstatistik für begonnene und beendete Beschäftigungsverhältnisse verfügbar sind, so zum Beispiel das Geschlecht, das Alter oder auch die wirtschaftsfachliche, die berufliche und regionale Gliederung. Die Daten stehen für begonnene und beendete Beschäftigungsverhältnisse ab dem Berichtsjahr 2013 zur Verfügung.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen befinden sich im Methodenbericht „Übergänge von Beschäftigten“ (PDF, 1MB).

Einschränkungen 

Bei der Betrachtung von „Übergängen von Beschäftigten“, z. B. dem Wechsel zwischen Beschäftigungsverhältnissen mit Hilfe der beschriebenen Statusmerkmale, ist zu beachten, dass im Falle des Vorliegens von Mehrfachbeschäftigung, Übergänge auch aus der Konstruktion des Status resultieren können. Wie oben erläutert, gilt eine Vorrangregel bezüglich der Ermittlung des Status. Dies kann im Falle einer Mehrfachbeschäftigung beispielsweise dazu führen, dass unmittelbar vor Beginn beziehungsweise 30 oder 90 Tage nach Ende einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung der Nachweis einer geringfügigen Beschäftigung erfolgt, die aber de facto durchgängig besteht. Eine Änderung des Status markiert also nicht zwangsläufig den Wechsel von einem in ein anderes Beschäftigungsverhältnis.

Umstellung der Erhebungsinhalte

Auswirkungen auf die Merkmale „Arbeitszeit“, „ausgeübte Tätigkeit“ sowie „Schul- und Berufsabschluss“

Kurzbeschreibung

Die Statistik der BA berichtet regelmäßig über die Struktur und die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten. Wegen einer Umstellung im Erhebungsverfahren ist für den Zeitraum zwischen Juni 2011 und Oktober 2012 weder eine Berichterstattung zur „ausgeübten Tätigkeit“ der Beschäftigten noch zu ihrem „Schul- und Berufsabschluss“ möglich. Die unplausiblen Angaben zur „Arbeitszeit“ wurden für diesen Zeitraum durch plausible Werte ersetzt (imputiert) und sind daher durchgängig belegt.

Arbeitszeit

Die Angaben zur Arbeitszeit wurden mithilfe eines statistischen Imputationsverfahrens rückwirkend für den betroffenen Zeitraum vervollständigt. Die Arbeitszeit, gegliedert nach Voll- und Teilzeit, steht somit für Zeitreihen ab 1999 durchgängig zur Verfügung. Von Dezember 2010 auf Januar 2011 ergibt sich eine einmalige Erhöhung der Teilzeitquote um rund zwei Prozentpunkte. Der Grund hierfür ist, dass Arbeitgeber im Zuge der Umstellung die bisherigen Angaben im größeren Maße überprüften und korrigierten.
Siehe auch: Methodenbericht Revision der Beschäftigungsstatistik 2017 (PDF, 2MB)

Ein anderer Effekt, der mit der Imputation verbunden ist, zeigt sich bei den fehlenden Angaben. Die Angaben zur Arbeitszeit waren bereits vor der Umstellung nicht für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verpflichtend. Diese Verpflichtung wurde erst im Nachgang nach der Umstellung mit einem Zeitverzug eingeführt (erkennbar in den Daten ab August 2014). Durch die Imputation, die allerdings für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten vorgenommen wurde, verringerte sich die Anzahl der fehlenden Angaben bereits während des Imputationszeitraums (zwischen August 2011 bis Juli 2013). In den Monaten nach der Imputation stiegen diese wieder kurzfristig an, bis ab August 2014 die Angaben dann weitestgehend vollständig von den Arbeitgebern gemeldet wurden.

Siehe Grafik:

Anteil an fehlenden Angaben bei der Arbeitszeit

Ausgeübte Tätigkeit

Veränderungen gibt es auch bei der „ausgeübten Tätigkeit“. Durch die Umstellung der Erhebung auf die neue „Klassifikation der Berufe 2010“ (KldB 2010) sind Vergleiche zur früheren Berufsklassifikation (KldB 1988) nur sehr eingeschränkt möglich. Die Änderungen betreffen sowohl die Gliederungstiefe als auch die Gliederungsstruktur der ausgeübten Tätigkeiten, weil das neue Erhebungsverfahren die Tätigkeiten insgesamt viel differenzierter abbildet als das alte und die KldB 2010 die heute wichtigen Tätigkeiten präziser darstellt. So können wichtige Dienstleistungstätigkeiten aus den Bereichen Gesundheit oder IT-Service nun detaillierter ausgewiesen werden, während Fertigungsberufe entsprechend ihrem Bedeutungsverlust unverändert oder geringer untergliedert sind.

Berufe nach der KldB 1988 können von Juni 1999 bis Juni 2011 ausgewertet werden und Berufe nach der KldB 2010 ab Oktober 2012 fortlaufend.

Schul- und Berufsabschluss

Anhand der Erhebung von schulischem und beruflichem Abschluss in aktualisierter Form, kann präziser zwischen den heute relevanten Abschlussarten unterschieden werden. Ein Vergleich mit den Ausbildungsabschlüssen aus der früheren Zeit vor 2012 ist grundsätzlich möglich, allerdings ist dann eine Beschränkung auf die Unterscheidung nach „ohne beruflichen Ausbildungsabschluss“, „mit beruflichem Ausbildungsabschluss“ und „akademischer Abschluss“ notwendig.

Wie bei der Arbeitszeit ist auch bei den Abschlüssen ein Umstellungseffekt durch die aktualisierten Angaben für Beschäftigte erkennbar. Die Anteilswerte für die höheren Schul- bzw. Berufsabschlüsse fallen nach der Umstellung etwas höher aus als dies davor der Fall war. Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung beträgt der Anstieg rund einen Prozentpunkt und bei denen mit akademischen Abschlüssen rund zwei Prozentpunkte.

Die Ausbildung nach der alten Form ist von Juni 1999 bis Juni 2011 verfügbar. Die Merkmale „Schulabschluss“ und „Berufsabschluss“ stehen ab Oktober 2012 fortlaufend zur Verfügung.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen zur Umstellung der Erhebungsinhalte allgemein und zu den Effekten, die sich kurz darauf ergaben, sind zu finden im Methodenbericht Umstellung der Erhebungsinhalte bei den Merkmalen „Ausgeübte Tätigkeit“ (Beruf), „Arbeitszeit“ und „Ausbildung“ (PDF, 183KB) (Veröffentlichung: Oktober 2013).