Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Methodische Hinweise zur Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Hier finden Sie alle für die Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung relevanten methodischen Hinweise.

Abgang aus Arbeitslosigkeit in Besch. am 1. Arbeitsmarkt nach Wirtschaftszweig, Arbeitsort, Einmündungsberuf, Befristung u. Beschäftigungsdauer

Besonderheit in der Berichterstattung zu Beschäftigungsaufnahmen von Arbeitslosen

Üblicherweise erfolgt die Berichterstattung in der Arbeitslosenstatistik mit Daten ohne Wartezeit, so dass sich am aktuellen Rand Datenstands- und Berichtsmonat entsprechen (vgl. z. B. Buchstabe A am Zeitstrahl für den Zählzeitraum für Berichtsmonat Mai 2019). Von dieser Regel muss die Statistik für Beschäftigungsaufnahmen von Arbeitslosen nach Wirtschaftszweig, Arbeitsort, Einmündungsberuf, Befristung und Beschäftigungsdauer (im Folgenden kurz „Beschäftigungsmerkmale“) abweichen, da hierfür zum Teil Daten mit Wartezeit genutzt werden. Das hat zur Folge, dass für den aktuellen Berichtsmonat zwar Daten für den Abgang von Arbeitslosen in Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt vorliegen, aber noch nicht für die „Beschäftigungsmerkmale“.

Warum liegen die Daten erst mit einer Wartezeit vor, obwohl sie aus der Arbeitslosenstatistik stammen?

Die Statistik wird über eine integrierte Auswertung der Arbeitslosen- und der Beschäftigungsstatistik gewonnen. Die Beschäftigungsstatistik beruht auf den Meldungen der Arbeitgeber zur Beschäftigung gemäß dem Meldeverfahren zwischen den Arbeitgebern und den Einzugsstellen nach § 28a SGB IV. Beschäftigungsdaten stehen frühestens mit einer Wartezeit von 2 Monaten zur Verfügung (sogenannte „vorläufige“ 2-Monatswerte), „endgültige“ Ergebnisse erst nach 6 Monaten Wartezeit. Aufgrund der Zusammenführung der beiden Statistiken kann die Arbeitslosenstatistik erst Daten liefern, wenn Beschäftigungsdaten vorliegen. Ist eine Person unmittelbar (d. h. ein bis spätestens drei Tage) nach Beendigung der Arbeitslosigkeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt, wird für diese Person der zu diesem Zeitpunkt vorliegende Wirtschaftszweig (bzw. Arbeitsort, Einmündungsberuf sowie die Angabe zur Befristung) aus der Beschäftigungsstatistik ausgewiesen.

Was bedeutet das für die Berichterstattung zu Arbeitslosen (Beispiel Berichtsmonat März 2019 mit Datenstandsmonat Mai 2019)?

Erste Daten zum Wirtschaftszweig (gilt analog für den Arbeitsort, den Einmündungsberuf und Angaben zur Befristung) unmittelbar nach Abgang aus Arbeitslosigkeit in Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt können für den Berichtsmonat März 2019 mit Datenstand Mai 2019 bereitgestellt werden. Es handelt sich um „vorläufige“ Daten der Beschäftigungsstatistik (Wartezeit 2 Monate: Buchstabe B). Dies gewährleistet vergleichsweise zeitnahe Ergebnisse, die noch vorläufigen Charakter besitzen, weil noch nicht alle Arbeitgebermeldungen vorliegen. Die Vorläufigkeit gilt auch für die drei Vormonate Dezember 2018 bis Februar 2019. Nach insgesamt 6 Monaten Wartezeit werden die vorläufigen 2-Monatsdaten durch die „endgültigen“ 6-Monatsdaten ersetzt. Für die Abgänge im Berichtsmonat März 2019 erfolgt dies im September 2019, für die Abgänge vom Berichtsmonat November 2018 (vgl. Buchstabe C) im Mai 2019.

Beispiel:

Zeitstrahl zum Abgang aus der Arbeitslosigkeit

Ist die zeitliche Vergleichbarkeit der Daten eingeschränkt?

Wartezeit: „Vorläufige“ Monatswerte (auf Basis der vorläufigen 2-Monatswerte der Beschäftigungsstatistik) können geringfügig unter- oder überzeichnet sein im Vergleich zu „endgültigen“ Daten nach 6-monatiger Wartezeit. Derlei Vergleiche können deshalb etwas eingeschränkt sein. Jedoch fällt die Unter- bzw. Überzeichnung in der Regel gering aus. Ähnliches gilt in noch geringerem Ausmaß für eine gleitende 12-Monats-Summe. Zum Berichtsmonat Mai 2019 kann beispielsweise die Jahressumme der Abgänge Arbeitsloser in den 1. Arbeitsmarkt nach Wirtschaftszweig/Arbeitsort/Einmündungsberuf/Befristung von April 2018 (Buchstabe D) bis März 2019 (Buchstabe B) bereitgestellt werden. Die Summe setzt sich aus acht „endgültigen“ (April bis November 2018) und vier „vorläufigen“ (Dezember 2018 bis März 2019) Monatswerten zusammen.

Datenausfälle: Angaben zum Abgang in Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt können – unabhängig von der Wartezeit – aufgrund von Datenausfällen im Rechtskreis SGB II unterzeichnet sein. Dieser Umstand muss bei Zeitreihenbetrachtungen sowie Vorjahresvergleichen oder ähnlichem stets im Auge behalten werden. Veränderungen können daher nicht nur aus tatsächlichen Entwicklungen am Arbeitsmarkt resultieren. Je tiefer die Daten regional differenziert sind, desto stärker können sich solche Effekte auswirken und desto mehr ist dies bei der Interpretation zu beachten. In betroffenen Regionen wird ggf. in den Tabellen darauf hingewiesen.

Gibt es auch für spätere Verbleibszeitpunkte Angaben zu den Beschäftigungsmerkmalen?

Angaben zum Wirtschaftszweig und Arbeitsort stehen für verschiedene Verbleibszeitpunkte zur Verfügung: Neben dem o. g. Verbleibszeitpunkt „unmittelbar“ kann zusätzlich nach einem, drei, sechs, zwölf und 24 Monaten ermittelt werden, ob die Person (sozialversicherungspflichtig) beschäftigt ist und wenn ja, in welchem Wirtschaftszweig bzw. an welchem Arbeitsort. Zum Beispiel liegen mit Datenstand Mai 2019 erstmals Daten mit einer Wartezeit von 2 Monaten für den Zeitpunkt 12 Monate nach Abgang vom Berichtsmonat März 2018 vor; für die Berichtsmonate November 2017 und früher sind diese Werte – nach der Wartezeit von 6 Monaten – endgültig.

Die Verbleibszeitpunkte können kombiniert ausgewertet werden, beispielsweise können (ausgewählte) Wirtschaftszweige bzw. Arbeitsorte unmittelbar nach Beendigung der Arbeitslosigkeit den Wirtschaftszweigen bzw. Arbeitsorten nach sechs und/oder zwölf Monaten gegenüber gestellt werden.

Angaben zum Einmündungsberuf und zur Befristung werden nur für den Zeitpunkt unmittelbar nach Beendigung der Arbeitslosigkeit bereitgestellt. Sie ermöglichen Aussagen darüber, in welchem Beruf der Arbeitslose eine Beschäftigung aufgenommen hat und ob es sich um eine befristete Beschäftigung handelt.

Sind Aussagen zur Durchgängigkeit der Beschäftigung möglich?

Es besteht die Möglichkeit, für bestimmte Verbleibsintervalle (1, 3, 6, 12 und 24 Monate) nach Abgang in Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt die kumulierte Beschäftigungsdauer in Tagen oder in aggregierten Dauerklassen auszuwerten. Verschiedene Phasen sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungen werden dabei aufsummiert. Dies ermöglicht Aussagen darüber, ob eine Person im jeweiligen Intervall durchgängig beschäftigt war. Eine durchgängige Beschäftigung impliziert nicht zwangsläufig den Verbleib im selben Beschäftigungsverhältnis.
Die Zeitspanne zwischen Abgang aus Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsaufnahme kann aufgrund eines dazwischenliegenden Wochenendes und unterschiedlichem Erfassungsverhalten von Vermittlungsfachkräften und Arbeitgebern bis zu drei Tage betragen. Daher werden nicht nur Fälle mit der maximal möglichen Beschäftigungsdauer in einem Verbleibsintervall als durchgängig sozialversicherungspflichtig beschäftigt gezählt, sondern auch Fälle mit ein bis zu zwei Tagen weniger (sofern zu allen überprüfbaren Verbleibszeitpunkten innerhalb des Intervalls eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorlag). Wird beispielsweise das Verbleibsintervall sechs Monate nach Abgang aus Arbeitslosigkeit betrachtet, so zählen nicht nur Personen als durchgängig beschäftigt, die an allen 182 Tagen sozialversicherungspflichtig gemeldet waren, sondern auch Personen mit einer Anzahl von 180 bzw. 181 Beschäftigungstagen (u. a. möglich, wenn die Person bis Freitag arbeitslos gemeldet war und am darauffolgenden Montag die Beschäftigung aufnimmt), falls bei diesen an den Verbleibszeitpunkten „unmittelbar“, ein, drei und sechs Monate nach Abgang eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorliegt.

Wo gibt es mehr Informationen zum Verbleib Arbeitsloser in Beschäftigung?

Weiter- und tiefergehende Informationen zum Verbleib Arbeitsloser in Beschäftigung finden Sie im Methodenbericht „Verbleib Arbeitsloser in Beschäftigung: Umstieg auf revidierte Beschäftigungsstatistik und Weiterentwicklung (PDF, 519KB)“.

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Arbeitslose sind Personen, die

  • vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen oder nur eine Beschäftigung ausüben, die weniger als 15 Stunden wöchentlich umfasst,
  • eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung suchen
  • den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters zur Verfügung stehen, also arbeitsfähig und arbeitsbereit sind,
  • nicht jünger als 15 Jahre sind und die Altersgrenze für den Renteneintritt noch nicht erreicht haben und
  • sich persönlich bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter arbeitslos gemeldet haben.

Die Arbeitslosendefinition des § 16 Sozialgesetzbuch (SGB) III wird sinngemäß auch für Hilfebedürftige nach dem SGB II angewandt (vgl. § 53 Abs. 1 SGB II).

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den Arbeitslosen auch folgende Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten:

  • Teilnehmer an einer Maßnahme der aktiven Arbeitsmarktpolitik,
  • Personen in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus (z. B. kurzfristige Arbeitsunfähigkeit, Sonderregelungen für Ältere).

Diese Personen gelten zwar nicht als arbeitslos, ihnen fehlt aber ein reguläres Beschäftigungsverhältnis. Ohne den Einsatz dieser Maßnahmen oder die Zuweisung zu einem Sonderstatus würde die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung wird daher ein möglichst umfassendes Bild vom Defizit an regulärer Beschäftigung in einer Volkswirtschaft gegeben. Ebenso können realwirtschaftlich (insbesondere konjunkturell) bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt werden.

Das gestufte Konzept der Unterbeschäftigung, das im Jahr 2009 eingeführt wurde, ist in folgende Komponenten unterteilt:

Komponenten der Unterbeschäftigung

Die Anzahl der in der Unterbeschäftigung zu berücksichtigenden Maßnahmeteilnehmer und Personen in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus kann sich im Laufe der Zeit durch neue gesetzliche Bestimmungen ändern, z. B. wenn neue Maßnahmen entstehen oder bestehende gestrichen werden. Die Zeiträume, in denen die einzelnen Maßnahmen und Sonderstatus gelten bzw. gegolten haben, sind den Klammerzusätzen in der obigen Grafik zu entnehmen. Bei Betrachtung von Zeitreihen sind diese unterschiedlichen Gültigkeiten zu berücksichtigen.

Für die einzelnen Komponenten der Unterbeschäftigung greifen verschiedene Wartezeitkonzepte: Die Anzahl der Maßnahmeteilnehmer wird üblicherweise erst mit einer Wartezeit von drei Monaten endgültig festgeschrieben, die Anzahl der Personen in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus zumeist ohne Wartezeit. In den aktuellen Berichtsmonaten enthält die Unterbeschäftigung folglich endgültige und vorläufige (überwiegend hochgerechnete) Werte. Bei Datenausfällen zugelassener kommunaler Träger werden zudem Schätzwerte eingesetzt, um die entstandenen Datenlücken zu kompensieren. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Komponente „Kurzarbeiter“ aus methodischen Gründen nur bis auf Ebene der Bundesländer, nicht aber in tiefer gegliederten Gebietseinheiten (z. B. Kreise) in die Unterbeschäftigung einbezogen werden kann.

Über Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung wird – bestandsbezogen – als absolute Zahl und als Quote berichtet. Arbeitslosenquoten zeigen die relative Unterauslastung des Arbeitskräfteangebots an, indem sie die (registrierten) Arbeitslosen in Beziehung zu den Erwerbspersonen (EP = Erwerbstätige + Arbeitslose) setzen.

Formel: Arbeitslosenquote

Die Unterbeschäftigungsquote zeigt die relative Unterauslastung des erweiterten Arbeitskräfteangebots an, d. h. im Vergleich zur Arbeitslosenquote wird hier die Nennergröße um jene Personen, die in der Unterbeschäftigung, nicht aber bei den Erwerbspersonen enthalten sind, erweitert. Die Nennergröße der Unterbeschäftigungsquote wird als „erweiterte Bezugsgröße“ bezeichnet.

Formel: Unterbeschäftigungsquote

Weitere Informationen zur Berechnung der Arbeitslosen- und Unterbeschäftigungsquoten finden Sie im Internet.

Detailliertere Beschreibungen zum Konzept der Unterbeschäftigung finden Sie in folgenden Methodenberichten:

Umfassende Arbeitsmarktstatistik: Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (PDF, 359KB)

Weiterentwicklung des Messkonzepts der Unterbeschäftigung (PDF, 691KB)

Vervollständigung der Datenbasis für die Unterbeschäftigung (PDF, 640KB)

Grundlegende Definitionen finden Sie auch im Glossar der Statistik der BA (PDF, 1MB).

beruflichen Mobilität von Arbeitslosen bei der Beschäftigungsaufnahme

Methodik der Messung beruflicher Mobilität

In der Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit liegen berufliche Informationen über den Ausbildungsberuf, den Herkunftsberuf, den Zielberuf und den Einmündungsberuf von Arbeitslosen vor. In der Kategorie Ausbildungsberuf wird der Beruf erfasst, für den Arbeitslose eine formale Berufsausbildung nachweisen können. Der Herkunftsberuf ist der Beruf, der unmittelbar vor Eintritt in die Arbeitslosigkeit ausgeübt wurde. Der Zielberuf ist der Beruf, den Arbeitslose vorrangig anstreben bzw. in den sie vermittelt werden möchten. Davon zu unterscheiden ist wiederum der Beruf, in den Arbeitslose bei der Beschäftigungsaufnahme tatsächlich einmünden und den sie dann ausüben (Einmündungsberuf). Berufliche Mobilitätsprozesse lassen sich über einen paarweisen Vergleich der Berufskennziffern von Ausbildungs-, Herkunfts-, Ziel- und Einmündungsberuf feststellen.

Es wird die berufliche Mobilität von Arbeitslosen bei der Beschäftigungsaufnahme durch einen Vergleich von Ziel- und Einmündungsberuf betrachtet. Die statistische Berichterstattung über die Arbeitslosigkeit nach Berufen beruht in den Standardauswertungen auf den Zielberufen der Arbeitslosen. Die Festlegung des Zielberufs erfolgt im Vermittlungs- und Beratungsgespräch in der Arbeitsagentur oder im Jobcenter und berücksichtigt die Qualifikation bzw. die Eignung, die Präferenzen und die Einmündungschancen von Arbeitslosen in dem ausgewählten Beruf. Dabei ist der Zielberuf keine feste persönliche Eigenschaft des Arbeitslosen, sondern eine Variable, die im Suchprozess auch verändert werden kann. Statistisch wird nur der erste Hauptberufswunsch als Zielberuf ausgewiesen. Der Vermittlungsprozess ist aber weiter ausgelegt und kann in die Arbeitssuche mit dem Zielberuf ähnliche Berufe und weitere Alternativberufe einbeziehen.

Die berufliche Mobilität von Arbeitslosen wird bei der Beschäftigungsaufnahme über eine kombinierte Auswertung von Arbeitslosen- und Beschäftigungsstatistik festgestellt (vgl. Übersicht). In der Arbeitslosenstatistik wird für den Arbeitslosen der Hauptberufswunsch als Zielberuf ermittelt, der im operativen Vermittlungssystem eingegeben wurde. Nehmen Arbeitslose eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf, kann dann zusätzlich der einmündende Beruf recherchiert werden, der vom aufnehmenden Betrieb in der Beschäftigungsmeldung zur Sozialversicherung angegeben wird. Bei den Auswertungen werden nur Beschäftigungsaufnahmen berücksichtigt, für die Angaben zum Ziel- und zum Einmündungsberuf vorliegen. Über einen Vergleich der Berufskennziffern von Ziel- und Einmündungsberuf wird dann die berufliche Mobilität bei der Beschäftigungsaufnahme ermittelt. Stimmen Berufsfachlichkeit oder Anforderungsniveau von Ziel- und Einmündungsberuf nicht überein, wird von beruflicher Mobilität gesprochen. Die berufliche Mobilität kann unterschieden werden hinsichtlich der Berufsfachlickeit in horizontale und hinsichtlich des Anforderungsniveaus in vertikale Mobilität. Der Anteil der Beschäftigungsaufnahmen, in denen Berufsfachlichkeit oder Anforderungsniveau von Ziel- und Einmündungsberuf nicht übereinstimmen, an allen Beschäftigungsaufnahmen von Arbeitslosen mit diesem Zielberuf wird als Mobilitätsquote definiert.

Methodik der Messung beruflicher Mobilität

Die Auswertungen beschränken sich auf Deutschland und werden auf Jahresbasis ab 2017 veröffentlicht. Auswertungen zur Mobilität werden nur für Berufe vorgenommen, für die eine Mindestfallzahl von 50 Beschäftigungsaufnahmen erreicht wird. Eine Aktualisierung erfolgt jeweils im Juli, weil für die Auswertungen eine sechsmonatige Wartezeit in der Beschäftigungsstatistik abgewartet werden muss.

Aussagekraft und Interpretationshinweise

Mit dem Wechsel von Ziel- zu Einmündungsberuf wird nur ein, wenn auch wichtiger, Aspekt der beruflichen Mobilität von Arbeitslosen berücksichtigt. Außerhalb der Betrachtung bleiben die möglichen vorgelagerten Veränderungen zwischen Ausbildungs- und Zielberuf oder zwischen Herkunfts- und Zielberuf. Zudem suchen viele Arbeitslose zusätzlich nach Alternativberufen, so dass die Suche schon offen angelegt ist. Es ist auch zu betonen, dass die Ergebnisse zur beruflichen Mobilität von Arbeitslosen nicht gleichzusetzen sind mit der beruflichen Mobilität von Personen, die aus einem Beschäftigungsverhältnis heraus oder nach einer Unterbrechung der Erwerbstätigkeit (ohne Arbeitslosmeldung) die berufliche Tätigkeit wechseln.

Mobilität wird in diesem Bericht über einen Vergleich von Berufskennziffern festgestellt. Damit hängt das Ausmaß der Mobilität entscheidend von der verwendeten Klassifikation und der herangezogenen Aggregationsebene ab. Mobilitätsergebnisse werden auf Basis der KldB 2010 für Berufsgruppen und Berufssegmente jeweils kombiniert mit dem Anforderungsniveau ausgewiesen.

Gleiche berufliche Tätigkeiten können unterschiedlich klassifiziert werden. Dies kann einmal an der Ausgestaltung der Klassifikation liegen, die es dem Verwender ermöglicht, eine berufliche Tätigkeit unterschiedlichen Positionen zuzuordnen. Zum anderen muss berücksichtigt werden, dass die beruflichen Informationen in unterschiedlichen Erhebungsverfahren mit unterschiedlichen Verwendungszwecken erfasst werden. So ist die präzise Erfassung der Berufe in den operativen Systemen der Arbeitsagenturen und Jobcenter von großer Bedeutung für eine erfolgreiche Integration von Arbeitslosen, während die Angaben der Betriebe im Rahmen der Beschäftigungsmeldung an die Sozialversicherung keine Relevanz für deren wirtschaftlichen Erfolg haben.

Die hohen Mobilitätquoten deuten darauf hin, dass das berufliche Einsatzspektrum für Arbeitslose sehr breit und die Festlegung des Zielberufs entsprechend schwierig ist. Weil Berufe vielfältige Verwandtschaftsbeziehungen aufweisen, unterscheiden sich viele berufliche Tätigkeiten nur graduell und Wechsel zwischen diesen Berufen werden von den Betroffenen häufig nicht als berufliche Mobilität oder gar als Berufswechsel wahrgenommen. Die Mobilitätsquoten auf Basis des Berufskennziffernvergleichs können deshalb nur eingeschränkt als allgemeine Maßzahlen für die berufliche Mobilität von Arbeitslosen verwendet werden. Allerdings können mit dem Berufskennziffernvergleich die Übergänge zwischen Berufen transparent gemacht werden, um so zu einem besseren Verständnis der beruflichen Ausgleichsprozesse beizutragen.

Entsprechend enthält dieses Statistikprodukt Mobilitätsquoten für Berufsgruppen (kombiniert mit dem Anforderungsniveau) und Mobilitätsmatritzen für Berufssegmente (kombiniert mit dem Anforderungsniveau). Darüber hinaus werden für Berufsgruppen aus der Perspektive des Zielberufs Darstellungen mit den wichtigsten Einmündungsberufen bereitgestellt. Die Mobilitätsmatritzen zeigen aus der Vogelperspektive die Mobilitätsbeziehungen zwischen den Berufssegmenten, während aus der Perspektive der einzelnen Berufsgruppen des Zielberufs die jeweiligen Mobilitätsquoten und die wichtigsten Einmündungsberufe angegeben werden.

Wenn man die Arbeitsmarktlage in einzelnen Berufen beurteilen will, sollte auch die berufliche Mobilität berücksichtigt werden. Insbesondere berufsspezifische Arbeitslosenquoten und berufsspezifische Arbeitslosen-Stellen-Relationen als zentrale Arbeitsmarktindikatoren müssen auch im Lichte der Mobilitätsergebnisse gesehen werden. Hohe Mobilitätsquoten (sowohl aus der Perspektive des Ziel- als auch aus der Perspektive des Einmündungsberufs) deuten darauf hin, dass es viele berufliche Alternativen gibt und dass das freie Arbeitskräfteangebot für diese Berufe über die Zahl der Arbeitslosen mit solchen Zielberufen nur unzureichend abgebildet wird. Denn einerseits können Arbeitslose mit diesen Zielberufen in zahlreichen Alternativberufen eine Beschäftigung finden, wie andererseits Betriebe ihre Stellen mit Arbeitslosen besetzten können, die einen anderen Zielberuf angegeben haben.

Vergleiche hierzu den Methodenbericht der Statistik der BA „Berufliche Mobilität von Arbeitslosen bei der Beschäftigungsaufnahme“, Nürnberg, Februar 2019 (PDF, 789KB).

berufsspezifische Arbeitslosenquoten

Berechnung von berufsspezifischen Arbeitslosenquoten

Die berufsspezifischen Arbeitslosenquoten werden auf Basis des amtlichen Berechnungskonzepts nach folgender Methodik erstellt: Die registrierten Arbeitslosen werden zu den Erwerbspersonen in Beziehung gesetzt, die als Summe von Erwerbstätigen und Arbeitslosen jährlich als feste Bezugsgröße für die Berechnung der nächsten 12 Monate ermittelt werden. Dies geschieht üblicherweise im Berichtsmonat Mai, Rückrechnungen werden nicht vorgenommen. Für die Teilgröße der Erwerbstätigen steht keine einheitliche Datenquelle in der notwendigen regionalen und soziodemografischen Differenzierung zur Verfügung. Deshalb wird eine synthetische Erwerbstätigenzahl aus verschiedenen Statistiken gebildet, deren Ergebnisse zwar erst nach einer gewissen Zeitverzögerung, dann aber gesichert und regional tief gegliedert vorliegen. Folglich ist die Bezugsgröße etwa ein Jahr älter als die Arbeitslosenzahl im Zähler; Daten der Bezugsgröße für 2017 stammen also überwiegend aus dem Jahr 2016 und z. T. auch aus dem Jahr 2015.

Für die wichtigsten Komponenten der Bezugsgröße liegen berufliche Angaben auf Grundlage der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010) vor. Dort wo es Lücken in oder Abweichungen zwischen den verwendeten Datenquellen gibt werden Schätz- und Korrekturverfahren eingesetzt. In der nachfolgenden Übersicht wird das Berechnungskonzept im Überblick dargestellt.

Berechnung von berufsspezifischen Arbeitslosenquoten (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)

Berufsspezifische Arbeitslosenquoten werden als Jahreswerte ab 2017 für Deutschland und Länder bis auf die Gliederungsebene der Berufsgruppen kombiniert mit dem Anforderungsniveau berechnet. Weil Berufsangaben für Selbständige (sowie ihre Mithelfenden Familienangehörigen) und für Beamte nur bis auf Länderebene vorliegen, werden berufsspezifische Arbeitslosenquoten für Kreise und Arbeitsagentur- bzw. Jobcenterbezirke nicht berechnet. Der Einsatz von Schätz- und Korrekturverfahren bedingt notwendigerweise ein gewisses Maß an Unsicherheit bei den berufsspezifischen Arbeitslosenquoten, das sich allerdings in engeren Grenzen hält. Geringe Unterschiede zwischen den Quoten sollten nicht überbewertet werden. Um aussagekräftige Arbeitslosenquoten zu erhalten, werden berufsspezifische Arbeitslosenquoten zudem nur dann erstellt, wenn die Bezugsgröße eine Mindestfallzahl von 1.000 Personen aufweist.

Vergleiche hierzu den Methodenbericht der Statistik der BA „Einführung berufsspezifischer Arbeitslosenquoten auf Basis des amtlichen Berechnungskonzepts“, Nürnberg, Februar 2019 (PDF, 807KB).

Zur Interpretation von berufsspezifischen Arbeitslosenquoten

Der Arbeitsmarkt kann in eine Vielzahl von beruflichen Teilarbeitsmärkten zerlegt werden. Für diese Teilarbeitsmärkte werden berufsspezifische Arbeitslosenquoten berechnet, mit denen Aussagen zum einen über die Auslastung des Arbeitskräfteangebots und zum anderen über das Arbeitslosigkeitsrisiko von Erwerbspersonen mit bestimmten Berufen gemacht werden können. Grundlage für die Berechnung der Quoten ist die bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern registrierte Arbeitslosigkeit. Dort werden Arbeitslose mit dem Beruf erfasst, den sie für eine Erwerbstätigkeit anstreben (Zielberuf), während Erwerbstätige unter dem Beruf geführt werden, den sie tatsächlich ausüben. Die Festlegung des ersten Zielberufs von Arbeitslosen erfolgt nach der Qualifikation bzw. Eignung, den Präferenzen und den Einmündungschancen von Arbeitslosen in den ausgewählten Berufen. Der Vermittlungsprozess ist aber weiter ausgelegt und kann in die Arbeitssuche mit dem Zielberuf ähnliche Berufe und weitere Alternativberufe einbeziehen. Entsprechend ist die Arbeitslosigkeit in den (Ziel-)Berufen als eine Momentaufnahme im Ausgleichprozess von Arbeitsangebot und -nachfrage zu verstehen, weil der Zielberuf keine feste persönliche Eigenschaft des Arbeitslosen, sondern eine Variable ist, die im Suchprozess verändert werden kann.

Dabei sind die beruflichen Teilarbeitsmärkte unterschiedlich durchlässig. Je nach Fachrichtung ermöglichen Ausbildungsberufe den Zugang zu einem breiten Spektrum von Erwerbsberufen. Mobilitätsanalysen zeigen, dass Arbeitslose in beträchtlichem Umfang Beschäftigungsverhältnisse aufnehmen, die nicht mit ihrem Zielberuf übereinstimmen. Bei der Interpretation der Arbeitslosenquoten für Berufe sind diese Mobilitätsspielräume zu berücksichtigen. Eine berufsspezifische Arbeitslosenquote ist entsprechend als Knappheitsmaß für ein bestimmtes arbeitsplatzbezogenes berufliches Tätigkeitsbündel zu sehen. Eine hohe berufsspezifische Arbeitslosenquote bedeutet zwar ein hohes Risiko für Personen mit diesem Zielberuf, dass sie in dieser beruflichen Tätigkeit nicht zum Zuge kommen. Berücksichtigt man aber die Spielräume beruflicher Mobilität, kann das Arbeitslosigkeitsrisiko für diese Personen deutlich kleiner ausfallen. Insbesondere ist die Arbeitslosenquote für eine Berufsgruppe keine Arbeitslosenquote für die Ausbildungsberufe bzw. die Studienrichtungen, die dieser Berufsgruppe zugeordnet sind bzw. der Berufsgruppe den Namen geben.

Aus der Angebots-Perspektive sollte die Bewertung des Arbeitsmarktes von Arbeitslosen mit einem bestimmten Zielberuf insbesondere folgende Indikatoren berücksichtigen:

  1. Die berufsspezifische Arbeitslosenquote, als Maß für das Arbeitslosigkeitsrisiko von Personen, die ein solches spezifisches Tätigkeitsbündel ausüben wollen,
  2. die berufsspezifische Abgangsrate in Beschäftigung (am ersten Arbeitsmarkt) von Personen mit einem solchen Zielberuf, als Maß für die Chancen dieser Arbeitslosen, eine Beschäftigung (egal in welchem Beruf) zu finden, und
  3. die berufsspezifische Mobilitätsquote bzw. den Anteil der Arbeitslosen mit diesem Zielberuf, die bei der Beschäftigungsaufnahme in eine andere Berufsgruppe bzw. ein anderes Anforderungsniveau wechseln, als Maß für die berufsfachliche Mobilität von Arbeitslosen.

Erst wenn diese (und ggf. weitere) Indikatoren herangezogen werden, kann ein zutreffendes Bild der Arbeitsmarktlage von Arbeitslosen mit bestimmen Berufen gezeichnet werden. Nachfolgend wird ein Interpretationsschema skizziert, mit dem die o. g. Indikatoren im Zusammenhang betrachtet werden können.

Entlang der Ausprägungen geringe/hohe Arbeitslosenquote und geringe/hohe Abgangsrate in Beschäftigung werden die vier Typen „Geringe Arbeitslosigkeit, hohe Dynamik“, „Hohe Arbeitslosigkeit, geringe Dynamik“, „Hohe Arbeitslosigkeit, geringe Dynamik“ und „Geringe Arbeitslosigkeit, geringe Dynamik“ gebildet, die den Raum aufspannen, in dem die Berufsgruppen eingeordnet werden können. Jeder der Haupttypen kann weiter unterschieden werden nach dem Ausmaß der beruflichen Mobilität bei der Beschäftigungsaufnahme. Orientierungspunkte bilden die jeweiligen Durchschnittswerte. In der nachfolgenden Übersicht wird jeweils eine Berufsgruppe aus dem Bereich der Fachkräfte, Spezialisten und Experten als Beispiel für den jeweiligen Typ benannt. Die Berufsgruppen können in diesem Raum verortet werden, die Übergänge sind aber fließend, so dass nicht alle Berufsgruppen eindeutig einem Typ zugeordnet werden können.

Schaubild Typisierung der berufsfachlichen Arbeitslosigkeit (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)

Vergleiche hierzu die Methodenberichte der Statistik der BA „Einführung berufsspezifischer Arbeitslosenquoten auf Basis des amtlichen Berechnungskonzepts“, Nürnberg, Februar 2019 (PDF, 807KB) und „Berufliche Mobilität von Arbeitslosen bei der Beschäftigungsaufnahme“, Nürnberg, Februar 2019 (PDF, 789KB).

Dauern in der Statistik der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden

Dauer der Arbeitslosigkeit

Die Dauer der Arbeitslosigkeit im Sinne des § 18 Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) III misst die Zeitspanne zwischen Beginn der Arbeitslosigkeit und statistischem Messzeitpunkt. Hierbei wird unterschieden zwischen der abgeschlossenen Dauer (auch als Abgangsdauer bezeichnet), die den Zeitraum zwischen Beginn und Abgang aus Arbeitslosigkeit umfasst, und der bisherigen Dauer (auch Bestandsdauer), die für den Bestand an Arbeitslosen die Zeitspanne vom Beginn der Arbeitslosigkeit bis zum jeweiligen Zähltag beinhaltet.

Eine Periode der Arbeitslosigkeit kann durch verschiedene Situationen unterbrochen oder beendet werden.

Folgende Situationen unterbrechen die Arbeitslosigkeit:

  • Arbeitsunfähigkeit
  • Ortsabwesenheit
  • fehlende Verfügbarkeit/Mitwirkung
  • sonstige Nichterwerbstätigkeit sowie sonstige Gründe

Wenn die Unterbrechung nicht länger als 6 Wochen anhält, zählt die Dauer der Arbeitslosigkeit weiter. Die Zeit der Unterbrechung ist in der Dauer enthalten, d. h. die Unterbrechung ist für die Dauer der Arbeitslosigkeit unschädlich.
Ausnahme: Die Teilnahme an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Wiedereingliederung ist, unabhängig von ihrer Dauer, in der Dauer der Arbeitslosigkeit enthalten.

Eine Dauer der Arbeitslosigkeit wird beendet, wenn die arbeitslose Person

  • eine Beschäftigung von 15 Wochenstunden und mehr aufnimmt (unabhängig von der Beschäftigungsdauer),
  • für mehr als 6 Wochen nichterwerbstätig abgemeldet oder arbeitsunfähig ist oder
  • an einer Maßnahme der aktiven Arbeitsmarktpolitik teilnimmt (ausgenommen Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung).

Sollte die Person wieder arbeitslos werden, beginnt zu diesem Zeitpunkt eine neue Dauerperiode.

Dauer der Arbeitsuche

Die Dauer der Arbeitsuche gibt Auskunft darüber, wie lange eine Person ohne Unterbrechung bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter bis zum Messzeitpunkt arbeitsuchend gemeldet ist; darin sind auch Zeiten der Arbeitslosigkeit enthalten. Nach jeder Unterbrechung beginnt die Dauer der Arbeitsuche von vorn, unabhängig von der Dauer der Unterbrechung. Es wird ebenfalls zwischen der bisherigen Dauer (Bestand) und der abgeschlossenen Dauer (Abgang) unterschieden.

Langzeitarbeitslosigkeit

Als Langzeitarbeitslose gelten nach § 18 Abs. 1 SGB III alle Personen, die am jeweiligen Messzeitpunkt ein Jahr (hier: 364 Tage) und länger bei Agenturen für Arbeit oder Trägern der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II arbeitslos gemeldet sind. Das Erreichen der Jahresgrenze und damit die Berücksichtigung als langzeitarbeitslos stellt keinen statistischen Zugang in Langzeitarbeitslosigkeit oder Abgang aus „Nicht-Langzeitarbeitslosigkeit“ dar. Es handelt sich lediglich um einen Übertritt in eine andere Dauerklasse.

Ein Zugang an Langzeitarbeitslosen kann statistisch ausgewiesen werden, wenn die Arbeitslosmeldung nach einer Unterbrechung der Arbeitslosigkeit erfolgt, die bei der Dauerberechnung nicht berücksichtigt wird (s. o.) und eine Dauer von mindestens einem Jahr bei der erneuten Arbeitslosmeldung vorliegt.

Um den Übergang in Langzeitarbeitslosigkeit bei ununterbrochener Arbeitslosigkeit beziffern zu können, werden Berechnungen zu Übertritten bereitgestellt.

Übertritte und Übertrittsrisiko in Langzeitarbeitslosigkeit

Die Übertritte in Langzeitarbeitslosigkeit geben Auskunft darüber, wie viele Arbeitslose in einem Berichtsmonat die Arbeitslosigkeitsdauer von 364 Tagen erreicht haben (§ 18 Abs. 1 SGB III). Zu den Übertritten im Berichtsmonat zählen zum Teil die Arbeitslosen im Bestand zum Stichtag (t) und ein Teil der Arbeitslosen, die im Berichtsmonat aus Arbeitslosigkeit abgegangen sind. Bei den Arbeitslosen im Bestand handelt es sich um Langzeitarbeitslose mit einer Dauer der Arbeitslosigkeit von 12 bis unter 13 Monaten. Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit werden mitgezählt, da Arbeitslose zwischen zwei Stichtagen (t-1 und t) die Schwelle der Langzeitarbeitslosigkeit zwar überschreiten, aber vor dem aktuellen Stichtag (t) ihre Arbeitslosigkeit beenden können.

Das Übertrittsrisiko in Langzeitarbeitslosigkeit bringt zum Ausdruck, wie groß das Risiko ist, nach dem Zugang in Arbeitslosigkeit 12 Monate später langzeitarbeitslos zu werden. Die Übertritte in Langzeitarbeitslosigkeit des aktuellen Berichtsmonats bzw. Jahres (Zähler) werden in Bezug gesetzt zu den Zugängen in Arbeitslosigkeit des Vorjahresmonats bzw. Vorjahres (Nenner). Bei den Zugängen in Arbeitslosigkeit (Nenner) werden nur die Zugänge von Arbeitslosen gezählt, die beim Zugang eine Arbeitslosigkeitsdauer ohne unschädliche Unterbrechung aufweisen. Dadurch wird sichergestellt, dass Zähler und Nenner bestmöglich korrespondieren.

Mit der Dimension „Rechtskreis Übertritt (12 Monate) bei Zugang“ ist eine Unterscheidung der Übertritte nach dem Herkunftsrechtskreis möglich. Es handelt sich hierbei um den Rechtskreis, in dem der Zugang in Arbeitslosigkeit genau 364 Tage vor Übertritt in Langzeitarbeitslosigkeit erfolgte. Mit dieser Dimension ist es auch möglich, rechtskreisbezogene Fragen zum Übertrittsrisiko zu beantworten.

Schätzungen

Bei teilweisen oder vollständigen Lieferausfällen sowie unplausiblen Datenlieferungen eines zugelassenen kommunalen Trägers werden für die betroffenen Regionen Schätzwerte für Arbeitslose bzw. Arbeitsuchende ermittelt und in die Berichterstattung einbezogen. Ebenso wird bei der Dauer der Arbeitslosigkeit das Merkmal Langzeitarbeitslos (ja/nein) geschätzt, während weitere Dauern der Arbeitslosigkeit der Kategorie „keine Angabe“ zugeordnet werden. Übertritte in Langzeitarbeitslosigkeit können in diesen Fällen nicht berechnet werden und werden auch nicht geschätzt.

Für die Dauer der Arbeitsuche werden keine Schätzungen vorgenommen und bei fehlenden oder unplausiblen Daten werden alle Ausprägungen der Kategorie „keine Angabe“ zugeordnet.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu Dauern in der Arbeitslosenstatistik können den Methodenberichten „Dauern in der integrierten Arbeitslosenstatistik“ und „Stock-Flow-Analyse der Langzeitarbeitslosigkeit“ entnommen werden.

Unter dem vorstehenden Link befinden sich auch weitere Informationen zu Schätzungen in der Arbeitslosenstatistik im Methodenbericht „Integrierte Arbeitslosen-Statistik“, Seiten 16-17.

Erfolgreiche Arbeitsuche sowie Förderung vor und bei Beschäftigungsaufnahme

Im Rahmen der Statistik der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden werden Bestände zusammen mit den Zu- und Abgängen ausgewiesen. Bei den Abgängen wird differenziert nach dem Verbleib; interessant und für die Öffentlichkeit bedeutsam ist dabei die Zahl der Abgänge in Erwerbstätigkeit, darunter insbesondere der Verbleib in Beschäftigung und wieder darunter der Verbleib in Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt (unselbständig) oder selbständig. Diese Daten, die angeben, in welchem Maße die Arbeitslosen, und im Rechtskreis SGB III auch die nichtarbeitslosen Arbeitsuchenden, ihre Suche erfolgreich beenden, stehen in Standardauswertungen bereits zur Verfügung.

Daten, die angeben, in welchem Maße die Arbeitslosen, und im Rechtskreis SGB III auch die nichtarbeitslosen Arbeitsuchenden, ihre Suche erfolgreich beenden, stehen in Standardauswertungen zur Verfügung. Dieses Heft ergänzt die Standardauswertungen über die erfolgreiche Arbeitsuche um Angaben zur Unterstützung durch die Agenturen für Arbeit und Jobcenter. Eine detaillierte Darstellung der Zusammenhänge, der Auswertungslogiken ist im Methodenbericht „Erfolgreiche Arbeitsuche sowie Förderung vor und bei Beschäftigungsaufnahme (PDF, 274KB)“ enthalten.

Die Berücksichtigung des Vermittlungsbudgets nach § 45 SGB III erhöht die Anzahl der nachgewiesenen Förderungen in den Rubriken 1.2, 1.3 und 1.4; die Einbeziehung der kofinanzierten Förderungen wirkt sich in der Rubrik 1.4 erhöhend aus. Durch die Zunahmen in den Rubriken 1.3 und 1.4 sinken die verbleibenden Fälle (Rubriken 1.5 und 1.6).

Zu unterscheiden ist sowohl zwischen den Rechtskreisen SGB III und II sowie innerhalb des Rechtskreises SGB II zwischen Jobcentern in gemeinsamer Einrichtung (gE/AAgAW) einerseits und Jobcentern in alleiniger kommunaler Trägerschaft (zkT) andererseits.
Die Rechtskreise SGB III und II sind nur sehr eingeschränkt miteinander vergleichbar, da im SGB II die Betreuung von nichtarbeitslosen Arbeitsuchenden auch bei Arbeitsaufnahme fortgesetzt wird, sie also weiter arbeitsuchend bleiben. Deshalb werden Abgänge nichtarbeitsloser Arbeitsuchender in Arbeit systembedingt nur selten gezählt, so dass in diesem Bericht für Jobcenter nur der Abgang Arbeitsloser, nicht aber der Abgang nichtarbeitsloser Arbeitsuchender einbezogen wird.
Die getrennte Darstellung der zkT liegt darin begründet, dass bei zkT eine andere Vermittlungsstrategie verfolgt wird.

Bei der Interpretation der Daten sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

  1. Bei Abgängen Arbeitsloser oder nichtarbeitsloser Arbeitsuchender in Erwerbstätigkeit können zuvor durchaus mehrere Unterstützungsleistungen für den gleichen Kunden erbracht worden sein, z. B. Vermittlung nach Auswahl und Vorschlag plus Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung plus/oder Potentialanalyse mit Eingliederungsvereinbarung. In den Auswertungen werden aber nicht die Mehrfachnennungen ausgewiesen, sondern es werden kaskadierend im Sinne einer Rangordnung die weiter oben stehenden Kategorien vorrangig berücksichtigt.
    So sind z. B. in Zeile 1.3 nur Fälle gezählt, die nicht schon Vermittlung nach Auswahl und Vorschlag sind, und in Zeile 1.4 nur Fälle, die weder Vermittlung nach Auswahl und Vorschlag noch Teilnahme an einer Fördermaßnahme in den drei Monaten vor Abgang aufweisen. Umgekehrt enthält Zeile 1.2 durchaus Fälle mit Teilnahmen an Maßnahmen in den letzten drei Monaten und mit Eingliederungsvereinbarungen. Gezählt wird nur einmal bei der Unterstützungsleistung, die maßgeblich für den Abgang war.
  2. Die Ergebnisse sind als Bericht über unterstützende Leistungen an Personen zu verstehen, die erfolgreich ihre Arbeitsuche durch Aufnahme einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt beendet haben. Dies setzt beim Kunden erfolgreiche Suchaktivitäten und erfolgreiche Bewerbungen bzw. eine erfolgreiche Vorbereitung der Selbständigkeit voraus. Die Information über vorangegangene Leistungen der Agenturen für Arbeit und Jobcenter schmälert diese Aktivitäten nicht und behauptet insoweit keine Kausalität der Leistungen, schon gar nicht eine ausschließliche.
  3. Die Darstellungen enthalten Übergänge aus Arbeitslosigkeit oder nichtarbeitslose Arbeitsuche in Beschäftigung. Das heißt, es sind auch Abgänge von Personen enthalten, die Arbeit gesucht haben, aber nicht arbeitslos waren; diese Abgänge machen im SGB III etwa ein Drittel aller Fälle aus. Es handelt sich dabei beispielsweise um Personen, die sich vor Beginn der Arbeitslosigkeit frühzeitig arbeitsuchend gemeldet haben und ihre Arbeitsuche erfolgreich vor Eintritt der Arbeitslosigkeit beenden, oder um Personen, die während der Teilnahme an einer Maßnahme arbeitsuchend, aber nicht arbeitslos sind und aus der Maßnahme heraus eine Beschäftigung finden.
  4. Die Aufnahme unselbständiger Beschäftigung schließt auch Wiedereinstellungen ein.

Zeile 1.1 und 1.2:
Vermittlung nach Auswahl und Vorschlag:
Die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter schlägt einem Bewerber und dem Arbeitgeber die Besetzung einer konkreten Stelle vor; der Bewerber wird auf diese Stelle eingestellt.

Zeile 1.2 und 1.3:
Mit begleitender Förderung der Arbeitsaufnahme:
Die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter bewilligt eine Förderung für die Beschäftigungsaufnahme; etwa Eingliederungszuschuss oder Leistungen aus dem Vermittlungsbudget (§ 45 SGB III) zur Unterstützung der Aufnahme einer Beschäftigung.

Zeile 1.4 und 2.2:
Nach Teilnahme an einer Maßnahme und Leistungen innerhalb von 3 Monaten vor Beschäftigungsaufnahme:
In den drei Monaten vor Beschäftigungsaufnahme hat der Arbeitslose bzw. der nichtarbeitslose Arbeitsuchende eine Maßnahme beendet, z. B. berufliche Weiterbildung, Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, Leistungen aus dem Vermittlungsbudget (§ 45 SGB III) zur Anbahnung von Beschäftigung usw.

Zeile 1.5 und 2.3:
Nach Potenzialanalyse und Erarbeitung eines beruflichen Eingliederungsplanes (gültige Eingliederungsvereinbarung):
Zum Abgangszeitpunkt bestand zwischen der Agentur für Arbeit bzw. dem Jobcenter und dem Arbeitslosen bzw. nichtarbeitslosen Arbeitsuchenden eine Eingliederungsvereinbarung (§ 37 SGB III, § 15 SGB II).

Zeile 1.6 und 2.4:
Nach Erstkontakt, ggf. mit Hilfe von Information, Beratung oder Online-JOBBÖRSE:
Auch ohne Abschluss einer förmlichen Eingliederungsvereinbarung, ohne eine Förderung und ohne Vermittlung nach Auswahl und Vorschlag stehen Arbeitslosen und nichtarbeitslosen Arbeitsuchenden Informationen und Beratungsleistungen zur Verfügung, insbesondere die JOBBÖRSE. Ein statistischer Nachweis über die tatsächliche Erbringung solcher Leistungen durch die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter kann im Einzelfall aber nicht geführt werden. Von den Arbeitslosen, die ohne Förderung oder Eingliederungsvereinbarung eine Beschäftigung aufnahmen, waren wiederum etwa zwei Drittel weniger als zwei Monate lang arbeitslos.

Zeile 1.5 und 1.6:
Bei zkT werden deshalb die Rubriken 1.5 und 1.6 vor April 2011 nicht differenziert, sondern in einer Summe gezeigt, da Eingliederungsvereinbarungen noch nicht nachweisbar waren.

Zeile 2.1:
Mit begleitender Förderung der Selbständigkeit:
Die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter bewilligt eine Förderung für die Selbständigkeit; i. d. R. Gründungszuschuss.

Zeile 2.2:
wie Zeile 1.4.

Zeile 2.3:
wie Zeile 1.5.

Zeile 2.4:
wie Zeile 1.6.

Grundlagen zu den Gemeldete-erwerbsfaehige-Personengemeldeten erwerbsfähigen Personen (geP) und den statusrelevanten Lebenslagen

Was sind gemeldete erwerbsfähige Personen?

Die bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter gemeldeten erwerbsfähigen Personen bestehen aus drei Teilgruppen, die sich in zwei größere Gruppen zusammenfassen lassen:

gemeldete erwerbsfähige Personen

Bei der ersten Teilgruppe handelt es sich um die arbeitslosen Arbeitsuchenden (ALO) bzw. Arbeitslosen, die in § 16 SGB III definiert werden. Sie müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen: u. a. Arbeitsuche, Beschäftigungslosigkeit, Verfügbarkeit und Meldung.

Die zweite Teilgruppe sind die nichtarbeitslosen Arbeitsuchenden (NALO). Diese Personen sind zwar ebenfalls Arbeitsuchende, sie sind aber entweder beschäftigt, aus anderen Gründen nicht unmittelbar verfügbar oder gelten nach gesetzlicher Vorgabe nicht als arbeitslos. Kurz: Sie suchen mit Unterstützung der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters eine Beschäftigung (§ 15 Satz 2 und 3 SGB III), erfüllen aber nicht alle Voraussetzungen, um als arbeitslos gezählt zu werden. In diese Gruppe fallen bspw. arbeitsuchende Personen, die sich nur arbeitssuchend aber nicht arbeitslos melden, kurzfristig erkrankt sind, an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen, sich aus einer Beschäftigung heraus frühzeitig arbeitsuchend melden oder zwar beschäftigt sind, aber ergänzende Grundsicherungsleistungen beziehen.

Bei der dritten Teilgruppe handelt es sich um die Nichtarbeitsuchenden (nasu geP), die nur eine Beratung wünschen bzw. aktuell keine Arbeit suchen müssen, obwohl sie bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter betreut werden. Bei letzteren handelt es sich bspw. um Personen, denen nach § 10 SGB II keine Arbeit zumutbar ist, weil sie z. B. Kinder oder Angehörige betreuen oder eine Schule besuchen. Auch Personen, die längerfristig arbeitsunfähig sind, vorruhestandsähnliche Regelungen in Anspruch nehmen oder an einer längeren Qualifikationsmaßnahme teilnehmen, fallen in diese Teilgruppe.

Wie in der Abbildung dargestellt, können diese drei Teilgruppen zu zwei größeren Gruppen zusammengefasst werden: Den in § 15 Satz 2 und 3 SGB III definierten Arbeitsuchenden (ASU), also Personen, die eine Beschäftigung als Arbeitnehmer/in suchen und den Nichtarbeitslosen (nalo geP). Welche dieser beiden Gruppen im Fokus steht, ist abhängig von der konkreten Fragestellung.

Was sind statusrelevante Lebenslagen uns was bilden sie ab?

Der statistische Nachweis der „statusrelevanten Lebenslage“ soll erklären, warum eine gemeldete erwerbsfähige Person nicht als arbeitslos gezählt wird, und ermöglicht es, den Status der Nichtarbeitslosen (nalo geP) und ihrer Teilgruppen differenzierter darzustellen. Sie basieren auf erwerbsbiografischen Informationen, also auf Lebenslaufabschnitten, Maßnahmeteilnahmen und anderen statusrelevanten Kundendaten, die in den Vermittlungssystemen erfasst wurden.

Für eine Person können gleichzeitig mehrere Informationen zu Lebenslauf und Maßnahmen vorliegen. Bspw. kann ein Teilnehmer an einer beruflichen Weiterbildungsmaßnahme zum Stichtag erkrankt sein. Im Rahmen der statusrelevanten Lebenslagen wird nur die Phase mit der höchsten Relevanz für den Status am Stichtag statistisch abgebildet:

Zuerst werden die gesetzlichen Sonderregelungen für Ältere (§ 53a Abs. 2 SGB II und § 428 SGB III) oder die geminderte Leistungsfähigkeit (§ 145 SGB III) identifiziert. Danach haben Lebenslaufphasen zur Erwerbstätigkeit Vorrang vor Angaben zur Ausbildung, die wiederum Vorrang vor Nichterwerbstätigkeit und sonstigen Einträgen haben.

Somit werden Informationen aus dem Lebenslauf mit geringerer Relevanz für den Status nicht nachgewiesen, wenn gleichzeitig eine Phase mit höherer Relevanz vorliegt. Entsprechend kann die Anzahl der ausgewiesenen Fälle im Vergleich zu anderen Statistiken der BA geringer ausfallen. Die Arbeitslosenstatistik und damit auch die erwerbsbiografischen Informationen für die statusrelevanten Lebenslagen werden ohne Wartezeiten ermittelt; deshalb ergeben sich Abweichungen zu anderen Statistiken der BA.

Was sind die gemeldeten erwerbsfähigen Personen nicht?

Die gemeldeten erwerbsfähigen Personen sind – trotz Schnittmengen – nicht identisch mit den Unterbeschäftigten oder, bezogen auf das SGB II, auch nicht mit den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. Aussagen über diese Personengruppen müssen auch weiterhin über die entsprechenden Fachstatistiken getroffen werden.

Über die in den statusrelevanten Lebenslagen dargestellte Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen kann nur ein Teil des Fördergeschehens abgebildet werden; eine vollständige Berichterstattung zum Fördergeschehen erfolgt über die Förderstatistik.

Die Gründe für die Unterschiede liegen in den unterschiedlichen Zielen, Methoden bzw. Verarbeitungsschritten und Datenquellen der jeweiligen Statistiken.

Was kann ausgewertet werden und ab wann?

Die gemeldeten erwerbsfähigen Personen (geP) können nur bestandsbezogen ausgewertet werden. Dabei lassen sich die Gesamtzahl und die (Teil-)Gruppen darstellen (siehe Abbildung). Eine Differenzierung nach weiteren, bspw. soziodemographischen Merkmalen ist wie in der Arbeitslosenstatistik möglich, sofern diese für alle (Teil-)Gruppen in ausreichender Qualität vorliegen, wie das Alter oder die Staatsangehörigkeit. Der Status der Nichtarbeitslosen (nalo geP) und ihrer beiden Teilgruppen kann zudem noch durch die statusrelevanten Lebenslagen genauer beschrieben werden.

Auswertungen für Agenturen für Arbeit und Jobcenter in gemeinsamer Einrichtung sind grundsätzlich ab Januar 2008 möglich. Bei der Bestimmung der statusrelevanten Lebenslagen können einzelne erwerbsbiografische Phasen erst später einbezogen werden, wenn die gesetzliche Regelung erst nach Januar 2008 greift; bspw. kam der § 53a Abs. 2 SGB II erst im Januar 2009 zum Tragen

Auswertungen unter Einbeziehung der zugelassenen kommunalen Träger sind erst ab Januar 2011 möglich.

Wo finde ich weiterführende Informationen?

Methodenberichte im Internet:

Statistik der gemeldeten erwerbsfähigen Personen (PDF, 360KB)

Warum sind nicht alle erwerbsfähigen Leistungsberechtigten arbeitslos? (PDF, 413KB)

Abgrenzung der gemeldeten erwerbsfähigen Personen (geP) und den statusrelevanten Lebenslagen von anderen Statistiken

Aufbauend auf den methodischen Hinweis „Grundlagen zu den gemeldeten erwerbsfähigen Personen (geP) und den statusrelevanten Lebenslagen“ steht hier die Frage im Mittelpunkt, wie sich die Statistik der gemeldeten erwerbsfähigen Personen von anderen Statistiken abgrenzt.

Stimmen die Aussagen aus der Statistik der gemeldeten erwerbsfähigen Personen und der statusrelevanten Lebenslagen mit den Aussagen anderer Statistiken überein?

  1. Verhältnis zu Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der Förderstatistik
    Eine vollständige Berichterstattung über Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ist auf Basis der Statistik der gemeldeten erwerbsfähigen Personen nicht möglich und auch nicht beabsichtigt; die Zahlen sind im Vergleich zur Förderstatistik unterzeichnet. Gründe dafür sind die unterschiedlichen Ziele der Statistiken und die daraus folgenden unterschiedlichen Methoden, Inhalte  und Verarbeitungstechniken. Abweichungen zur Förderstatistik ergeben sich bspw. durch die Priorisierung der erwerbsbiografischen Informationen (und darunter der Maßnahmenteilnahmen) bei der Bestimmung der statusrelevanten Lebenslagen, durch die andere Logik der Rechtskreiszuordnung (Zuständigkeit in der Arbeitsvermittlung statt Kostenträgerschaft) und durch die Nutzung von Daten ohne Wartezeit.

    Zudem gibt es auch Maßnahmeteilnehmer, die nicht als gemeldete erwerbsfähige Personen erfasst werden. Dazu zählen Teilnehmer an Maßnahmen zur Förderung der Berufsausbildung im SGB III, die nur zur Ausbildungsvermittlung und nicht gleichzeitig auch zur Arbeitsvermittlung gemeldet sind. Auch Personen, die in einer regulären sozialversicherungspflichtigen oder selbständigen Beschäftigung gefördert werden, bspw. mit einem Eingliederungszuschuss, werden nicht oder nur in den ersten Monaten der Förderung als gemeldete erwerbsfähige Personen erfasst, sofern sie nicht weiterhin hilfebedürftig nach dem SGB II sind.

  2. Vergleich zur Unterbeschäftigung
    Unterbeschäftigte und gemeldete erwerbsfähige Personen sind trotz großer Schnittmengen nicht identisch. Der Großteil der Unterbeschäftigung ist auch in der Statistik der gemeldeten erwerbsfähigen Personen berücksichtigt. Das gilt erstens für die Arbeitslosen, die in beiden Statistiken identisch sind. Zweitens sind auch die kurzfristig Arbeitsunfähigen (<= 6 Wochen) sowie jene Personen gleichartig erfasst, welche die Regelungen der §§ 53a Abs. 2 SGB II oder 428 SGB III (bis einschließlich März 2015) in Anspruch genommen haben oder an einer Fremdförderung teilnehmen. Diese Informationen sind in der Regel identisch, weil sie im Rahmen der gemeldeten erwerbsfähigen Personen bestimmt und dann in die Unterbeschäftigungsrechnung übernommen werden. Hier können sich aber in Einzelfällen Differenzen ergeben und zwar dann, wenn in der Unterbeschäftigung Schätzungen durchgeführt wurden, um Unplausibilitäten auszugleichen. Da diese Schätzungen für die statusrelevanten Lebenslagen in der Statistik der gemeldeten erwerbsfähigen Personen nicht analog durchgeführt werden, ergeben sich Abweichungen zur Unterbeschäftigung. Drittens ist auch der Großteil der Maßnahmeteilnehmer, die in der Unterbeschäftigung enthalten sind, bei den gemeldeten erwerbsfähigen Personen berücksichtigt. Allerdings werden die entsprechenden Maßnahmen, bspw. Aktivierung und berufliche Eingliederung oder Arbeitsgelegenheiten, bei den statusrelevanten Lebenslagen der gemeldeten erwerbsfähigen Personen nicht so differenziert dargestellt, wie es in der Unterbeschäftigung der Fall ist. Deshalb, und wegen der unter 1. genannten Gründe, werden die Angaben zu Maßnahmeteilnehmern in der Unterbeschäftigung direkt aus der Förderstatistik übernommen.

    Daneben gibt es aber auch Komponenten der Unterbeschäftigung, die nicht in der Statistik der gemeldeten erwerbsfähigen Personen berücksichtigt werden. Dazu gehören die geförderte Altersteilzeit, die Kurzarbeit und überwiegend die geförderte Selbstständigkeit.

    Außerdem gibt es große Gruppen von gemeldeten erwerbsfähigen Personen, die nicht zur Unterbeschäftigung zählen, weil ihr Problem nicht im Fehlen einer Beschäftigung liegt. Dazu gehören Personen, die sich aus einer Beschäftigung heraus frühzeitig arbeitsuchend gemeldet haben, Beschäftigte mit ergänzendem Bezug von Grundsicherungsleistungen und Personen, deren Problem nicht im Zusammenhang mit der Arbeitsmarktlage steht, weil sie dauerhaft arbeitsunfähig sind oder weil ihnen als erwerbsfähige Leistungsberechtigte Arbeit nach § 10 SGB II nicht zumutbar ist, da sie bspw. eine Schule besuchen, eine Ausbildung absolvieren oder Kinder bzw. Angehörige pflegen.

  3. Verhältnis zu erwerbsfähigen Leistungsberechtigten aus der Grundsicherungsstatistik
    Die gemeldeten erwerbsfähigen Personen (geP) können nach dem Rechtskreis unterschieden werden, in dem sie betreut werden. Die im SGB II betreuten gemeldeten erwerbsfähigen Personen sind – trotz einer großen Schnittmenge – nicht identisch mit den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten aus der Grundsicherungsstatistik; die Zahlen fallen im Vergleich mit der Grundsicherungsstatistik höher aus.

    Prinzipiell dürfte es – mit Ausnahme der Aufstocker ab 1. Januar 2017 – keine erwerbsfähigen Leistungsberechtigten geben, die nicht in den Vermittlungs- und Beratungssystemen des SGB II gemeldet sind, und auch keine gemeldeten erwerbsfähigen Personen im SGB II ohne Leistungsbezug. Dass diese Fälle trotzdem auftreten und zu Abweichungen zwischen den beiden Statistiken führen, hat insbesondere zwei Gründe: Erstens werden Rechtskreiswechsel in der Statistik der gemeldeten erwerbsfähigen Personen teilweise erst zeitverzögert erfasst, weil die Daten ohne Wartezeit festgeschrieben und nur mit Wirkung für die Zukunft geändert werden können. In der Grundsicherungsstatistik dagegen können längere Bearbeitungszeiten und nachträgliche Änderungen bei der Leistungsgewährung schon im Rahmen der dreimonatigen Wartezeit berücksichtigt werden. Zweitens kann die Hilfebedürftigkeit kurzzeitig wegfallen, ohne dass die Person sofort aus den Vermittlungs- und Beratungssystemen abgemeldet wird oder ins SGB III wechselt.

    Ende 2015 wurden die statusrelevanten Lebenslagen aus der Statistik der gemeldeten erwerbsfähigen Personen auch in die Grundsicherungsstatistik integriert. Damit kann nun die Frage, warum erwerbsfähige leistungsberechtigte Personen nicht arbeitslos sind und in welcher Situation sie sich stattdessen befinden, direkt im Kontext der Grundsicherungsstatistik geklärt werden. Ein Umweg über die Statistik der gemeldeten erwerbsfähigen Personen ist nicht mehr nötig. Siehe dazu den Methodenbericht der Statistik: Warum sind nicht alle erwerbsfähigen Leistungsberechtigten arbeitslos?

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu zu den gemeldeten erwerbsfähigen Personen können den Methodenberichten Statistik der gemeldeten erwerbsfähigen Personen (PDF, 360KB) und Warum sind nicht alle erwerbsfähigen Leistungsberechtigten arbeitslos? (PDF, 413KB) entnommen werden.

Hinweise zur Interpretation von Auswertungen nach der Berufssystematik

Berichterstattung nach der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010)

Mit dem Berichtsmonat Juli 2011 beginnt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit eine regelmäßige monatliche Berichterstattung zu Arbeitsuchenden, Arbeitslosen und gemeldeten Arbeitsstellen nach der neuen Klassifikation der Berufe 2010. Zunächst erfolgt die Bereitstellung der Daten parallel zur Berichterstattung nach der Klassifizierung der Berufe 1988, um den Datennutzern eine ausreichende Übergangszeit zu gewährleisten, sich mit der neuen Struktur der KldB 2010 vertraut zu machen.
Außerdem erfolgt der Umstieg auf die KldB 2010 in der Beschäftigungsstatistik voraussichtlich erst in der 2. Hälfte 2012, so dass Vergleiche zwischen Beschäftigten, Arbeitsstellen und Arbeitsuchenden/Arbeitslosen, wenn überhaupt, weiterhin nur nach der KldB 88 möglich sind.

Regionalisierung und Detaillierungsgrad

Regional gegliedert finden sich im vorliegenden Produkt sehr detaillierte Berufedaten für Deutschland, West- und Ostdeutschland. Bei Bundesländern kommt eine grobere Darstellung zur Anwendung, um auch bei kleineren Ländern wie Bremen oder Saarland einigermaßen statistisch sinnvolle Zellenbesetzungen (Füllgrad) erreichen zu können.
Für Deutschland, West- und Ostdeutschland werden alle Berufsbereiche, -hauptgruppen sowie -gruppen berichtet, Berufsuntergruppen sowie -gattungen sind nicht durchgängig berücksichtigt, sondern nur als positive Auswahl bei ausreichender Fallzahl.
Bei Bundesländern sind Berufsbereiche und -hauptgruppen vollständig enthalten, während feinere Untergliederungen nur ausgewählt berichtet werden, um sinnvolle Zellenbesetzungen gewährleisten zu können.
Der Berufsbereich 0 (Militär) wird nur für Deutschland gezeigt.

Verfügbarkeit der Daten/Datenbasis

Daten nach der KldB 2010 stehen für Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen grundsätzlich ab Januar 2007 und für Arbeitsuchende ab Januar 2008 zur Verfügung. Arbeitsuchende und Arbeitslose basieren auf der integrierten Arbeitsmarktstatistik inklusive Daten zugelassener kommunaler Träger (siehe dazu auch Anmerkungen bei Punkt "Keine Angabe-Fälle" weiter unten), während gemeldete Arbeitsstellen nur die der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen bezeichnen (vgl. Glossar Arbeitsstellen (PDF, 1MB)).

Zeitreihenvergleiche innerhalb der KldB 2010

Zeitreihenvergleiche nach der KldB 2010 sind generell ab dem Zeitpunkt der jeweiligen Verfügbarkeit möglich. Probleme bestehen bei Helferberufen für den Zeitraum von September 2009 bis Juni 2010 für Bestandszahlen sowie für Zugangszahlen von September 2009 bis November 2009.
Die Vergleichbarkeit von Daten zu Helferberufen aus den genannten Perioden mit Zeiträumen vorher oder nachher ist eingeschränkt, da tatsächliche Veränderungen am Arbeitsmarkt durch statistisch bedingte Umgruppierungen überlagert sein können. Eine beeinträchtigte Vergleichbarkeit kann auch Berufeaggregate (Berufsbereiche bis Berufsuntergruppen) betreffen. Zeitreihenvergleiche mit dieser Periode sind somit nur für Fachkräfte und höhere Qualifikationen aussagekräftig.
Darüber hinaus siehe nachstehend "Keine Angabe-Fälle".

Änderung der Zuordnung von Einzelberufen

In periodischen Abständen wird in der KldB 2010 die Zuordnung von Einzelberufen überprüft. Dabei werden im Rahmen der Überarbeitung nicht nur Änderungen hinsichtlich des Anforderungsniveaus vorgenommen, es können auch Berufspositionen einer anderen Berufsgattung (5-Steller) zugeordnet werden (z. B. im Januar 2016: Wechsel Multimedia-Projektleiter/in von 43194 nach 92304). Wie im Beispiel gezeigt, sind Wechsel zwischen Berufsbereichen möglich und können im Zeitverlauf zu geringen Verschiebungen führen.

Zeitreihenvergleiche mit der KldB 1988 vor 2007

Bei Zeitreihenvergleichen mit der grundsätzlich anders konzipierten Klassifizierung der Berufe 88 (KldB 88) ist mit Brüchen zu rechnen. Weitergehende Informationen finden Sie dazu im Methodenbericht etc. (siehe Statistik-Infoseite). Für Umsteigeschlüssel bzw. -tabellen finden sich dort ebenfalls Verweise.

Keine Angabe-Fälle

Bei der Interpretation von Entwicklungen über die Zeit sollte die Kategorie "keine Angabe" berücksichtigt werden, da Konstellationen denkbar sind, bei denen Veränderungen (wenigstens teilweise) aus einer besseren oder schlechteren Erfassung resultieren können. Die Größenordnung kann in etwa jeweils der letzten Zeile jeder Datentabelle entnommen werden.

Ursachen:

1. Neue Berufeklassifikation
Die KldB 88 beinhaltet sog. "Restkategorien", z. B. "Hilfsarbeiter ohne nähere Angaben" oder "Sonstige Arbeitskräfte". Die KldB 2010 verzichtet auf solche Kategorien, so dass durch die Umstellung Personen oder Arbeitsstellen aus diesen Kategorien zunächst unter "keine Angabe" geführt werden. Zukünftig erfolgt eine Zuordnung anhand der neuen Berufskategorien, bei Altfällen sukzessive. Die Ursache betrifft Arbeitsuchende/Arbeitslose und Arbeitsstellen mit abnehmender Intensität.

2. Datenausfälle SGB II
Bei Datenlieferungen von zugelassenen kommunalen Trägern kann es temporär zu (Teil-)Datenausfällen kommen, welche dazu führen, dass in diesem Monat die betroffenen Personen beim Merkmal "Zielberuf" unter "keine Angabe" geführt werden. Daraus resultiert ein möglicher, monatlich etwas variierender Erfassungsgrad. Die Ursache betrifft nur Arbeitsuchende und Arbeitslose.

3. Normalfälle
Ein weiterer Grund liegt in Umständen, dass zum statistischen Stichtag kein Zielberuf angegeben werden kann, da etwa die Meldung arbeitsuchend/arbeitslos zwar noch rechtzeitig erfolgte, aber noch kein Vermittlungsgespräch mit der Festlegung eines etwaigen Zielberufs durchgeführt wurde. Die Ursache betrifft Arbeitsuchende und Arbeitslose.

Statistische Sonderauswertungen

Weitergehende Daten nach der KldB 2010, z. B. detailliertere Berufe für Bundesländer, Daten für Agenturbezirke oder Kreise bzw. kreisfreie Städte, Kombinationen mit weiteren Merkmalen usw. können im Rahmen von Datenanfragen gesondert angefordert werden.

Schätzungen in der Statistik der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden

Schätzungen in der Arbeitslosenstatistik

Bei teilweisen oder vollständigen Lieferausfällen sowie unplausiblen Datenlieferungen eines Trägers werden für die betroffenen Regionen Schätzwerte für Arbeitslose bzw. Arbeitsuchende ermittelt und in die Berichterstattung einbezogen.


Geschätzte Größen und Untergliederungen

Schätzwerte werden für Bestand bzw. Bewegungen (Zu- und Abgang) Arbeitsloser bzw. Arbeitsuchender auf Basis eines Fortschreibungsmodells ermittelt. Das Fortschreibungsmodell basiert auf der Annahme, dass sich die Arbeitslosigkeit in Gebieten mit vergleichbarer Arbeitsmarktstruktur in ähnlicher Weise entwickelt. Fehlen für einzelne Jobcenter aktuelle Arbeitslosenzahlen, lässt sich die Entwicklung im Vergleich zum Vormonat anhand der Entwicklung in vergleichbaren Regionen abschätzen. Eine Bestandsschätzung in einem Monat führt zu einer Schätzung der Bewegungsdaten in diesem und im darauf folgenden Monat, da die gemeldeten Bewegungsdaten nicht mit der Bestandsschätzung des Vormonats vereinbar sind.

Zur Ermittlung von Strukturen der Arbeitslosen werden die Schätzwerte eines Trägers (Zugang, Bestand und Abgang) nach den relativen Häufigkeiten dieser Strukturen im Vormonat auf die jeweiligen Merkmalskombinationen verteilt. Folgende Untergliederungen werden dabei berücksichtigt:

  • Politisch-administrative Gliederung (bis zur Gemeinde)
  • Administrative Gliederung der Bundesagentur für Arbeit (bis zur Geschäftsstelle)
  • Administrative Gliederung im Rahmen des SGB II (Jobcenter)
  • Rechtskreis
  • Alter (in 5-Jahresklassen)
  • Geschlecht
  • Staatsangehörigkeit (Deutsche/Ausländer)
  • Schwerbehindert (ja/nein)
  • Langzeitarbeitslos (ja/nein)

Bei tieferen Unterstrukturen (z. B. einzelne Staatsangehörigkeiten oder einzelne Kategorien bei der Dauer der Arbeitslosigkeit) werden die Schätzwerte der Kategorie „keine Angabe“ zugeordnet.

Auswirkung von Schätzungen auf die Berichterstattung

Im Falle von Schätzungen können für die vom Lieferausfall betroffenen, aber nicht geschätzten Merkmale im jeweiligen Berichtsmonat grundsätzlich keine Nachweise für tiefere regionale Strukturen (AA/Jobcenter/Kreise/Gemeinden) erfolgen. Für diese Regionen ist auch die Berichterstattung von Jahressummen/-durchschnitten sowie der Vergleich mit anderen Berichtszeiträumen eingeschränkt.

In übergeordneten Regionen (Deutschland, West-/Ostdeutschland, Bundesländer, Bezirke der Regionaldirektionen, Vergleichstypen) werden Ergebnisse auch für die vom Lieferausfall betroffenen, aber nicht geschätzten Merkmale ausgewiesen. Da die nicht geschätzten Merkmalsausprägungen der Kategorie „keine Angabe“ zugeordnet werden, sind diese in den betroffenen Berichtsmonaten unterzeichnet. Daher wird von Vergleichen mit anderen Zeiträumen abgesehen.


Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu Plausibilisierung und Schätzungen in der Arbeitslosenstatistik können dem Handbuch XSozial-BA-SGB II „Statistik der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden“, Kapitel 3, entnommen werden.

Statistik der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden

Definitionen

Arbeitsuchende sind Personen, die

  • eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung suchen,
  • sich wegen der Vermittlung in ein entsprechendes Beschäftigungsverhältnis bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter gemeldet haben,
  • die angestrebte Tätigkeit ausüben können und dürfen.

Dies gilt auch, wenn sie bereits eine Beschäftigung oder eine selbstständige Tätigkeit ausüben (§ 15 Sozialgesetzbuch Drittes Buch - SGB III).

Bei den Arbeitsuchenden wird zwischen arbeitslosen und nichtarbeitslosen Arbeitsuchenden unterschieden.

Arbeitslose sind Personen, die

  • vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen oder nur eine weniger als 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung ausüben (Beschäftigungslosigkeit),
  • eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung suchen (Eigenbemühungen),
  • den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters zur Verfügung stehen, also arbeiten dürfen, arbeitsfähig und -bereit sind (Verfügbarkeit),
  • in der Bundesrepublik Deutschland wohnen,
  • nicht jünger als 15 Jahre sind und die Altersgrenze für den Renteneintritt noch nicht erreicht haben und
  • sich persönlich bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter arbeitslos gemeldet haben.

Für Hilfebedürftige nach dem SGB II findet nach § 53a Abs. 1 SGB II die Arbeitslosendefinition des § 16 SGB III sinngemäß Anwendung.

Als nichtarbeitslose Arbeitsuchende gelten Arbeitsuchende, die die besonderen, für die Zählung als Arbeitslose geforderten Kriterien (z. B. hinsichtlich der Beschäftigungslosigkeit oder der erhöhten Anforderungen an die Verfügbarkeit für die Arbeitsvermittlung) nicht erfüllen oder nach gesetzlicher Vorgabe nicht als arbeitslos gelten.
Somit zählen beispielsweise als nichtarbeitslos arbeitsuchend Personen, die

  • kurzzeitig (< oder = 6 Wo) arbeitsunfähig sind,
  • sich nach § 38 Abs. 1 SGB III frühzeitig arbeitsuchend gemeldet haben,
  • 15 Stunden und mehr beschäftigt sind,
  • am 2. Arbeitsmarkt beschäftigt sind,
  • an einer Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen oder anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen,
  • nach § 53a Abs. 2 SGB II nicht als arbeitslos zählen (nach Vollendung des 58. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben, ohne dass ihnen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten worden ist) oder
  • eine Beschäftigung suchen, aber die weiteren Kriterien des § 16 SGB III für die Zählung als Arbeitslose nicht erfüllen.

Weitere Definitionen finden Sie im Glossar der Statistik der BA (PDF, 1MB).

Historie (Auszug)

Im Zeitverlauf haben Änderungen im Sozialrecht sowie in der Organisation der Sozialverwaltungen Einfluss auf die Höhe der Arbeitslosigkeit. Dies ist bei der Interpretation der Daten zu berücksichtigen. Im Folgenden werden die wichtigsten Änderungen benannt:

  • Januar 1986 - Inkrafttreten des § 105c Arbeitsförderungsgesetz (ab Januar 1998: § 428 SGB III):
    Erleichterter Arbeitslosengeldbezug (Alg) für über 58-Jährige (Regelung ist Ende 2007 ausgelaufen).
  • Januar 2004 - Inkrafttreten des § 16 Abs. 2 SGB III:
    Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik werden ausnahmslos nicht mehr als arbeitslos gezählt.
  • Januar 2005 - Einführung des SGB II:
    Mit Einführung des SGB II treten neben den Agenturen für Arbeit weitere Akteure (gemeinsame Einrichtungen und zugelassene kommunale Träger) auf den Arbeitsmarkt, die für die Betreuung von Arbeitsuchenden zuständig sind. Die Daten zur Arbeitslosigkeit speisen sich daher ab Januar 2005 aus dem IT-Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit (BA), aus als plausibel bewerteten Datenlieferungen zugelassener kommunaler Träger und, sofern keine plausiblen Daten geliefert wurden, aus ergänzenden Schätzungen. Ab Berichtsmonat Januar 2007 werden diese Daten integriert verarbeitet (vorher additiv). Nähere Informationen zur „integrierten Arbeitslosenstatistik“ finden Sie im Methodenbericht zur „integrierten Arbeitslosenstatistik“ (PDF, 328KB).
  • Januar 2005 - Einführung des § 65 Abs. 4 SGB II:
    Erleichterter Arbeitslosengeld-II-Bezug (Alg II) für über 58-Jährige (Regelung ist Ende 2007 ausgelaufen).
  • April 2007 - Gesetz zur sukzessiven Anpassung des Renteneintrittsalters (§ 235 SGB VI):
    Ab 2012 wird sukzessive das Renteneintrittsalter von 65 auf 67 Jahre erhöht. In der Arbeitsmarktstatistik ist die Altersgrenze relevant für den Arbeitslosenstatus. Bei dem Vorliegen der Kriterien Beschäftigungslosigkeit, Eigenbemühungen und Verfügbarkeit gilt eine Person so lange als arbeitslos, bis sie die Altersgrenze für den Renteneintritt erreicht hat.
  • Januar 2009 - Einführung des § 53a SGB II:
    Erwerbsfähige Leistungsbezieher, die nach Vollendung des 58. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leistungen der Grundsicherung erhalten haben, ohne dass ihnen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten worden ist, gelten als nicht arbeitslos.
  • Januar 2009 - Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente (§ 16 Abs. 2 SGB III):
    Die Teilnahme an allen Maßnahmen nach § 45 SGB III (vor Inkrafttreten der Instrumentenreform 2012 vom 1. April 2012 § 46 SGB III) ist stets als Anwendungsfall des § 16 Abs. 2 SGB III anzusehen und unabhängig von den konkreten Maßnahmeinhalten und der wöchentlichen Dauer der Inanspruchnahme des Teilnehmers ist die Arbeitslosigkeit während der Maßnahme zu beenden.
  • Januar 2017 - 9. Änderungsgesetz SGB II:
    Die sogenannten „Aufstocker“ (Parallelbezieher von Alg und Alg II) werden vermittlerisch durch die Arbeitsagenturen betreut und zählen nun im Rechtskreis SGB III als arbeitslos bzw. arbeitsuchend und nicht mehr im SGB II.
  • April 2019 - Überprüfung Arbeitsvermittlungsstatus der Jobcenter (gE):
    Die Jobcenter in gemeinsamer Einrichtung aus Arbeitsagenturen und Kommunen überprüfen und aktualisieren seit April 2019 verstärkt die Datensätze ihrer Kunden mit möglicherweise fehlerhaftem Arbeitsvermittlungsstatus. Durch die vermehrten Prüfaktivitäten ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen. Ausgehend von den Analysen der Berichtsmonate April bis August 2019 gehen wir davon aus, dass es durch die regelmäßige Überprüfung dauerhaft zu einem höheren Niveau des Arbeitslosenbestands gegenüber den Berichtsmonaten vor April 2019 kommt. Die Statistik der BA schätzt, dass etwa 30.000 bis 40.000 der Arbeitslosen im Bestand in Deutschland im Rechtskreis SGB II auf die Überprüfung zurückzuführen sind. Detaillierte Ergebnisse wurden bis zum Berichtsmonat August 2019 im Internet (xlsx, 202KB) veröffentlicht.

Nähere Informationen zu den verschiedenen gesetzlichen Änderungen und deren Auswirkungen finden Sie im Qualitätsbericht „Statistik der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden“ (PDF, 547KB) (Kapitel 6: „Zeitliche und räumliche Vergleichbarkeit“).

Darüber hinaus führen Änderungen der operativen Systeme, in den Datenverarbeitungsverfahren sowie Aktualisierungen der Berufs- und Wirtschaftsklassensystematik zu zeitlichen und räumlichen Einschränkungen bei einzelnen Merkmalen. Nähere Informationen können Sie den Fußnoten der jeweiligen Statistik oder dem Qualitätsbericht „Statistik der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden“ (PDF, 547KB) entnehmen.

statistische Unterzeichnung der in Deutschland nicht anerkannten Ausbildungsabschlüsse

Anerkennungsverfahren für reglementierte Berufe (Tätigkeiten)

 

Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse ist nur für den Zugang zu reglementierten Berufen erforderlich. Ein Beruf gilt als reglementiert, wenn der Berufszugang und die Berufsausübung durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften an den Nachweis einer bestimmten Qualifikation gebunden ist. Zu den reglementierten Berufen zählen beispielsweise Ärzte/Ärztinnen, Psychotherapeuten/innen, Krankenpfleger/innen, Rechtsanwälte/Rechtsanwältinnen, Lehrer/innen und Erzieher/innen.

In der Berufe-Systematik wird zwischen Ausbildung und Tätigkeit differenziert. Die Reglementierung bezieht sich auf die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit und ist daher für die Tätigkeit relevant.

 

Hilfskonstrukt: Übertragung der Reglementierungskennzeichnung auf Ausbildungsberufe

 

Agenturen für Arbeit und Jobcenter in gemeinsamer Einrichtung

Um die Vermittlungsarbeit innerhalb der Bundesagentur für Arbeit zu erleichtern und zumindest begrenzte Aussagen für die Statistik zu ermöglichen, wurde versucht, die Angaben zur Reglementierung hilfsweise auf die Ausbildung zu übertragen. Dies war aber immer nur dann möglich, wenn die Ausbildungen  

  • bundesweit einheitlich geregelt sind,
  • offizielle Ausbildungsabschlüsse (keine Zertifikatsabschlüsse) aufweisen und
  • deren reglementierte Tätigkeiten „trennscharf“ von anderen Tätigkeiten unterschieden werden können.

Beispielsweise ist die Ausübung der Berufe Erzieher/in und Rechtsanwalt/Rechtsanwältin reglementiert. Sie können dennoch an der Ausbildung nicht als reglementierte Berufe gekennzeichnet werden, da 

  • bei Erziehern/innen die Ausbildung landesrechtlich geregelt ist und somit die o. g. Voraussetzung der bundesweit einheitlichen Regelung nicht erfüllt ist.
  • bei Juristen/Juristinnen die benötigte Trennschärfe bei der Tätigkeitsausübung aufgrund der Vielzahl der Tätigkeitsfelder nicht gegeben ist. Während das Praktizieren als Rechtsanwalt/Rechtsanwältin eine Anerkennung des Abschlusses (erste juristische (Staats-)Prüfung) voraussetzt sowie die zweite juristische Staatsprüfung und Zulassung durch die Rechtsanwaltskammer, ist die Arbeit als Jurist in Rechts- oder Personalabteilungen von Unternehmen möglich.

Anders als bei den Tätigkeiten liegt bei den Ausbildungen folglich keine lückenlose Kennzeichnung der Reglementierung vor. Angaben zur Reglementierung sind jedoch zwingende Voraussetzung für die Berücksichtigung der in Deutschland nicht anerkannten Berufsausbildungen in der Statistik der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden.

Jobcenter in zugelassener kommunaler Trägerschaft

Mit der Version von XSozial-BA-SGB II im August 2013 wurde auch für zugelassene kommunale Träger die Möglichkeit geschaffen, Angaben zu im Ausland erworbenen und in Deutschland nicht anerkannten Berufsabschlüssen und Hochschulabschlüssen zu erfassen. Das Feld 10.21 „abgeschlossene Berufsausbildung“ im Modul „Bewerberprofil“ wurde hierfür um zwei neue Ausprägungen

  • 8 „In Deutschland nicht anerkannte Berufsausbildung“ und
  • 9 „in Deutschland nicht anerkannter Hochschulabschluss“

ergänzt.

Laut Erläuterung in der Datensatzbeschreibung XSozial-BA-SGB II sind

  • im Ausland erworbene Abschlüsse in Berufen, die in Deutschland als nicht reglementiert gelten, direkt den anerkannten Abschlüssen (betriebliche/schulische Ausbildung, akademische Ausbildung) zuzuordnen und
  • bei reglementierten Berufen die beiden neuen Ausprägungen 8 und 9 auch dann zu vergeben, wenn die Ausbildungen nur „teilweise anerkannt“ wurden.

Diese Erläuterungen sollen ein möglichst einheitliches Vorgehen bei der Zuordnung ausländischer Abschlüsse für zugelassene kommunale Träger und Agenturen für Arbeit sowie Jobcenter in gemeinsamen Einrichtungen ermöglichen.

 

Auswirkungen auf die Statistik

 

Die Statistik kann daher nur bei den als reglementiert gekennzeichneten Ausbildungen differenzieren, ob der im Ausland erworbene Ausbildungs- oder Studienabschluss in Deutschland anerkannt wurde oder nicht. Die übrigen im Ausland erworbenen Ausbildungsabschlüsse werden „normal“ als schulische, betriebliche oder akademische Ausbildungen ausgewiesen, soweit die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde.

Die o. g. Einschränkungen, dass nur für einen Teil der reglementierten Tätigkeiten auch die Ausbildungen als reglementiert gekennzeichnet werden konnten, führen in der Statistik der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden zu einer Unterzeichnung der in Deutschland nicht anerkannten Berufsabschlüsse. Nicht anerkannte Berufsabschlüsse (im Sinne des Anerkennungsverfahrens) werden unter der Kategorie „ohne abgeschlossene Berufsausbildung“ subsumiert. Infolgedessen sind Angaben zu Arbeitslosen und Arbeitsuchenden ohne abgeschlossene Berufsausbildung unterzeichnet. Dies ist bei der Interpretation der Daten zu berücksichtigen.

Vermittlung in Erwerbstätigkeit

Eingeschränkte Vergleichbarkeit der Vermittlungen nach Auswahl und Vorschlag

Regionale Vergleiche der Vermittlungszahlen sind nur innerhalb der Gruppe der Agenturen bzw. gemeinsamen Einrichtungen (gE) sinnvoll möglich. Die Einbindung der Daten der zugelassenen kommunalen Träger (zkT) führt zu einem verzerrten Ergebnis, da die Definition des engen Vermittlungsbegriffes nicht im gleichen Maße gewährleistet wird.

Die Vermittlung nach dem Sozialgesetzbuch umfasst alle Tätigkeiten, die darauf gerichtet sind, Arbeitsuchende mit Arbeitgebern zur Begründung eines Beschäftigungsverhältnisses zusammenzuführen.

Der in der Arbeitsmarktstatistik verwendete Begriff „Vermittlung nach Auswahl und Vorschlag“ ist enger gefasst. Hierbei muss vor dem Zustandekommen einer Einstellungsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Stelle vorgelegen und ein zugehöriger Vermittlungsvorschlag unterbreitet worden sein.

Im Bereich der Agenturen für Arbeit und der gemeinsamen Einrichtungen beruht die Datengenerierung auf einer technischen Prüfung des zeitgerechten und konsistenten Vorhandenseins von tatsächlich angefallenen Prozessschritten (Vorliegen eines Stellenangebots, unterbreiteter Vermittlungsvorschlag an einen Arbeitgeber und einen Bewerber, Rückmeldung des Bewerbers/Arbeitgebers und Feststellung des Vermittlers zur Besetzung der Stelle mit diesem Vermittlungsvorschlag, Abmeldung des Arbeitslosen in die Stelle des Vermittlungsvorschlages). Bei den zkT kann dieser Prüf- und Auswertungsprozess nicht vollzogen werden, weil der BA dort lediglich die Angabe aus der Übermittlung per Datensatz XSozial-BA-SGB II vorliegt, in der Regel durch Eingabe des Vermittlers oder Fallmanagers.

Zugang an Arbeitslosen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung nach Wirtschaftszweig

Der Nachweis bezieht sich auf Zugänge Arbeitsloser aus abhängigen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen am 1. Arbeitsmarkt (ohne Selbstständige, Mithelfende). In einer integrierten Auswertung mit der Beschäftigungsstatistik wird die zum Zugangsdatum passende sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den aktuellsten Beschäftigungsmeldungen des betrachteten Monats gesucht und für diese Beschäftigung der Wirtschaftszweig ermittelt.

Unter die Zugänge, für die keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ermittelbar ist, fallen einerseits Personen mit einer geringfügigen Beschäftigung und andererseits Personen, für die zum betrachteten Zeitpunkt in der Beschäftigungsstatistik keine Beschäftigung gefunden werden kann. Unter den geringfügigen Beschäftigungen werden geringfügig entlohnte und kurzfristige Beschäftigungen ausgewiesen.

Aufgrund der Abgabefristen und des Meldeeingangs stehen stabile statistische Ergebnisse aus der Beschäftigungsstatistik erst nach sechs Monaten Wartezeit zur Verfügung. Um dennoch zeitnahe Informationen bereitstellen zu können, wird für die integrierte Auswertung auch auf aktuellere Daten zugegriffen.

Kurze Beschäftigungsverhältnisse, die knapp vor dem betrachteten Monat begonnen und wieder beendet wurden, und verspätete Beschäftigungsmeldungen führen dazu, dass nicht alle Zugänge einer Beschäftigung und somit einem Wirtschaftszweig zugeordnet werden können. In diesen Fällen liegt eine Untererfassung vor. Dies dürfte in Branchen mit hoher Fluktuation – wie der Arbeitnehmerüberlassung – und bei Personengruppen mit kurzen Beschäftigungszeiten zu systematischer Untererfassung bei den sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigungen führen.