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Arbeitslosenquoten

Berechnung von Arbeitslosenquoten und Bezugsgrößen

Arbeitslosenquoten zeigen die relative Unterauslastung des Arbeitskräfteangebots an, indem sie die (registrierten) Arbeitslosen zu den Erwerbspersonen (EP = Erwerbstätige + Arbeitslose) in Beziehung setzen.

Der Kreis der Erwerbspersonen bzw. der Erwerbstätigen kann unterschiedlich abgegrenzt werden. Insofern werden zwei unterschiedliche Arbeitslosenquoten ermittelt:

  1. Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen:
    Alle zivilen Erwerbstätigen (alle ziv. ET) sind die Summe aus den abhängigen zivilen Erwerbstätigen sowie Selbständigen und mithelfenden Familienangehörigen. Die Quote errechnet sich entsprechend als
    Arbeitslosenquote bezogen auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen


    Quoten auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen sind seit 1994 auch für Länder verfügbar, seit 1997 für Arbeitsämter bzw. Arbeitsagenturen und ihre Geschäftsstellen. Entsprechende Quoten für Männer und Frauen gibt es seit 1995, allerdings nur für das Bundesgebiet und die Bundesländer.

  2. Arbeitslosenquote, bezogen auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen:
    Der Nenner enthält nur die abhängigen zivilen Erwerbstätigen (abh. ziv. ET), d.h. die Summe aus sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (einschl. Auszubildende), geringfügig Beschäftigten, Personen in Arbeitsgelegenheiten (Mehraufwandvariante), Beamten (ohne Soldaten) und Grenzpendlern. Daraus errechnet sich:
    Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen


    Diese Art der Quotenberechnung hat in Deutschland die längere Tradition. Aus datentechnischen Gründen bezogen sich bis Berichtsmonat Dezember 2008 tiefer strukturierte Arbeitslosenquoten (z.B. nach Geschlecht oder Alter) regelmäßig nur auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen..

Die Zahl der Erwerbspersonen bzw. die Bezugsgrößen für die Berechnung der Arbeitslosenquoten werden einmal jährlich aktualisiert, und zwar regional gegliedert bis auf die Kreisebene. Dies geschieht üblicherweise ab Berichtsmonat Mai, Rückrechnungen werden nicht vorgenommen. Für 2015 erfolgte die Aktualisierung ab Berichtsmonat Mai; den Bezugsgrößen liegt der Gebietsstand des jeweiligen Berichtsmonats zugrunde.

Die Ergebnisse der sozialversicherungspflichtig und ausschließlich geringfügig Beschäftigten beruhen erstmalig auf der revidierten Beschäftigungsstatistik. Durch die Umstellung der Bezugsgröße auf die revidierten Ergebnisse aus der Beschäftigungsstatistik steigt die Summe aus sozialversicherungspflichtig und ausschließlich geringfügig Beschäftigten um rund 202.000, was 0,5 Prozent in Bezug auf „alle zivilen Erwerbspersonen“ entspricht. Davon sind ca. 123.000 durch die Hinzunahme der neuen Personengruppen verursacht.

Im Zuge der Revision wurden acht neue Personengruppen in die Statistik der sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten aufgenommen, da diese sowohl aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht, als auch nach den Kriterien für Erwerbstätigkeit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) als Beschäftigte zu werten sind. Die zahlenmäßig größte Personengruppe „Behinderte Menschen in anerkannten Werkstätten oder gleichartigen Einrichtungen“ sowie die Personengruppe „Teilnehmer an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ werden jedoch nicht in die Berechnung der Bezugs-größe zur Berechnung der Arbeitslosenquote mit einbezogen. Diese Personengruppen sind zwar sozialversicherungspflichtig beschäftigt, arbeiten aber in einem besonderen Beschäftigungssegment, das genau für sie geschaffen wurde. Behinderte Menschen, die in einer Werkstatt arbeiten, erfüllen insbesondere nicht das Arbeitslosenkriterium der Verfügbarkeit, weil sie eine mindestens 15 Wochenstunden umfassende Beschäftigung unter den üblichen Bedingungen des Arbeitsmarktes nicht bzw. noch nicht ausüben können. Diese Personen sind dementsprechend auch nicht beitragspflichtig zur Arbeitslosenversicherung. Die verbleibenden sechs neuen Personengruppen werden in die Bezugsgröße aufgenommen, weil diese Personengruppen dem allgemeinen Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stehen und auch weit überwiegend Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abgeführt werden, sodass bei Arbeitslosigkeit Anspruch auf Arbeitslosen-geld besteht.

Näheres zur Revision der Beschäftigungsstatistik kann dem Methodenbericht „Beschäftigungsstatistik - Revision 2014“ entnommen werden, welchen Sie hier (pdf PDF, 777 KB) finden.

Die geringfügig Beschäftigten werden zur Ermittlung der Bezugsgröße um die Anzahl an Personen, die gleichzeitig arbeitslos sind, bereinigt. Dadurch werden Doppelzählungen vermieden. Diese Bereinigung erfolgte aus technischen Gründen bisher für die Arbeitslosen in Gebieten zugelassener kommunaler Trägern nur teilweise. Erstmalig zum Berichtsmonat Mai 2014 wurde diese Bereinigung nun vollumfänglich für alle Regionen durchgeführt. Dies führte in Gebieten mit zugelassenen kommunalen Trägern tendenziell zu einem Sinken der Bezugsgrößen und somit zu Arbeitslosenquoten, die höher ausfallen als wenn keine Bereinigung durchgeführt worden wäre. Diese Tatsache ist bei der Interpretation der regionalen Ergebnisse zu berücksichtigen.

Für die Berechnung der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenquote werden für den Zähler die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl und für den Nenner die jahresdurchschnittliche Bezugsgröße ermittelt. In die jahresdurchschnittliche Bezugsgröße gehen jeweils die Bezugsgrößen ein, die für die Ermittlung der monatlichen Arbeitslosenquote herangezogen wurden. Die jahresdurchschnittliche Bezugsgröße für 2015 setzt sich deshalb aus dem gewichteten arithmetischen Mittel zweier Bezugsgrößen zusammen: zu 4/12 aus der Bezugsgröße für 2014 (von Januar bis April 2015) und zu 8/12 aus der Bezugsgröße für 2015 (Mai bis Dezember 2015).

Alle Komponenten der Bezugsgröße sind wohnortbezogen aufbereitet. Die Eckwerte für die aktualisierten Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquoten im Jahre 2015 und weitere Informationen können der Dokumentation "Bezugsgröße 2015" entnommen werden.

Informationen zur Arbeitslosigkeit finden Sie unter dem Menüpunkt "Arbeitslosigkeit".