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Stille Reserve

Das Kräfteangebot (Erwerbspersonenpotenzial) setzt sich zusammen aus den Erwerbstätigen, den Arbeitslosen bzw. den Erwerbslosen und der sogenannten Stillen Reserve. Zur Stillen Reserve gehören insbesondere:

  • Personen, die beschäftigungslos sowie verfügbar sind und Arbeit suchen, ohne als Arbeitslose registriert zu sein,
  • Personen, die die Arbeitsuche entmutigt aufgegeben haben, aber bei guter Arbeitsmarktlage Arbeitsplätze nachfragen würden,
  • Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in Warteschleifen des Bildungs‑ und Ausbildungssystems und
  • Personen, die aus Arbeitsmarktgründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind. 

Während Erwerbstätige und Arbeitslose in amtlichen Statistiken erfasst werden, muss die Stille Reserve geschätzt werden. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Methoden. So wird die Stille Reserve mit Hilfe ökonometrischer Modelle geschätzt; diesen Ansatz verfolgt das Institut für Arbeitsmarkt‑ und Berufsforschung. Oder die Stille Reserve wird anhand von Bevölkerungsbefragungen ermittelt.[1] 

Zum Teil handelt es sich bei der Stillen Reserve um (beschäftigungslose) Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Hierzu lassen sich Angaben aus Geschäftsstatistiken der BA gewinnen. Zieht man von der Stillen Reserve insgesamt diese Stille Reserve in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ab, gelangt man zur Stillen Reserve im engeren Sinne. Insbesondere dieser Teil lässt sich nicht genau quantifizieren. Der Schätzcharakter der Größe der Stillen Reserve darf insbesondere dann nicht übersehen werden, wenn Arbeitslosigkeit und Stille Reserve zu einer „Unterbeschäftigung insgesamt“ addiert werden.


[1] Vgl. im Einzelnen Johann Fuchs, Erwerbspersonenpotenzial und Stille Reserve ‑ Konzeption und Berechnungsweise, in: Gerhard Kleinhenz (Hrsg.), IAB-Kompendium Arbeitsmarkt‑ und Berufsforschung, Beiträge zur Arbeitsmarkt‑ und Berufsforschung (BeitrAB 250) Nürnberg 2002, S. 79 ff. Christian Brinkmann, Wolfgang Klauder, Lutz Rheyer, Manfred Thon, Methodische und inhaltliche Aspekte der Stillen Reserve, in: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt‑ und Berufsforschung (MittAB), Heft 4, 1987, S. 387 ff. Elke Holst, Die Stille Reserve am Arbeitsmarkt. Größe ‑ Zusammensetzung ‑ Verhalten, Berlin 2000.


(Stand 07/2013)

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